Holzpreise und Holzpreisentwicklung Fichte

Holzstapel maschinell aufgearbeiteter Fichten-Abschnitte – Bild: Wald-Prinz.de

Landesbetriebe veröffentlichen Holzpreise

ZMP berichtet keine Holzpreise mehr: Für die Erfassung und das Berichtswesen rund um Holzpreise war früher die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP) zuständig. Nachdem aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts die Hauptsäule der ZMP-Finanzierung wegbrach, wurde am 30. April 2009 die Geschäftstätigkeit der ZMP GmbH eingestellt.

Landesbetriebe veröffentlichen Holzpreise: Seit dem Wegfall der ZMP werden überall mal wieder, beispielsweise in den Mitgliedszeitschriften der Waldbauvereine, Holzpreise berichtet. Eine regelmäßige, deutschlandweite Berichterstattung der Holzpreise fehlt allerdings.

Wald und Holz NRW

Verträge mit Richtwert-Charakter: Die Landesforsten bzw. Landesbetrebe verhandeln mit den Holzaufkäufern mindestens quartalsweise neue Holzpreise. Bei dem über die Landesbeztriebe vermarkteten Rohholz handelt es sich um Holz aus dem Privat-, Kommunal- und Staatswald, sofern es über den Landesbetrieb verkauft bzw. vermittelt wurde. Beispiel „Landesbetrieb Wald und Holz NRW“: der Landesbetrieb bewirtschaftet den landeseigenen Wald Nordrhein-Westfalens und betreut den Wald privater oder kommunaler Waldeigentümer. Somit besitzten die veröffentlichten Holzpreise durchaus Richtwert-Charakter.

Landesforsten RLP

Eine ebenfalls solide Quelle  für den Holzpreis ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie die Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Die Holzpreisentwicklung im 1. Halbjahr 2018

Zum Verständnis der Wald-Prinz-Grafik „Holzpreisentwicklung Fichte“: Die mengenmäßig wichtigsten Holz-Sortimente sind i.d.R. die folgenden Fichten-Sortimente:

  • L1 B 2a: Langholz 6-20m (L1), Güteklasse B (normale Qualität), Stärkeklasse 2a (20-24 cm Mittendurchmesser o.R.)
  • L1 B 2b: Langholz 6-20m (L1), Güteklasse B (normale Qualität), Stärkeklasse 2b (25-29 cm)

Friederike mit regionalem Preis-Einfluss: Während Orkan Niklas Ende März 2015 zu einem deutlichen Überangebot im süddeutschen Raum und damit zu einem Preisverfall geführt hatte, schlugen sich die Tiefdruckgebiete Xavier, Burglind und Friederike – zumindest in Rheinland-Pfalz – nicht im Holzpreis nieder. Die Windwurfmenge wurde vom Markt leicht aufgenommen, da die Baukonjunktur weiterhin boomt.

In Niedersachsen hingegen schlug Friederike mit brutaler Härte zu. Im Kreis Northeim schätzt man z.B., dass ein Drittel des 300 ha großen Waldbestands des Realverbands der privaten Waldbesitzer Ahlshausen von Friederike förmlich plattgewalzt wurden. Ein Drohnenflug über diesem Gebiet zeigt das Ausmaß der Sturmtief-Folgen. Entsprechend arbeiten seither alle Sägewärke in der Umgebung unter Volllast. Harvester und Waldarbeiter sind im Dauereinsatz. In dieser Region herrscht derzeit ein massives Überangebot an Fichtenholz. Wenn überhaupt kann das Nadelholz dort aktuell nur mit schmerzhaften Preisabschlägen abgesetzt werden.

Im Vergleich dazu ist im Südwesten die Welt noch in Ordnung. Für das erste Halbjahr 2018 erzielten die Landesforsten RLP mit den zahlreichen Unternehmen der Sägeindustrie ein Holzpreis für Fichtenlangholz von 86,00-89,00 €/Fm (2a) bzw. 94,00-96,50 €/Fm (2b+). Das liegt zwar noch rund 8,00 € unter dem All-Time-Höchstpreis, der im Jahr 2014 erzielt wurde, sollte aber kein Entscheidungskriterium mehr für die Durchführung einer Einschlagmaßnahme mehr sein.

Frei Waldstraße: Die u.a. Holzpreise beziehen sich auf Rundholz, das unentrindet, gerückt frei Waldstraße verkauft wurde. Von den angegebenen Holzpreisen muss der Waldbesitzer gedanklich also noch die Erntekosten abziehen (Einschlag + Rücken).

Festmeter: Die Holzpreise werden in Euro je Festmeter (€/Fm) ohne Rinde (o.R.) angegeben.

Holzpreisentwicklung der Leitsortimente Fichte (Stammholz, gerückt ab Waldweg); Datenquelle bis 2012 Landesbetrieb Wald und Holz NRW, ab 2012 Landesforsten RLP – Grafik: Wald-Prinz.de

Gute Marge bei Fichten-Stammholz: Wenn man bedenkt, dass die durchschnittlichen Aufarbeitungs- und Rückekosten bei der Nadelstammholzernte bei rund 20-22 EUR/fm liegen (Harvester bzw- motormanuelle Truppe), kann sich der Waldbesitzer bei den Fichten-Leitsortimenten aktuell über eine Marge von rund 65-70 €/Fm freuen. Davon muss bei den meisten Privatwaldbesitzern noch die Unterstützung des Forstamtes und der Holzvermarkter (meist die Waldbauvereine) gezahlt werden.

