Holzpreise und Holzpreisentwicklung Fichte

Holzstapel maschinell aufgearbeiteter Fichten-Abschnitte – Bild: Wald-Prinz.de

Achtung: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Das letzte Mal am 26.08.2021.

Landesbetriebe veröffentlichen Holzpreise

ZMP berichtet keine Holzpreise mehr: Für die Erfassung und das Berichtswesen rund um Holzpreise war früher die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP) zuständig. Nachdem aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts die Hauptsäule der ZMP-Finanzierung wegbrach, wurde am 30. April 2009 die Geschäftstätigkeit der ZMP GmbH eingestellt.

Wald und Holz NRW

Verträge der Landesforsten mit Richtwert-Charakter: Die Landesforsten bzw. Landesbetriebe verhandeln mit den Holzaufkäufern mindestens quartalsweise neue Holzpreise. Bei dem über die Landesbeztriebe vermarkteten Rohholz handelt es sich um Holz aus dem Privat-, Kommunal- und Staatswald, sofern es über den Landesbetrieb verkauft bzw. vermittelt wurde. Beispiel „Landesbetrieb Wald und Holz NRW“: der Landesbetrieb bewirtschaftet den landeseigenen Wald Nordrhein-Westfalens und betreut den Wald privater oder kommunaler Waldeigentümer. Somit besitzten die veröffentlichten Holzpreise durchaus Richtwert-Charakter.

Landesforsten RLP

Eine ebenfalls solide Quelle  für den Holzpreis ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie die Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Die Holzpreisentwicklung im 1. Quartal 2021

Zum Verständnis der Wald-Prinz-Grafik „Holzpreisentwicklung Fichte“: Die mengenmäßig wichtigsten Holz-Sortimente sind i.d.R. die folgenden Fichten-Sortimente:

  • L1 B 2a: Langholz 6-20m (L1), Güteklasse B (normale Qualität), Stärkeklasse 2a (20-24 cm Mittendurchmesser o.R.)
  • L1 B 2b: Langholz 6-20m (L1), Güteklasse B (normale Qualität), Stärkeklasse 2b (25-29 cm)

Sturm & Dürre => Katastrophe: bereits im Januar 2018 haben die Orkane Burglind und Friederike mit den Schwerpunktregionen südliches Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zu einem Überangebot an Fichtenholz geführt. Es folgte die extreme Dürre im Sommer 2018, die den Fichtenbeständen weiter zusetzte. Die bis Ende Oktober anhaltende Wärme hat dazu geführt dass sich drei Generationen von Buchdruckern („Borkenkäfer“ ist nur der Sammelbegriff für verschiedene Arten von Rindenbrütern) entwickeln konnten. Und es ging immer weiter. Nach dem Sturmholz drängen seither deutschlandweit große Mengen an Käferholz auf den Markt. Durch den milden Winter 2018/19 hat der Borkenkäfer im Frühjahr 2019 wieder losgelegt und im Spätsommer 2019 seinen Höhepunkt gefunden. Der Winterorkan „Sabine“ hat Anfang Februar 2020 vielen der stark geschwächten Fichtenbestände erneut zugesetzt. So traurig es ist. In vielen Regionen Deutschlands wird es wohl heissen: Adieu Fichte!

2021 aus Sicht der Waldbesitzer bisher positiv: Alle klagen über den Sommer 2021, die Waldbesitzer nicht. Erst Anfang Juni schwärmte der Käfer das erste Mal. Durch die konstant gute Wasserversorgung haben Fichten und Buchen wieder Kraft getankt und können sich den Angriffen durch Schädlinge deutlich besser, als in den Vorjahren erwehren.

Während der Corona-bedingten Schließungen sank die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 16%. Inzwischen laufen die Sägewerke wieder unter Volllast.

