Waldkauf und Notar – untrennbar

Wald kann wie jede andere Immobilie auch gekauft werden. Da Wald eine Immobilie ist, muss entsprechend der Regelungen des BGB ein Kaufvertrag immer vor einem Notar geschlossen werden. Die Notarkosten betragen – als Faustregel – rund 1,5 Prozent vom Grundstückspreis.


Freie Notarwahl

il giudice

Notarielle Beurkundung

Sind sich Käufer und Verkäufer in der Sache einig, muss sich eine der Parteien, i.d.R. der Käufer, um einen Notartermin bemühen. Der Notar kann übrigens frei gewählt werden. Es ist aber zu beachten, dass die Vertragsparteien (bei einer Erbengemeinschaft als Verkäufer können das sehr viele Parteien sein!) idealerweise alle gleichzeitig am Notartisch sitzen. Daher ist ein räumlich naher Notar immer von Vorteil.

Vorbereitung des Notartermins

Zur Vorbereitung des Vertragsentwurfs benötigt der Notar vorab einige Informationen:

  • Adresse und Geburtsdatum des Verkäufers
    (bei mehreren Verkäufern entsprechend alle Adressen und Geburtsdaten)
  • Adresse und Geburtsdatum des Käufers
  • Name der Gemarkung des Grundstückes
  • Flur-Nummer des Grundstückes
  • Parzellen-Nummer
  • Größe in Quadratmetern
  • Kaufpreis (Summe und Preis je Quadratmeter)
  • bestehen Miet- oder Pachtverhältnisse ja/nein?
  • Kaufpreiszahlung: Wie der Kaufpreis an Ort und Stelle bar bezahlt (möglich, günstig aber riskant) oder wird das Geld nach der sog. Fälligkeitsmitteilung des Notars durchgeführt (von den Notargebühren her etwas teurer, weil der Notar die Zahlungsvorgang „überwacht“)?

Wenn diese Infos dem Notar vorliegen, kann ein Termin vereinbart werden.
Zwischenzeitlich wird der Notar den Inhalt des Grundbuchs überprüfen, um festzustellen, dass der Verkäufer tatsächlich der Eigentümer ist und ob das Grundstück tatsächlich unbelastet ist (es kann ja z.B. als Sicherheit für einen Kredit gedient haben).

Kaufvertrag

Der vom Notar vorbereitete Kaufvertrag wird i.d.R. vor dem Notartermin den Parteien zur Überprüfung zugesandt. Er besteht aus den folgenden Elementen:

  1. Grundbuchstand
  2. Verkauf
  3. Kaufpreis und Kaufpreiszahlung
  4. Sonstige Vereinbarungen
  5. Grundbucherklärungen
  6. Genehmigungen, Vorkaufsrecht, Vollzug
  7. Hinweise, Schlussbestimmungen

Der beim Notar geschlossene Kaufvertrag über Wald mit einer Fläche größer ein Hektar (ha) ist erst dann wirksam, bis eine Genehmigung nach dem Grundstücksverkehrsgesetz (GrdsVG) vorliegt. Dieses Gesetz in Verbindung mit dem Landesrecht regelt, dass der Notar bei dem Landkreis oder den kreisfreien Städten die Genehmigung beantragt. Im Rahmen dieser Genehmigung wird u.a. geprüft, ob ein grobes Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem Verkehrswert besteht. Käufer und Verkäufer könnten sich ja z.B. darauf verständigt haben, im offiziellen Kaufvertrag eine deutlich niedrigere Summe anzusetzen, um die Notarkosten und die Grunderwerbssteuer möglich niedrig zu halten. Es wird weiterhin geprüft, ob durch den Verkauf zu kleine Einheiten entstehen, für die eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nicht mehr gewährleistet ist (GrdstVG § 9 Abs. 3.3.). In diesen Genehmigungsprozess ist die Forstverwaltung mit eingebunden.

Notarkosten

Die Notarkosten betragen „als Faustregel“ rund 1,5 Prozent vom Kaufpreis und sind i.d.R. vom Käufer zu tragen. Bei Barzahlung des Kaufpreises wird es etwas günstiger, da der Notar in diesem Fall nicht den Aufwand der Zahlungsüberwachung hat.

Eintragungsbekanntmachung

Nachdem die Genehmigung erteilt wurde, kann die Grundbucheintragung erfolgen. Der Käufer erhält vom zuständigen Amtsgericht eine Eintragungsbekanntmachung nach § 55 der Grundbuchordnung (GBO). Der Kauf des Waldes ist abgeschlossen.

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3 Kommentare

  1. Liebes Wald-Prinz-Team,

    vielen Dank Ihre aufschlussreichen Informationen rund um’s Thema Wald!