Douglasie: Wer Douglasien in seinen Beständen hat, kann sich freuen. Hier liegt der Preis für Stammholz der Stärke 2b+ bei 104,00-107,00 €. Bei gleicher Qualität liegt der Erlös also rund 10 €/fm über der Fichte. Denn die Kosten liegen bei beiden Baumwarten auf dem gleichen Niveau.

Tabelle Holzpreise: Langholz und Industrieholz Fichte / Douglasie / Kiefer

Nadel-Langholz: In Rheinland-Pfalz wurden bei Fichte, Douglasie und Kiefer folgende Durchschnittspreise für Stammholz-Lang der Güteklasse B/C vereinbart:

Stärke-
klasse
Mitten-
durchmesser
Fichtenlangholz
Güteklasse B
Douglasienlangholz
Güteklasse B
Kieferstammholz
Güteklasse B/C
1b110 - 14 cmn.v.n.v.n.v.
1b215 - 19 cm75,00-78,00 €83,00-88,00 €49,00-53,00 €
2a20 - 24 cm86,00-89,00 €94,00-100,00 €62,00-64,00 €
2b25 - 29 cm94,00-96,50 €102,00-107,00 €70,00-71,00 €
3a30 - 34 cm94,00-96,50 €102,00-107,00 €70,00-72,00 €
3b35 - 39 cm94,00-96,50 €102,00-107,00 €70,00-72,00 €
440 - 49 cm93,00-96,50 €96,00-104,00 €70,00-72,00 €

So sieht Fichten Stammholz-Lang der Güteklasse B/C aus. Wenn möglich werden die Stämme auf 20 Meter Länge geschnitten, länger ist auf deutschen Straßen nicht erlaubt – Bild: Wald-Prinz.de

Damit der Waldbesitzer einmal ein Gefühl für den Wert jedes einzelnen Stammes bekommt, haben wir den Verkaufspreis der einzelnen Stämme eingefügt (Langholz Fichte B/C); von diesen Preisen gehen die Kosten für Auszeige, Fällen, Rücken, Holzaufnahme, Holzvermarktung und Skonto ab – Bild: Wald-Prinz

Abschnitte: Abschnitte der Güteklasse B/C (sog. „Mischqualität“) werden zu Preisen verkauft, die 3,00-5,00 € unter den Fichtenlangholz-Preisen der Güteklasse B liegen.

Fichten-Abschnitte werden meist auf 4,10 oder 5,10 m ausgehalten und wie Stammholz einzeln erfasst, daher wird hier das Raummaß „Festmeter“ verwendet – Bild: Wald-Prinz.de

Wer die Augen offen hält, findet seine Fichtenabschnitte z.B. im Schachtbau wieder. Auf den Stirnseiten kann man sogar noch die Zählpunkte des Försters erkennen – Bild: Wald-Prinz.de

Käferholz: Frisches Käferholz (noch anhaftende Rinde) wird mit Preisabschlägen von 10 €/fm zum B-Holz verkauft. Für älteres Käferholz (bereits abgefallene Rinde) werden Preisabschläge von 20-25% zum B-Holz gezahlt.

Industrieholz: Für das 1. Halbjahr 2017 wurden von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Eifel bei Industrieholz folgende Holzpreise frei Waldstraße vereinbart:

QualitätPreis
Nadelindustrieholz IS FK
(fehlerhaft, krank, rotfaul)
18,00-19,50 €/Rm
Papierholz IS N
(gesund, fehlerfrei, 2-3 m Länge)
29,00-31,50 €/Rm

Industrieholz: Beim vorderen Stapel wurde FK-Holz aufgepoltert. Gut zu erkennen an den vollkommen unterschiedlichen Durchmessern und den Faulstellen. Der hintere Stapel besteht aus wertvollerem Papierholz. Beide Sortimente werden nach Raummeter abgerechnet, da die Stämme nicht einzeln erfasst werden – Bild: Wald-Prinz.de

Tabelle Holzpreise: Langholz Buche / Eiche

Buchenstammholz: Der Markt für Buchenstammholz ist gut, insbesondere da die feuchte Witterung die Ernte behinder hat und viele Kontingente nicht erfüllt werden konnten. Bei der „Buche B/C Export“ handelt es sich um die sog. Containerware, die auf die Länge eines Seecontainers geschnitten wird und dann in den Export geht.

Eichenstammholz: Das Stammholz der Eiche ist sehr gesucht. Das schlägt sich in leicht erhöhten Preisen für Eichenstammholz nieder:

Stärke-
klasse
Mitten-
durchmesser
Buchenstammholz
Güteklasse B/C
für den Export
Buchenschneideholz
Güteklasse B
Eichenstammholz
Güteklasse B
Eichenstammholz
Güteklasse C
2b25 - 29 cmn.v.n.v.70-75 €60-67 €
3a30 - 34 cmn.v.n.v.125-140 €78-88 €
3b35 - 39 cm67-88 €65-66 €185-200 €95-105 €
440 - 49 cm93-100 €100-120 €285-320 €125-135 €
550 - 59 cm95-110 €110-135 €330-390 €140-160 €
660 cm und mehr95-120 €120-140 €380-450 €145-170 €