Einschlagbeschränkung läuft aus: Der Bundesrat hat am 26.3.2021 das sog „Forstschäden-Ausgleichsgesetz“ gebilligt. Weil die großen Schadholzmengen der letzten Jahre den Holzmarkt erheblich gestört haben, beschränkte das Bundeslandwirtschaftsministerium den Fichtenholz-Einschlag vom 1.10.2020 bis zum 30.09.2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 bis 2017. Die Einschlagsbeschränkung galt rückwirkend. Somit wurden die damit verbundenen steuerlichen Vergünstigungen ab diesem Zeitpunkt wirksam.

Frischholzeinschlag läuft wieder an: Durch das Überangebot an Kalamitätsholz wurde wenig Fichtenholz eingeschlagen. Der Staatswald hatte noch in 2020 einen Einschlagstopp. Wenn im Privatwald frische Fichte geschlagen wurde, konnte man aber bereits Ende 2020 verzeichnen, dass die Preise wieder anzogen. Inzwischen wird wieder in moderatem Maße Fichten-Frischholz eingeschlagen.

Frei Waldstraße: Die u.a. Holzpreise beziehen sich auf Rundholz, das unentrindet, gerückt frei Waldstraße verkauft wurde. Von den angegebenen Holzpreisen muss der Waldbesitzer gedanklich also noch die Erntekosten abziehen (Einschlag + Rücken).

Festmeter: Die Holzpreise werden in Euro je Festmeter (€/Fm) ohne Rinde (o.R.) angegeben.

Wichtig: die in der u.a. Grafik dokumentierten Holzpreise beziehen sich auf gesundes Holz. Käferholz wird mit einem Abschlag (s.u.) belegt.

Holzpreisentwicklung der Leitsortimente Fichte (Stammholz, gerückt ab Waldweg); Datenquelle bis 2012 Landesbetrieb Wald und Holz NRW, ab 2012 Landesforsten RLP – Grafik: Wald-Prinz.de

Lichtblick am Ertragshimmel: Die durchschnittlichen Aufarbeitungs- und Rückekosten bei der Nadelstammholzernte liegen inzwischen bei rund 25-28 EUR/fm (Harvester bzw- motormanuelle Truppe). Nach der in den letzten Jahren desaströsen Ertragssituation bei Käferholz, bei denen die Waldbesitzer ihre wertvollsten Stämme quasi verschenkt haben, kann man bei den Fichten-Leitsortimenten wieder mit eine Rohmarge von rund 50-60 €/fm rechnen. Von den meisten Privatwaldbesitzern muss aus dieser Rohmarge noch die Unterstützung des Forstamtes und der Holzvermarkter (meist die Waldbauvereine) gezahlt werden.

Preis Käferholz: Aktuell werden je nach Region, Stärke und Holzqualität für frisches Käferholz (noch anhaftende Rinde) Preise von 80-95 € gezahlt. Restmengen aus Altverträgen werden für 55-65 € gehandelt. Grundsätzlich bewegen sich die Käferholzpreise in 2021 jedoch in deutlich größeren Schwankungsbreiten als in früheren Jahren.

Käferbefall weiter im Auge behalten! Der Privatwaldbesitzer sollte auch weiterhin möglichst häufig durch seine Fichtenbestände gehen und diese auf Käferbefall kontrollieren. Ist der Baum in der Krone schon vollständig braun und die Rinde hat sich bereits in weiten Teilen abgelöst, besteht kein (!) akuter Handlungsbedarf (mehr). Denn diese Fichten wurden vom Käfer längst verlassen. Sie mit Priorität zu schlagen würde die zur Verfügung stehenden Aufarbeitungskapazitäten sinnlos belasten. Der Fokus muss auf den frisch befallenen Bäumen liegen. Denn wenn eine Fichte im Kronenbereich frisch befallen ist, kann der untere wertvolle Stammabschnitt noch Frischholzqualität aufweisen und mit etwas Glück zu den angegeben Preisen abgesetzt werden. Zudem unterbricht man so die Kette der Fortpflanzungszyklen. Regelmäßig kontrollieren – schnell und entschlossen handeln!

Douglasie/Lärche: Wer Douglasien oder Lärchen in seinen Beständen hat, kann sich freuen. Der Preis für Stammholz der Stärke 2b+ lag bei der Douglasie zuletzt bei 100,00 €. Für Lärche wurde 80 €/fm gezahlt (B/C-Qualität, Langholz, 2b+). Die Kosten für die Aufarbeitung sind bei Douglasie und Fichte i.w. gleich.