    Wegen frühzeitigem Tod unseres Vaters gehören nun mein Bruder und ich, in Form einer Erbengemeinschaft (50:50), zum Kreise der Waldbesitzer und wurden schon mit der ein oder anderen Problematik konfrontiert. Es wurde uns sehr freuen, wenn Sie uns in den folgenden Sachverhalten etwas erhellen könnten.

    1. Zahlung der Versicherungsbeiträge
    Die Wald- und Wiesenflächen werden privat genutzt, die Feldflächen sind hingegen an einen landwirtschaftlichen Betrieb verpachtet. Gibt es etwas zu beachten oder ist es richtig, wenn der Pächter für die gepachteten Flächen selbst aufkommt?

    2. Auflösung einer Wald GbR
    Es wurde vor Kurzem eine GbR aufgelöst, die die Flächen unserer Erbengemeinschaft und die Waldflächen eines Familienangehörigen stellvertretend verwaltet hat. Nun wurden Nachzahlungen gefordert und Rückzahlungen festgelegt. Sehr verwirrend. Wie geht man vor, bis jeder „normal“ für seine Beiträge aufkommen kann?

    3. Zusammenführen von Waldflächen (eigentlicher Kommentar für diese Kategorie)
    Die o.g. Flächen wurden vor zwei Generationen an Bruder (unseren Opa) und Schwester vererbt. Die Schwester hat keine Nachkommen und möchte nun ihren Waldbesitz an uns abgeben, um den Familienbesitz wieder „zusammenzuführen“, da wir ihn ohnehin bewirtschaften. Die Übernahme ist von beiden Seiten gewollt, doch nun stellt sich uns die Frage, welche die einfachste, beste bzw. günstigste Möglichkeit ist. Ist ein Kauf, eine Schenkung oder ein Erbe anzuraten?
    Die Waldfläche beläuft sich auf etwa 15 Hektar Nadelmischwald/Mischwald.

    Als unerfahrene Waldbesitzer erhoffen wir uns eine Auskunft.

    Freundliche Grüße

    T. Lautenschläger

  2. Lieber Herr Lautenschläger,

    @ 1.: Hinsichtlich der Versicherungsbeiträge ist in erster Linie die SVLFG relevant. Die Arte der Nutzung ob privat oder gewerblich interessiert die Kollegen nicht. Seltsamerweise wird auch nicht die Erbengemeinschaft veranlagt, sondern die SVLFG pickt sich einen der Erben heraus und der darf dann schauen, wie er an den anteiligen Beitrag von den anderen Erben heran kommt. Die sind da relativ schmerzfrei. Für die verpachtete Fläche muss der Pächter aufkommen. Sie sollten das der SVLFG sicherheitshalber trotzdem mitteilen.

    @ 2.: Den Sachverhalt mit der GbR vermögen wir nicht ordentlich zu bewerten, wir sind ja keine Juristen. Sorry, dass wir da nicht weiterhelfen können.

    @ 3.: Da haben wir widerum einen Tipp: gehen Sie zum Notar Ihrer Wahl – bei dem landen Sie bei einem Immobiliengeschäft ja ohnehin zwangsläufig – und lassen Sie sich von diesem über die Optionen beraten. Das kostet keinen Cent extra. Dabei sind nicht nur solche Dinge wie die Grunderwerbsteuer zu bedenken. Bei 15 ha Wald steht ja ein gewisser Wert im Raum. Eine Schenkung (u.u. unter Niesbrauch) wäre ja nett für Sie, aber vielleicht etwas ungerecht unter Geschwistern. Egal bei welcher Variante muss übrigens ein gewisser Wert im Notarvertrag stehen. Passen Sie nur ja auf, dass dann keine Fantasiewerte angegeben werden. Am Ende grätscht Ihnen irgendjemand mit einem Vorkaufsrecht (z.B. eine Naturschutzbehörde) in den Vertrag und Ihre Schwester muss (!) die Waldfläche dann zu den Konditionen abgeben, die im Vertrag stehen. Da gibt es keinen Rückzieher und kein Nachverhandeln mehr.

    Vielleicht formulieren Sie die Modelle, die Ihnen in den Sinn gekommen sind in einer Email, senden diese an den Notar und bitten ihn um Rückruf. Im Anschluss können Sie ihn gemäß Ihrer Entscheidung bitten, den Vertrag aufzusetzen. Bezahlt wird der Notar nicht für die Beratung, sondern nur für der Notarvertrag. Ein Riesenunterschied zu einem Rechtsanwalt!

    LG – der Wald-Prinz

  3. Liebes Wald-Prinz-Team,

    vielen Dank für die schnelle und informative Auskunft.

    Wir werden Ihre Ratschläge beherzigen und bei den zukünftigen Regelungen Vorsicht walten lassen.

    Freundliche Grüße

    T. Lautenschläger

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