Brennholzpreise Buche / Eiche

Verwechslungsgefahr: Wald-Prinz.de richtet sich an den privaten Waldbesitzer, nicht an den privaten Endkunden von Kaminholz. Der Preis für Brennholz entspricht also dem Preis von ganzen Stämmen in Brennholzqualität, die ungespalten an der Waldstraße liegen. Diese „Brennholz lang ab Waldstraße“ kann meist bei den unteren Forstbehörden (Forstamt) oder bei (größeren) privaten Waldbesitzern erworben werden. Brennholz lang wird an gut befahrbaren Wegen gelagert. Private Käufer haben dann die Möglichkeit das Holz direkt im Wald am Weg aufzuarbeiten. Sie können sich das Holz auch nach Hause transportieren und daheim aufarbeiten. Da Sie bei dieser Art der Brennholzgewinnung einiges an eigener Arbeit einbringen, ist der Preis deutlich günstiger als für ofenfertiges Brennholz vom Händler

Brennholzpreise: Buchenbrennholz wird in Rheinland-Pfalz derzeit zwischen 45-53 €/fm gehandelt. Eichenbrennholz erzielt Preise zwischen 38-46 €/fm liegen.

Hintergrundwissen Holz-Sortierung / Holz-Sortimente

Als Sortierung bezeichnet man die Einteilung eines Baumes in vordefinierte, marktfähige Sortimente. Die Handelsklassensortierung für Rohholz (HKS) erlaubt die Sortierung des Holzes nach dem Durchmesser (Stärkesortierung), nach der Güte (Gütesortierung) und nach dem Verwendungszweck.

Stammholz: Langholz (L) wird das nach Länge, Mittelstärke und Güteklassen sortiert.

Baumlang vs. Abschnitte: Je nach Länge des Stammholzes werden zwei Sorten unterschieden:

  • Baumlang (L1): Stammholz, das nach dem Abzopfen und ggfls. Gesundschneiden in Baumlängen ausgehalten wird
  • Abschnitte (L2): Stammholz, das zu Standardlängen eingeschnitten wird

Güteklassen: Ein fehlerloser Stamm ist deutlich mehr wert, als ein Stamm mit vielen Ästen oder Faulstellen. Daher wird Rohholz zusätzlich noch nach Güteklassen sortiert.

Aus der Kombination von Längen- und Güteklasse-Sortierung ergibt sich:

  • L1;B = Langholz; normale Qualität
  • L1;C = Langholz; noch gewerblich nutzbar
  • L2;B = Abschnitte; normale Qualität
  • L2;C = Abschnitte; noch gewerblich nutzbar
  • L2;Cgw = Abschnitte; geringwertig

Bei Industrieholz erfolgt die Sortierung nach dem Verwendungszweck.

  • IL 1 N = Industrieholz; Langholz; normale Qualität
  • IL 1 N/K = Industrieholz; Langholz; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)
  • IL 2 N = Industrieholz; Abschnitte; normale Qualität
  • IL 2 N/K =Industrieholz; Abschnitte; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)
  • IS N = Industrieschichtholz; normale Qualität („Papierholz“, gesund, frisch, fehlerfrei)
  • IS N/K = Industrieschichtholz; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)

Raummeter: Bei Industrieschichtholz ist zu beachten, dass die die Abrechnung des Holzpreises nicht nach Festmetern (m³/f bzw. Fm) sondern nach Raummetern (m³/r bzw. Rm) erfolgt.


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40 Kommentare

  1. DANKE DANKE DANKE
    eure seite ist toll
    ich brauchte die daten für nen politikreferat und ohne diese seite hätte ich das nicht geschafft

  2. zu „erfreuliche Marge“: die angenommenen Werbungskosten beziehen sich auf Stammholz 2a und 2b und nur hier ist auf den ersten Blicke der Ausdruck „erfreuliche Marge“ angebracht, wenn man die Holzpreise in der Zeit nach Kyrill und die damals katastrophenbedingt höheren Werbungskosten entgegenstellt. Aber nur auf den ersten Blick! Man muss doch wohl auch ins Kalkül ziehen, dass diese Sortimente zwischen 70 bis 100 Jahren gebraucht haben, um zu solchen Stärken heran zu wachsen. Ferner müssen die Kosten der Anlegung der Kulturfläche sowie die Pflege in den ersten Jahren berücksichtigt werden. Und nicht vergessen darf man den negativen Ertrag (Erlös minus Werbungskosten) der ersten Durchforstungen bis zum Alter von etwa 40 bis 50 Jahren. Werden diese Gesamtkosten nach Zinsertragsrechnung berechnet, kommt man auf eine Verzinsung, die allenfalls bei 2% liegt. Und noch eins: 1989, vor Wiebke und Vivian, lagen die Preise für diese Sortimente auf gleicher Höhe! In den vergangenen 24 Jahren sind aber die Werbungskosten, vor Allem bei notwendiger manueller Aufarbeitung in Gebirgsregionen, explodiert!

  3. Hallo ich habe auf einem Grundstück etwa 25 tannen fichte Bäume ca. umfang von 40 bis 80 cm und ca.20m lang auf dem grundstück Will ich eine Einfamilienhaus bauen Meine Frage ist wie kann mann diese Bäume verwerten. Oder bzw. Verkaufen oder was sinnvolles machen wer kann mir eine guten Rat geben mfg. Sahin

  4. Hallo Sahin,

    wenden Sie sich in dieser Angelegenheit am besten an das örtliche Forstamt. Dort wird man Ihnen sehr wahrscheinlich weiter helfen können und die Vermarktung des Holzes übernehmen. 25 Stämme in der von Ihnen beschriebenen Qualität ergeben ja rund einen halbe LKW-Ladung an Holz. Das sollte gut zu verkaufen sein. Ein Tipp noch: wenn Sie das Forstamt kontaktieren, sollten Sie nicht den Umfang sondern den sog. Brusthöhendurchmesser (BHD) angeben. Also den Durchmesser der Stämme in Brusthöhe. Damit kann man dort eher etwas anfangen. Und mit ziemlicher Sicherheit haben Sie keine Tannen sondern Fichten.

