Spaltkeile / Fällkeile / Scheitkeile / Schnittkeile

Drehspaltkeil aus Stahl - Bild: Fiskars

Bei Keilen in der Forstwirtschaft wird nach dem Einsatzzweck in Fällkeile/Schnittkeile und Spaltkeile unterschieden. Die Mehrzahl der Keile sind sowohl für das Fällen von Starkholz als auch zum Spalten von Brennholz geeignet. Allerdings gibt es für beide Anwendungen auch Spezialkeile.

Der Fällkeil – eine Sache für Profis

Die Arbeit mit Fällkeilen erfordert viel Erfahrung bzw. eine fundierte Ausbildung. Laien sollten diese Arbeit insbesondere im Starkholzbereich unbedingt den Profis überlassen!

Grundsätzlich werden Fällkeile so eingesetzt, dass der Fällschnitt offen bleibt. Der Fällkeil verhindert, dass das Gewicht des Baumes auf die Motorsäge drückt und diese einklemmt. Zudem führt der Fällkeil den Stamm mit jedem Schlag weiter in Fällrichtung. Der Baum wird nicht umgesägt, sondern „umgekeilt“. Dazu ist der Keil möglichst früh einzusetzen. Danach abwechselnd keilen und schneiden bis die richtige Bruchleistenbreite erreicht ist.

Während der Keilarbeit ist die Kronenbewegung des Baumes genau zu beobachten. So ist nicht nur der Zeitpunkt zu erkennen, wenn der Baum Übergewicht bekommt. Insbesondere bei Laubbäumen kommt es oft vor, dass sich beim Eintreiben des Fällkeils trockene/lose Äste lösen und herunterfallen.

Werden mehrere Fällkeile gesetzt, sind die Keile abwechselnd einzutreiben, damit sie gleichmäßig wirken.

Der Spaltkeil – macht alles zu Kleinholz

Mit einem Spaltkeil lässt sich in Verbindung mit einem Spalthammer erstaunlich effizient Brennholz spalten. Meterstücke Buche z.B. zerfallen mit wenigen Schlägen in handliche, leicht zu transportierende und schnelltrocknende Scheite. Spaltkeile sind daran zu erkennen, dass sie eine vergleichsweise scharfe Spitze/Schneide besitzen, mit der sie leicht anzusetzen sind. Bei Fällkeilen, die im Fällschnitt angesetzt werden, ist diese scharfe Schneide nicht notwendig.
Wenn ein Keil zum Spalten von Brennholz eingesetzt wird, ist zwar weniger die Gefahr gegeben, dass er mit der Sägekette in Kontakt kommt. Dennoch sollte man auch bei Spaltkeilen auf Aluminium setzen. Der Keil wird meist mit einem Spalthammer eingetrieben. Trifft der Stahl des Spalthammers auf den Stahl des Keils, kann es zu Absplitterungen kommen. Wer dennoch einen Stahlkeil zum Spalten einsetzen möchte, kann entweder einen Stahlkeil mit Kunststoffschlagfläche (Fiskars) oder einen Spalthammer mit Kunststoffeinsatz (Simplex) verwenden.

Der Drehspaltkeil – noch effizienter

Eine Sonderform sind Drehspaltkeile. Sie werden zum effizienten Spalten von Brennholz eingesetzt. Durch die 45°-90°-Verdrehung des Spaltkeils verbreitert sich der Keilwinkel beim Einschlagen, dadurch erhöht sich die Spaltwirkung. Günstige Drehspaltkeile sind aus Stahl gefertigt, teurere aus Duralaluminium. Das finnische Unternehmen Fiskars produziert seine Drehspaltkeile zwar aus Stahl, rundet aber zum Schutz vor Absplitterung entweder die Schlagfläche ab, oder kombiniert eine Kunststoffschlagfläche mit einem Stahlkeil.

Aluminium, Stahl oder Kunststoff?

Aluminiumkeile: Fällkeile sollten grundsätzlich aus einem anderen Material als Stahl gefertigt sein (§5 (3) Unfallverhütungsvorschrift Forsten: „Versicherte dürfen bei Arbeiten mit Motorsägen Eisenkeile nicht verwenden“). Trifft Sägeketten-Stahl auf Keil-Stahl ist nicht nur die Sägekette stumpf, sondern es fliegen auch Splitter oder Kettenteile. Stahlkeile verursachen bei Kontakt mit der Sägekette heftige Rückschläge und Kettenrisse. Soll Säge und Keil im gleichen Fällschnitt eingesetzt werden, erfordert die Sicherheit entweder Kunststoff- oder Aluminiumkeile.