Tabelle Holzpreise: Langholz und Industrieholz Fichte / Douglasie / Kiefer

Nadel-Langholz: In Rheinland-Pfalz wurden bei Fichte, Douglasie und Kiefer folgende Durchschnittspreise für Stammholz-Lang der Güteklasse B/C vereinbart:

Stärke-
klasse
Mitten-
durchmesser
Fichtenlangholz
Güteklasse B
Douglasienlangholz
Güteklasse B
Kieferstammholz
Güteklasse B/C
1b110 - 14 cmn.v.n.v.n.v.
1b215 - 19 cm75,00-78,00 €83,00-88,00 €n.v.
2a20 - 24 cm86,00-89,00 €94,00-100,00 €n.v.
2b25 - 29 cm100,00€102,00-107,00 €65,00-75,00 €
3a30 - 34 cm100,00€102,00-107,00 €65,00-75,00 €
3b35 - 39 cm100,00€102,00-107,00 €65,00-75,00 €
440 - 49 cm100,00€96,00-104,00 €65,00-75,00 €
So sieht Fichten Stammholz-Lang der Güteklasse B/C aus. Wenn möglich werden die Stämme auf 20 Meter Länge geschnitten, länger ist auf deutschen Straßen nicht erlaubt – Bild: Wald-Prinz.de
Damit der Waldbesitzer einmal ein Gefühl für den Wert jedes einzelnen Stammes bekommt, haben wir den Verkaufspreis der einzelnen Stämme eingefügt (Langholz Fichte B/C); von diesen Preisen gehen die Kosten für Auszeige, Fällen, Rücken, Holzaufnahme, Holzvermarktung und Skonto ab – Bild: Wald-Prinz

Abschnitte: Abschnitte der Güteklasse B/C (sog. „Mischqualität“) werden zu Preisen verkauft, die 3,00-5,00 € unter den Fichtenlangholz-Preisen der Güteklasse B liegen.

Fichten-Abschnitte werden meist auf 4,10 oder 5,10 m ausgehalten und wie Stammholz einzeln erfasst, daher wird hier das Raummaß „Festmeter“ verwendet – Bild: Wald-Prinz.de
Wer die Augen offen hält, findet seine Fichtenabschnitte z.B. im Schachtbau wieder. Auf den Stirnseiten kann man sogar noch die Zählpunkte des Försters erkennen – Bild: Wald-Prinz.de

Industrieholz: Der Markt für Industrieholz ist angesichtes der großen Mengen an Käferholz vom Volumen her stark zurück gegangen. Das macht sich auch bei den Preisen bemerkbar:

QualitätPreis
Nadelindustrieholz IS FK
(fehlerhaft, krank, rotfaul)
15,00 €/Rm
Papierholz IS N
(gesund, fehlerfrei, 2-3 m Länge)
29,00-31,50 €/Rm
Industrieholz: Beim vorderen Stapel wurde FK-Holz aufgepoltert. Gut zu erkennen an den vollkommen unterschiedlichen Durchmessern und den Faulstellen. Der hintere Stapel besteht aus wertvollerem Papierholz. Beide Sortimente werden nach Raummeter abgerechnet, da die Stämme nicht einzeln erfasst werden – Bild: Wald-Prinz.de

Tabelle Holzpreise: Langholz Buche / Eiche

Buchenstammholz: Der Markt für Buchenstammholz ist angestiegen. Bei der „Buche B/C Export“ handelt es sich um die sog. Containerware, die auf die Länge eines Seecontainers geschnitten wird und dann in den Export geht.