    LG – der Wald-Prinz

  5. Website ist geil. wir machen gerade presentation über walt und website hat krass geholfen. danke digger voll babo

  6. Hallo zusammen,

    hab gerade eine Diskussion mit dem Förster, was als 1a, 1b1, 1b2 oder 2a Holz qualifiziert wird und woran man den Abschlag zu Papierholz fest macht. Es geht um Fichtenholz.

    Wer hat damit Erfahrung und kann mir praktikable Tips geben

  7. Gibt es eine Aufstellung / Liste wer Holz (Fichten u. Buchen) im Raum NRW kauft?
    Mfg

  8. Hallo Heinrich,

    @ „Gibt es eine Aufstellung / Liste wer Holz (Fichten u. Buchen) im Raum NRW kauft?“

    Googeln Sie bitte einmal nach dem regional zuständigen Forstamt bzw. Waldbauverein. Dort wird man Ihnen sicher weiterhelfen können. De facto arbeiten die Forstämter und Waldbauvereine immer wieder mit den gleichen Unternehmen zusammen (mit denen sie auch gute Erfahrungen hinsichtlich Arbeitsqualität, Zuverlässigkeit und Zahlungsmoral gemacht haben).

    Bedenken Sie zudem bitte: für verschiedene Holzsortimente gibt es verschiedene Aufkäufer. Beispielsweise gehen gradschaftige Buchenstämme gerne in das nächste Sägewerk. Hingegen wandern krumme/astige Buchen in den Kamin und werden von lokalen Brennholzhändlern nachgefargt. Das sind dann völlig andere Aufkäufer.

    Nicht zuletzt ist es eine Frage, ob das Holz noch steht oder schon am Waldrand liegt. Auch das bedingt unterschiedliche Aufkäufer. Stehendes Holz wird gerne an Unternehmen verkauft, die dann den Einschlag und Rücken gleich mit erledigen („Verkauf auf dem Stock“).

    Jetzt kennen wir Ihren Erfahrungshintergrund nicht. Wenn das Ihr erster Kontakt mit Holzhändlern ist, sollten Sie auf jeden Fall Beistand bei einem Förster suchen. Sie werden ansonsten mit großer Wahrscheinlichkeit – sagen wir mal – nicht das optimale Ergebnis erzielen.

    LG – der Wald-Prinz

  9. Lieber Wald-Prinz (toller Name – tolle website),
    ich möchte auf meinem Grundstück eine Reihe Baumstämme setzen, die an Bunen aus dem Küstenschutz erinnern. Die Stämme sollen jeweils 2 m -2,50 m lang sein und einen Durchmesser von ca. 20-30 cm haben. Ich habe leider keine Ahnung, was das Holz kosten könnte. Kannst du mir einen ungefähren Orientierungswert geben. Und kauft man die Stämme dann eigentlich in einem Sägewerk (sollen ja ohne Rinde sein) oder beim Forstamt? Hm, man sieht wohl, dass ich ziemlich ahnungslos bin. Um so mehr würde ich mich über ein paar Hinweise freuen.
    Herzlichen Dank im Voraus und LG

  10. Hallo Inga,

    @ „Die Stämme sollen jeweils 2 m -2,50 m lang sein und einen Durchmesser von ca. 20-30 cm haben“:

    So etwas kauft man nicht direkt beim Waldbesitzer und auch nicht beim Forstamt. Hintergrund: So läuft’s Business nicht ;-) In der Regel arbeitet das Forstamt bzw. die Waldbauernvereine (vereinigung privater Waldbesitzer) mit diversen Unternehmen zusammen. Das sind regional meist eine Handvoll Unternehmen, die sich entweder um die Aufarbeitung des Holzes kümmern (Bäume fällen und sinnvoll zurecht schneiden). Nur ums Schleppen an einen LKW-befahrbaren Waldweg (das sog. „Rücken“). Oder um die weitere Verwertungskette des Holzstapels am Waldrand. Oder gleich um alles, nämlich dann, wenn das Holz von einem Unternehmen komplett „auf dem Stock“ gekauft wird. Dann kümmert sich der Holzkäufer um Einschlag, Rücken, Abtransport und die weitere Vermarktung.

    Mit Ihnen wird vor dem Hinergrund Ihres „Sonderwunsches“ keiner der Beteiligten (gerne) reden wollen. Sie wenden sich daher am besten an ein Sägewerk in der Nähe. Dort wird man Ihnen dann auch einen Preis nennen. Bedenken Sie bitte, dass Nadelholz natürlich am günstigsten sein wird. Sie müssen sich dann trotzdem Gedanken machen, wir Sie diese Stämme gegen Fäulnis schützen wollen. Die sind ja dann völlig unbehandelt. Eiche wäre eine Alternative. Bis diese Stämme in der von Ihnen gewünschten Dimension verrottet sind, sind wir es dann auch. Problem: Eichenstämme werden eher weniger in dieser Dimension geschlagen. Wenn man einen geraden Stamm hat, wartet man bis er wirklich dick genug ist. Astiger Kram geht durch den Kamin. Sauschwer sind Eichenstämme in dieser Stärke ebenfalls.