Sicherheitskeile aus extrem schlagfestem, geschmiedetem Aluminium splittern nicht, sind keine Gefahr für Kettensägen und sind neben geringem Gewicht auch noch vor Korrosion geschützt.


Kunststoffkeile: Keile aus Kunststoff, meist hochfestem Polyamid, sind derzeit noch nicht so verbreitet wie Keile aus Aluminium oder Stahl. Am ehesten gebräuchlich sind Kunststoffkeile als Fällkeile. Die Vorteile der Kunststoffkeile sind nicht von der Hand zu weisen: die leichten Keile können bequem in einem Arbeitsgürtel mitgeführt werden, sind so stets griffbereit und gehen auch nicht verloren. Auch Korrosion ist bei diesem Material natürlich kein Thema. Zudem sind Kunststoffkeile sehr günstig. Zum Preis eines einzigen Alukeiles erhält man einen 3er Satz Kunststoffkeile in verschiedenen Größen.

Eine Innovation sind Robalonkeile aus ultrahochmolekularem Polyethylen (PE-UHMW). Sie sind extrem schlagzäh, besitzen einen sehr guten Vortrieb und setzen die Schlagenergie fast vollständig um.

Stahlkeile: Traditionell werden Spaltkeile aus massivem Stahl gefertigt. Dabei ist zu beachten, dass das Treiben von Stahlkeilen mit einem Stahlhammer wegen der Gefahr herumfliegender Stahlteilchen, die vom Keil abspringen, zu unterlassen ist. Wenn Stahlkeile verwendet werden, dann ist ein (Spalt-)Hammer mit Kunststoffeinsatz zu verwenden.
Der Hauptvorteil von Stahlkeilen ist ihr Preis. Wer zum Verlieren seiner Keile neigt, fährt mit den günstigen Stahlkeilen u.U. besser. Ansonsten stört insbesondere ihr hohes Gewicht von meist 2,0-3,0 kg je Keil.

Wichtige Produktmerkmale

Nuten/Profilierung: In die Keile eingebrachte Längsnuten dienen einer besseren Führung des Keils und verringern ein enig den Widerstand. Durch Schuppen oder Quernuten profilierte Keiloberflächen verhindern das Herausspringen des Keils z.B. aus dem Sägeschnitt. Die Gefahr des Zurückspringens besteht insbesondere bei gefrorenem Holz.

Signalfarbe: Spaltkeile und Sägekeile sind prädestiniert dazu, im Wald verloren zu gehen. Wer nicht laufend neue Keile kaufen möchte, sollte dringend auf eine Signalfarben-Lackierung achten. Leider sind insbesondere die Alukeile meist nicht lackiert bzw. eingefärbt und gehen daher oft verloren. Das ist besonders ärgerlich, weil diese Keile die teuersten sind. Wer auf den coolen Alu-Look verzichten kann, sollte den Keil nachträglich mit einer Signalfarbe aus der Spraydose lackieren. Schöner wird der Keil dadurch nicht, aber der schönste Keil nützt nichts, wenn er im Laub des Waldes verschwindet.

FPA-Anerkennung / KWF-Siegel: Fäll- und Spaltkeile mit FPA-Anerkennung kann man getrost kaufen. Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) führt FPA-Prüfungen (FPA = Forsttechnischer Prüfungsausschuss) zur Ermittlung der forstlichen Brauchbarkeit von Forstwerkzeugen durch. Das FPA bzw. KWF-Zeichen bietet dem Käufer die Gewähr, dass die Keile einem ausgiebigen Gebrauchstest unterzogen worden sind und für den harten Einsatz im Forst auch wirklich brauchbar sind.

Forsttechnische Arbeitsmittel, die das KWF umfassend geprüft hat, werden mit dem Prüfzeichen €œKWF-Gebrauchswert€ ausgezeichnet. Sie entsprechen allen Anforderungen nach dem Stand der Technik. Dazu gehören Wirtschaftlichkeit und die Standards der Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltverträglichkeit.