Eichenstammholz: Das Stammholz der Eiche ist sehr gesucht. Das schlägt sich in leicht erhöhten Preisen für Eichenstammholz nieder:

Stärke-
klasse
Mitten-
durchmesser
Buchenstammholz
Güteklasse B/C
für den Export
Buchenschneide-holz
Güteklasse B
Eichenstammholz
Güteklasse B
Eichenstammholz
Güteklasse C
2b25 - 29 cmn.v.n.v.n.v.n.v.
3a30 - 34 cmn.v.n.v.150-180 €115-120 €
3b35 - 39 cm70-88 €73-75 €210-230 €122-135 €
440 - 49 cm100-108 €105-120 €310-365 €154-175 €
550 - 59 cm100-108 €120-135 €470-500 €190-200 €
660 cm und mehr100-120 €130-145 €520-550 €195-215 €

Brennholzpreise Buche / Eiche

Verwechslungsgefahr: Wald-Prinz.de richtet sich an den privaten Waldbesitzer, nicht an den privaten Endkunden von Kaminholz. Der Preis für Brennholz entspricht also dem Preis von ganzen Stämmen in Brennholzqualität, die ungespalten an der Waldstraße liegen. Diese „Brennholz lang ab Waldstraße“ kann meist bei den unteren Forstbehörden (Forstamt) oder bei (größeren) privaten Waldbesitzern erworben werden. Brennholz lang wird an gut befahrbaren Wegen gelagert. Private Käufer haben dann die Möglichkeit das Holz direkt im Wald am Weg aufzuarbeiten. Sie können sich das Holz auch nach Hause transportieren und daheim aufarbeiten. Da Sie bei dieser Art der Brennholzgewinnung einiges an eigener Arbeit einbringen, ist der Preis deutlich günstiger als für ofenfertiges Brennholz vom Händler

Brennholzpreise: Buchenbrennholz wird in Rheinland-Pfalz derzeit zwischen 45-53 €/fm gehandelt. Eichenbrennholz erzielt Preise zwischen 38-46 €/fm liegen.

Hintergrundwissen Holz-Sortierung / Holz-Sortimente

Als Sortierung bezeichnet man die Einteilung eines Baumes in vordefinierte, marktfähige Sortimente. Die Handelsklassensortierung für Rohholz (HKS) erlaubt die Sortierung des Holzes nach dem Durchmesser (Stärkesortierung), nach der Güte (Gütesortierung) und nach dem Verwendungszweck.

Stammholz: Langholz (L) wird das nach Länge, Mittelstärke und Güteklassen sortiert.

Baumlang vs. Abschnitte: Je nach Länge des Stammholzes werden zwei Sorten unterschieden:

  • Baumlang (L1): Stammholz, das nach dem Abzopfen und ggfls. Gesundschneiden in Baumlängen ausgehalten wird
  • Abschnitte (L2): Stammholz, das zu Standardlängen eingeschnitten wird

Güteklassen: Ein fehlerloser Stamm ist deutlich mehr wert, als ein Stamm mit vielen Ästen oder Faulstellen. Daher wird Rohholz zusätzlich noch nach Güteklassen sortiert.

Aus der Kombination von Längen- und Güteklasse-Sortierung ergibt sich:

  • L1;B = Langholz; normale Qualität
  • L1;C = Langholz; noch gewerblich nutzbar
  • L2;B = Abschnitte; normale Qualität
  • L2;C = Abschnitte; noch gewerblich nutzbar
  • L2;Cgw = Abschnitte; geringwertig

Bei Industrieholz erfolgt die Sortierung nach dem Verwendungszweck.

  • IL 1 N = Industrieholz; Langholz; normale Qualität
  • IL 1 N/K = Industrieholz; Langholz; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)
  • IL 2 N = Industrieholz; Abschnitte; normale Qualität
  • IL 2 N/K =Industrieholz; Abschnitte; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)
  • IS N = Industrieschichtholz; normale Qualität („Papierholz“, gesund, frisch, fehlerfrei)
  • IS N/K = Industrieschichtholz; Mischgüte (normales und fehlerhaftes/krankes Holz)

Raummeter: Bei Industrieschichtholz ist zu beachten, dass die die Abrechnung des Holzpreises nicht nach Festmetern (m³/f bzw. Fm) sondern nach Raummetern (m³/r bzw. Rm) erfolgt.