    LG – der Wald-prinz

  11. Dankeschön, Waldprinz,
    für die schnelle Antwort. Und für den kl. Exkurs in den Holzhandel. Ich hatte schon befürchtet, eine eher uninteressante Kundin zu sein. So ist das, wenn man kleine Wünsche hat:-) Leider ist es für den Laien auch nicht so einfach, mehrere Sägewerke zu finden. Gibt es irgendwo eine Übersicht/Adressliste mit Sägewerken der Region? (In meinem Fall: in MV)
    LG im Voraus

    PS: Der Tipp mit dem Verrotten ist berechtigt, aber Eiche sprengt zzt. mein Garten-Budget

  12. Hallo,

    möchte in meinem Wald einige Fichten zum Selberfällen verkaufen. Die Fichten haben so ca. einen Umfang von 100cm. Was kann man so grob da pro Baum verlangen?
    Der Wald ist eben und hat einen sehr guten Zugang per Feldweg.
    Was muss ich beachten bzgl. Versicherung?

    Danke

  13. Hallo Thomas,

    wenn Sie nicht einen vertrauenwürdigen Aufkäufer persönlich kennen, würden wir Ihnen dringend empfehlen, es erst einmal über den zuständigen Förster zu versuchen. verstehen Sie das jetzt bitte nicht falsch, aber alleine an dem Terminus („Umfang von 100 cm“) merkt jeder Holzaufkäufer schon am Telefon, dass Sie ein Laie sind. Im Holzgeschäft interessiert nur Durchmesser (entweder Brusthöhendurchmesser bei stehendem Holz, oder Mittendurchmesser bei liegendem Holz). Das löst meist zwei alternative Reaktionen aus
    1. „was interessieren mich ein paar Bäume von einem nervigen Privatwaldbesitzer, wenn ich LKW-Ladungen Holz benötige. „
    oder
    2. „den wer ich jetzt mal schön über den Tisch ziehen“

    Bei professionellen Holzaufkäufern sind Sie also definitiv nicht gut aufgehoben. Wenn der Förster Ihnen nicht weiterhilft, können Sie sich nach einem Besitzer eines mobilen Sägewerks umschauen. Die machen so etwas oft im Nebengewerbe und sind eher an Kleinmengen interessiert.

    @ Versicherung: da müssen Sie gar nichts beachten. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen in den Wald gehen, kommt im Schadensfall die SVLFG dafür auf (Sie zahlen doch Beiträge?). Waldarbeiter sind über das Unternehmen versichert.

    LG – der Wald-prinz

  14. Hallo Wald-Prinz,

    danke für den Tipp mit dem Förster, das werde ich so machen!
    Ja, ich bin Wald-Anfänger und stolzer Besitzer einen kl. Waldes mit nur knapp 2200qm.

    Da ich aktuell aber kein Holz brauche und eine Durchforstung wahrscheinlich notwendig wäre,
    will ich halt eine Bäume los werden. So grob 15-20 Stück a BHD 30-40cm Durchmesser. Es hat dort glaub seit 40-50 Jahren keiner mehr Bäume gefällt.
    Was kann man da denn so grob verlangen pro Baum (Fichte)? Bei eigener Fällung, ebenem Wald und sehr guter Zugangsmöglichkeit per Feldweg.

    Bzgl. Versicherung hat sich die SVLFG noch nicht gemeldet bei mir. Ich meine ich könnte mich da ev. auch befreien lassen zunächst. Da ich eh nicht plane dort selber zu fällen in den kommenden Monaten.
    Müsste ich mir dann eine Versicherungsbescheinigung zeigen lassen falls ich jemanden in meinem Wald arbeiten lasse?

    Danke,
    Thomas

  15. Hallo,

    ich habe Nießbrauch für einen 2,5 ha großes Fichtenbestand. Die meisten Bäume sind über 60 Jahre.
    Die Bäume müssen abgeholzt und auch wieder aufgeforstet werden.
    Wie komme ich an ein gutes Angebot.

    Danke vorab für hilfreiche Kommentare.

    LG

  16. Hallo Lena,

    @ Nießbrauch Fichtenbestand: Aus der Frage hören wir heraus, dass Sie so etwas nicht jeden Tag machen. Daher empfehlen wir dringend, das über den zuständigen Förster abzuwickeln. Alternativ können Sie sich informieren, welcher Waldbauverein bzw. welche Forstbetriebsgemeinschaft in Ihrem Bereich zuständig ist (sagt Ihnen ebenfalls das Forstamt. Bedenken Sie bitte, dass 2,5 ha (fast) ausgewachsene Fichte schnell einen Wert von rund 40.000-50.000 Euro hat. Wenn Sie da von einem windigen Einschlagunternehmen „gebockt“ werden, haben Sie mit Zitronen gehandelt. Bei dem Weg über den Förster bzw. einen Waldbauverein kümmert man sich um die optimale Vermarktung des Holzes (das beinhaltet meist auch den Einschlag). Abgesehen davon, dürfen Sie höchstwahrscheinlich keinen Kahlschlag durchführen. Dafür ist die Fläche zu groß. Die maximal mögliche Kahlschlagsfläche finden Sie im jeweiligen Landeswaldgesetz.

    @ Aufforsten: wenn Sie das Stück nicht „platt“ machen, sondern sinnvoll durchforsten, haben Sie auch das Thema Aufforstung vom Hals. Denn wenn Sie einen Fichtenwald licht stellen, kommt in wenigen Jahren die Naturverjüngung und nimmt Ihnen diesen Aufwand kostenlos ab.