Bekannte Keil-Hersteller

Ochsenkopf by Gedore

Ochsenkopf ist die Premium-Marke des Traditionswerkzeugherstellers Gedore. Die Produktpalette an Aluminium-Sicherheitskeilen reicht vom Massivkeil über Alu-Hohlkeile bis hin zum Drehspaltkeil.

Ochsenkopf Alukeile - Bild: Gedore

Alumassivkeile OX 42: Geschmiedeter Sicherheitskeil, aus hochwertigem Aluminium. Spitzwinklig gravierte Nuten auf der Vorderseite und doppelte Längsnuten auf der Rückseite verhindern ein Zurückspringen des Keiles. Auch speziell geeignet für gefrorenes Holz. Äußerst stabil und besonders leicht

  • OX 42-0550: Breite 45 mm, Gewicht 550 g, Länge 215 mm, Hub 35 mm
  • OX 42-0850: Breite 55 mm, Gewicht 850 g, Länge 265 mm, Hub 35 mm
  • OX 42-1050: Breite 60 mm, Gewicht 1050 g, Länge 260 mm, Hub 40 mm

Alu Motorsägen-Schnitt- und Fällkeil OX 43: Geschmiedeter Sicherheitskeil aus Aluminium. Speziell geeignet bei Arbeiten mit der Motorsäge.

  • OX 43-0510: Breite 100 mm, Gewicht 510 g, Länge 140 mm

Alu-Hohlkeil OX 44 – OX 45: Ochsenkopf Alu-Hohlkeile werden aus hochwertigem Aluminium geschmiedet. Sie sind zum Fällen und Spalten geeignet. Bei der gerippten Ausführung verhindern spitzwinklig gravierte Nuten auf der Vorderseite und doppelte Längsnuten auf der Rückseite ein Zurückspringen des Keiles. Dadurch sind diese Keile besonders geeignet für hartes und gefrorenes Holz. Bei der glatten Ausführung sind Vorder- und Rückseite mit doppelten Längsrippen versehen. Beide Versionen sind mit einem auswechselbarem Holzeinsatz und einem Aluminium-Ring oder dem verschleißarmen und witterungsbeständigem Kunststoffeinsatz erhältlich. Der Einsatz verlängert die Keilwirkung und ermöglicht eine größere Spreiz- und Spaltwirkung.

  • OX 44-5000: Alu-Hohlkeil einzeln, gerippte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 650 g, Länge 190 mm
  • OX 45-5650: Alu-Hohlkeil komplett (Alu-Hohlkeil, Holzeinsatz, Alu-Ring), gerippte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 1.090 g, Länge 360 mm, Hub 58 mm
  • OX 49-0000: Kunststoffeinsatz, kann anstatt des Holzeinsatzes verwendet werden, 460 g
  • OX 47-0000: Aluminium-Ring (Ersatzteil), verhindert beim Holzeinsatz das Absplittern des Eschenholzes beim Eintreiben, 80 g
  • OX 44-0000: Alu-Hohlkeil einzeln, glatte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 500 g, Länge 170 mm
  • OX 45-0650: Alu-Hohlkeil komplett (Alu-Hohlkeil, Holzeinsatz, Alu-Ring), glatte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 940 g, Länge 360 mm, Hub 58 mm

Alu-Drehspaltkeil OX 48: Geschmiedeter Sicherheitsspaltkeil aus hochwertigem Aluminium. Besonders hohe Spaltwirkung durch 45° gedrehte Form. Spitzwinklig gravierte Nuten verhindern ein Zurückspringen – auch in gefrorenem Holz. Extrem leicht und sehr stabil.

  • OX 48-0000: Breite 45 mm, Gewicht 800 g, Länge 220 mm, Hub 75 mm

Ochsenkopf Stahlkeile - Bild: Gedore

Stahl-Spaltkeil OX 40: Geschmiedete Massivkeile mit Führungsnut. Achtung : Stahlkeile stets nur mit Hartholz- oder Kunststoffhammer eintreiben. Das Schlagen von Stahl auf Stahl kann zu Absplitterungen führen.