    LG – der Wald-Prinz

  17. vielen lieben Dank für die hilfreiche Info

    LG Lena

  18. Hallo,
    Wir haben einen kleinen Fichtenwald von dem wir ein Stück durchforsten lassen wollen. Ist der Holzpreis gerade schlecht/gut oder eher falllend/steigend?

    Vielen Dank für eine Auskunft!

    Rike

  19. Hallo Rike,

    aktuell stagniert der Hokzpreis auf relativ hohem Niveau. Er war zwar schon höher, aber wenn Sie einen kleinen Wald haben, sollten Sie die Gelegenheit zur Durchforstung beim Schopf ergreifen und nicht so auf den Holzpreis schielen. Kleiner Tipp: Bei Fichte gibt es drei relevante Qualitäten:
    1. Abschnitte/Stammholz: Abschnitte (meist 4,10 m bzw. 5,10 m) gehen ins Sägewerk und bringen gutes Geld. Langholz bringt sogar noch etwas mehr, die Rückeschäden sind aber auch höher und u.U. erhalten Sie mehr Gewinn aus einem Baum, wenn er nicht als 20m-Stamm ausgehalten wird, sonden geschickt zu Abschnitten verarbeitet wird.
    2. Papierholz: mittleres Preissegment bei relativ hohen Anforderungen an die Qualität.
    3. FK/Platten-Holz: hier gilt eigentlich „linke Tasche, rechte Tasche“. Sie bekommen beim Verkauf in etwa das heraus, was Aufarbeiten und Rücken kostet.

    Fazit: Bei einer Durchforstung von Fichte liegt der Hebel weniger im Holzpreis als vielmehr darin, dass soviel wie irgendwie möglich als Abschnitte bzw. Langholz ausgehalten werden. Bei einem kleinen Waldstück gestaltet sich das bei einer Durchforstung allerdings schwierig, weil so geringe Mengen eines einzelnen Sortiments anfallen. Förster/Holzaufkäufer denken immer in LKW-Ladungen. Daher ist es besser, wenn der Nachbar/die Nachbarn mitmachen.

    LG – der Wald-Prinz

  20. benötige Orientierungsdaten für durchschnittliche Preise für Eichenstammholz sowie
    Brennholz ,Folgezustand nach Sturm Xavier 5.10. Für Ihre Mühe besten dank. Gert
    Fricke

  21. Hallo Wald-Prinz,

    unser Förster der FBG hat uns den Einschlag von Eichen empfohlen. Dabei handelt es sich um drei bis fünf Stück mit einem BHD von 49 – 53 cm. Diese sollen in einer Auktion verkauft werden. Ich bin mir jedoch unsicher, da der Preis für größere Durchmesser ja überproportional ansteigt. Also lieber noch etwas warten? Viele Grüße, Kaspar

  22. Hallo Kaspar,

    @ Wertholzsubmission Eiche: Mit etwas warten ist es da nicht getan. Zum Erreichen eines BHD von 50 cm benötigt eine Stiel- oder Traubeneiche ca. 130-150 Jahre. Bis Ihre Eichen im Durchmesser substanziell zulegen, sind wir alle schon organischer Dünger in irgendeinem Friedwald ;-)

    Ein weitere Aspekt: Eiche ist gerade extrem beliebt. Vor 10-15 Jahren war es die Kirsche. Die will grad niemand mehr haben. Was wollen wir damit sagen? Holz unterliegt gewissen Moden. Kann also gut sein, dass in 10 Jahren kein Mensch mehr Eichenholz haben will, weil dann Lärche total „in“ ist.

    Fazit: Ihr FBG-Förster scheint kein ganz so dummer Mann zu sein ;-)

    LG – der Wald-Prinz

  23. Hallo Wald Prinz,

    zunächst vielen Dank für Deine Antwort. Jetzt hat sich schon die nächste Frage eingestellt. Und zwar wurde bei mir Holz eingeschlagen durch die FBG. Auf der Rechnung steht nun für eine Menge von 27 FM Fichten Stammholz sowie 44 FM ein Preis von 78,20€bzw. 74,29€. Der Einschlag erfolgte im November. Die Preise liegen deutlich unter den im Internet veröffentlichten Preisen. Wie kann es sein, dass es zu so großen Abweichungen kommt? Ist es besser, die Preise selbst zu verhandeln und der FBG den Rücken zu kehren? VG, Kaspar. P. S. Die Eichen wurden gefällt. Dabei ist ein Stamm auf ganzer Länge leider gerissen. Habe ich so auch mich nicht gesehen.

  24. Hallo Kaspar,

    @ Abrechnung: gab es denn eine separate Rechnung für’s aufarbeiten (fällen & rücken) des Fichtenholzes? Wenn nein, ist das natürlich die Erklärung. Die Holzpreise beziehen sich auf Holz „frei Waldstraße“, also Holz, das an einem Platz gepoltert wurde, der von einem Holz-LKW anfahrbar ist. Je nach Art und Schwierigkeit der Aufarbeitung (motormanuell, Harvester, Steillage, Rückeentfernung etc.) muss man von den Preisen noch einmal rund 22-26 € abziehen.

    @ Preise selbst verhandeln: Da wird sich das Sägewerk bzw. der Einschlagunternehmer aber freuen, wenn Sie mit Ihren 71 fm ankommen und in die harten Preisverhandlungen einsteigen ;-) Sorry, aber das sind alles Jungs, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Im besten Fall wimmeln die Sie ab. Sie unterschätzen, wie komplex das Holzgeschäft dann doch ist und wieviel Möglichkeiten Profis haben, Forstlaien über den Tisch zu ziehen. Was wollen Sie denn z.B. machen, wenn das Holz abgefahren wurde, bevor die Holzaufnahme (wieviel Stäme, wieviele rm/fm je Qualität) passiert ist? Da machen Sie gar nix. Oder wenn man Ihnen erklärt, dass das zum großen Teil minderwertiges FK-Holz war. Oder Sie bekommen brutale Abschläge wegen Mindermengen. Oder, oder, oder… Wir selst würden einen Teufel tun und unser eigenes Holz selbst vermarkten. Lassen Sie das die FBG machen! Die sind wenigstens halbwegs auf Augenhöhe mit den Jungs.

    LG – der Wald-Prinz

  25. Hallo Wald-Prinz,
    wie hoch ist der Preis für einen Festmeter Weymouthskiefer? Mir wurde eine Weymouthskiefer angeboten, 19 m lang, 45 cm Mitteldurchmesser, Meßzahl 70. Ist für dieses Holz der Güte C der Preis 80 € pro Festmeter zu hoch?

  26. Hallo Wald-Prinz,

    bin etwas über Ihre/Deine Antwort zur Frage von Thomas verwundert.

    Thomas
    23/08/2016 • 21:25 schrieb u.a.

    möchte in meinem Wald einige Fichten zum Selberfällen verkaufen. Die Fichten haben so ca. einen Umfang von 100cm.

    Hierzu antworteten Sie/Du u.a.

    Wenn der Förster Ihnen nicht weiterhilft, können Sie sich nach einem Besitzer eines mobilen Sägewerks umschauen. Die machen so etwas oft im Nebengewerbe und sind eher an Kleinmengen interessiert.

    @ Versicherung: da müssen Sie gar nichts beachten. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen in den Wald gehen, kommt im Schadensfall die SVLFG dafür auf (Sie zahlen doch Beiträge?). Waldarbeiter sind über das Unternehmen versichert.

    ————–

    Meinen mir vorliegenden Information zur Folge (erhalten u.a. v. einem Revierförster LNRW) verhält es sich etwas anders, dem Waldeigentümer obliegt die Pflicht, beim Verkauf an Selbstwerber sich über das Vorhandensein der entsprechenden Motorsägenscheine Kl. 1 u. 2 oder entsprechenden anderen Qualifikationen (z.B. Ausbildung zum Forstwirt) zu informieren.

    Versäumt der Waldbesitzer dieses und es kommt zu einem Unfall, dann kann er evtl. regresspflichtig werden.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, vielen lieben Dank für diese schöne Seite.

    Gruß
    Waldfrosch ;)

  27. Hallo Waldfrosch,

    @ SVLFG: natürlich haben wir beide Recht. Sie und Ihre Angehörigen/Freunde sind über die SVLFG (mit)versichert. Von Selbstwerbern haben wir nie gesprochen. Ein Selbstwerber ist i.d.R. an Brennholz interessiert und da haben Sie Recht, man sollte sich vergewissern, dass u.a. ein Motorsägenschein vorliegt. Wenn jemand en mobiles Sägewerk besitzt, dann mancht er das so gut wie immer gewerblich. Wenn Sie also die Stämme zum Einsägen zu ihm hinbringen, sind Sie versichert. Wenn er noch vor Ort in Ihrem Wald schneidet, sollte er selbst versichert sein.

    LG – der Wald-Prinz

  28. Hallo Waldprinz,

    leider hat Friederike in unserem Bestand zahlreiche Bäume (200 FM) umgeworfen, so dass ich mich jetzt mit dem Thema „Kalamitätsschaden“ beschäftigen muss. Wäre es nicht interessant, dieses Thema auf Deinem Blog zu behandeln?

    Viele Grüße

    Kaspar

  29. Hallo Wald Prinz. Super informativ deine Webseite. Nur wenn Du jedem Laien sagst da brauchst Du viel Vertrauen, tja…

    Ich bin auch Laie, lasse am Montag 3860m2 abholzen nach wochenlangen Verhandlungen über meine Waldumwandlung (kann ein Lied singen über die Flächenagentur die die Flächen vermittelt, das soll eine Börse sein, bei jedem Anbieter war irgendwas dann doch nicht gut).

    Jetzt bin ich völlig dem Förster ‚ausgeliefert‘ und dem Forstunternehmen. Gemäss der Oberforstdirektion kann ich auf meinem 50 Jahre alten Mischwald rund 100 Festmeter ernten, die Truppe hat angeblich 2 Tage mit 4 Mann mit allem drum und dran, nehmen dann aber alles mit, Äste usw. ich rechne mit rund 2k Euro Kosten und rund 8k einnehmen, doch was mach ich wenn das forstunternehmen sagt die waren alle faul und bringen 2k Euro? Ausgeliefert? Beweise? Soll ich vor Ort sein und Fotos machen? Ich will denen nicht dreinreden, aber mich auch nicht komplett über den Tisch ziehen lassen…. Danke dir und Gruss, Dani

  30. Hallo Waldprinz,
    wir möchte gerne in den Alpen ein Holzhaus bauen (ein Holzblockhaus).

    Welches Holz würdest du empfehlen (Fichte, Lerchenholz, Kiefer)?

    Worauf müssen wie achten?
    Danke und liebe Grüße
    Ilse

  31. Hallo Dani,

    @ „Förster ausgeliefert“: Yap. So sieht es aus. Aber irgendjemand müssen Sie als Laie vertrauen. Und da ist ein verbeamteter Förster sicher keine schlechte Wahl. Im Normalfall läuft es übrgens in der Tat so ab, wie Sie das schildern. Vorher stehen die Preise für die diversen Sortimente schon fest. Wieviel von welcher Qualität dabei tatsächlich rum kommt, wissen Sie erst, wenn die Stämme nach Sortimenten sortiert aufgepoltert wurden. Aber jetzt kommt es: Abgefahren werden darf das Holz i.d.R. erst dann, wenn der Förster die sog. Holzaufnahme gemacht hat. Wenn er also persönlich die Festmeter (qualitativ höherwertiges Holz, das in das Sägewerk wandert) bzw. die Raummeter (für Paierholz, Brennholz, Palettenholz etc.) aufgenommen und in eine Liste eingetragen hat. Er ist übrigens derjenige, der die div. Infos auf die Polter sprüht. Niemand sonst!

    @ Fotos: wir machen sicherheitshalber immer Fotos von unseren Holzpoltern bzw. den Infos darauf. Gebraucht haben wr die aber noch nie. Allerdings sind die drei Förster, mit denen wir regelmäßig zu tun haben auch Vollprofis. Genau solche Kaliber benötigen Sie auch, denn die Holzaufkäufer bzw. Forstunternehmer haben in der Tat so manche Tricks drauf…

    LG – der Wald-Prinz

  32. Liebe Ilse,

    @ Holzblockhaus: Für ein Blockhaus werden ja möglichst gerade Stämme benötigt, da die einzelnen Stämme ja mit möglichst geringen Zwischenräumen aufeinander liegen sollen. Kiefern und Lärchen wachsen i.d.R. nicht ganz so gerade. Zudem dürfte die Fichte im Alpenraum am besten bzw. in der benötigten Qualität am günstigsten verfügbar sein.

    LG – der Wald-Prinz

  33. Hallo Waldprinz,
    haben einen geraden Eichenstamm von über 14m Länge (6/85, 7/75), Mittendurchmesser von 83 cm und ca.7-8 fm. Welchen Preis könnte ich verlangen?

    Worauf muß ich beim Verkauf achten?

    Viele Grüße
    Günter

  34. Hallo Günter,

    @ 7-8 fm: das kann nicht ganz stimmen. Die Festmeter werden ja nach der Volumenformel berechnet (Π / 4 * D²) * L) mit D = Mittendurchmesser in Metern und L = Länge in Metern. Wir kommen so auf 4,33 fm.

    Multipliziert man die 4,3 fm mit den aktuellen Preisen für Echenstammholz (s.o.) der Stärkenklasse 6 und Güteklasse B lägen wir bei 1.650 – 1.950 € für den Stamm. Bei der Güteklasse C wären es aber „nur“ 630 – 735 €.

    @ Worauf muss man beim Verkauf achten?: Wir würden den Verkauf von Holz immer über den Förster bzw. den jeweiligen Waldbauverein laufen lassen. Wenn der Stamm wirklich klasse ist, kann man auch über eine Vermarktung im Rahmen einer Wertholzsubmission nachdenken. Die sind aber größtenteils jetzt (Ende Februar) alle schon vorbei.

    LG – der Wald-Prinz

  35. Hallo zusammen,
    meine Frage wäre, unser Nachbar hat uns einige Bäume entfernen lassen von seinem Stück Wald, die nicht den Top Zustand hatten (Käferbefall, etc.), die Arbeit wurde von uns durchgeführt ohne seine Hilfe, am Schluss ging es um die Preisfrage, da wir das Holz gern behalten würden zum Heizen, unser Nachbar verlangt pro Baumster 30-35 Euro, ist das ein fairer Preis oder würde sich der Preis bei 15-20 Euro befinden, da er ja auch keine Arbeit damit hatte?
    Um eine Antwort wäre ich sehr dankbar!

    Grüße
    Nicole

  36. Hallo Nicole,

    @ Preis Baumster: Wir denken mal, Sie meinen einen Ster Meterscheite der Baumart Fichte (Käferbefall?!). Dann würde ein Ster (=Raummeter mt Luft) bestenfalls 0,6 fm Holz (ohne Luft) bedeuten. Dann läge der Preis je fm umgerechnet bei 46-53 €. Für Fällen/Rücken (=Aufarbeiten) rechnet man mit ca. 23-27 €. Damit ist der Preis des Nachbarn nicht ganz aus der Welt, wenn es sich um Holz der Qualität B/C gehandelt hat. Um die Sache noch besser bewerten zu können, müsste man die Stammdurchmesser, der Anteil der Stämme mit Käferbefall, das Alter des Käferbefalls etc. wissen. Das mögen Sie jetzt bitte nicht als Aufforderung verstehen ;-)

    Andereseits wird Buchenbrennholz als Stammhiolz um die 50 €/fm gehandelt. Da liegt es schon gerückt und abfahrbereit am Weg.

    Fazit: aus Sicht Ihres Nachbarn handelt es sich nicht um Brennholz, sondern um Stammholz, was sich recht guzt verkaufen läßt. Aus Ihrer Sicht ist es Brennholz, das Sie selbst gefällt und aufgearbeuitet haben. Reden Sie mit dem Nachbarn und einigen Sie sich auf einen Preis mit dem beide leben können. Oder wollen Sie wegen 30 € rauf oder runter ein schlechtes Nachbarschaftsverhältnis?

    LG – der Wald-Prinz

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