  • OX 40-2000: Stahl-Massivkeil, Breite 54 mm, Gewicht 2.000 g, Länge 250 mm, Hub 31 mm
  • OX 40-2500: Stahl-Massivkeil, Breite 57 mm, Gewicht 2.500 g, Länge 250 mm, Hub 36 mm
  • OX 40-3000: Stahl-Massivkeil, Breite 56 mm, Gewicht 3.000 g, Länge 270 mm, Hub 40 mm

Stahl-Hohlkeil OX 54 – OX 57: Zum Fällen und Spalten geeignet. Mit auswechselbarem Holzeinsatz und Stahlring. Der Einsatz verlängert die Keilwirkung und ermöglicht eine größere Spreiz- und Spaltwirkung. Der zusätzliche Ring beim Holzeinsatz verhindert Absplitterungen beim Eintreiben.

  • OX 46-0000: Holz-Einsatz, 360 g
  • OX 57-0000: Stahlring lose, 100 g
  • OX 54-0000: Stahl-Hohlkeil einzeln, Breite 70 mm, Gewicht 1.750 g, Länge 195 mm, Hub 58 mm
  • OX 55-1500: Stahl-Hohlkeil komplett, Breite 70 mm, Gewicht 2.200 g, Länge 400 mm, Hub 58 mm
Fiskars

Fiskars Spaltkeile - Bild: Fiskars

Fiskars Spaltkeil: Aus induktionsgehärtetem Stahl, für schwer spaltbare Stämme. Effizient durch spezielle Form. Wegen Splittergefahr nur zur Anwendung mit einem Kunststoffhammer.

Fiskars Dreh-Spaltkeil: Aus gehärtetem Stahl C40, Härtegrad 36 €“ 42 HRC. Schneide um 90° gedreht (Torsionskraft). Einkerbungen für besseren Halt im Holz. Stahlbügel zur Aufhängung auf Standardhaken. Abgerundeter Kopf, um Materialbeschädigungen durch Absplittern zu vermeiden, dennoch nur zur Anwendung mit einem Kunststoffhammer empfohlen.

Fiskars Dreh-Spaltkeil SAFE-T: Aus gehärtetem Stahl C40, Härtegrad 36-42 HRC. Schneide um 90° gedreht (Torsionskraft). Einkerbungen für besseren Halt im Holz. Die besonders stabile Polymer-Schlagfläche mit Metallring dämpft Vibrationen beim Auftreffen und reduziert das Risiko von Materialabsplitterungen.

Stihl

Der Traditionshersteller Stihl, primär bekannt für seine Kettensägen, bietet diverse Fäll- und Spaltkeile aus Aluminium oder Kunststoff an. Aus Sicht eines Sägenherstellers ist die Verwendung von Sägeketten-schonenden Materialien nur konsequent.

Stihl Motorsägenkeile, Fäll- und Spaltkeile - Bild: Stihl

Alu-Hohlkeil / Motorsägenkeil: Klassischer Aluminium-Hohlkeil mit Holzeinsatz.

  • Motorsägenkeil aus Aluminium: Gewicht 980 g. Geschmiedet, komplett mit Holz und Ring. Der Einsatz verlängert die Keilwirkung und ermöglicht eine größere Spreiz- und Spaltwirkung. Zertifiziert durch den Forsttechnischen Prüfungsausschuss (FPA).

Alu Massivkeile: in unterschiedlichen Gewichten und Profilierungen.

  • Fäll- und Spaltkeil, 600g
  • Fäll- und Spaltkeil, 820g
  • Fäll- und Spaltkeil, 820g; mit Mittelrille
  • Fäll- und Spaltkeile, 1.050 g

Drehspaltkeile

  • Drehspaltkeil aus Aluminium: Hohe Spaltwirkung durch gedrehte Form, 800g.

Kunststoffkeile: Aus schlagzähem Polyamid mit beidseitig führungssicherer Oberflächenstruktur. Zertifiziert durch den Forsttechnischen Prüfungsausschuss (FPA).

  • Fäll- und Schnitt-Kunststoffkeil, 19cm: mittleres Holz
  • Fäll- und Schnitt-Kunststoffkeil, 23cm: für mittleres und stärkeres Holz
  • Fäll- und Schnitt-Kunststoffkeil, 25cm: mit vergrößertem Keilwinkel.

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4 Kommentare

  1. Ich suche einen kunststoffkeil in der Farbe blau gibt es das überhaupt. die Farbe blau kann ich zu jeder Jahreszeit im wald sehen.

    MfG Hermann Hindelang

  2. Hallo Herr Hindelang,

    gute Idee! Es gibt tatsächlich einen blauen Kunststoffkeil – einen einzigen. Geben Sie bei Google „Fällkeil blau“ ein und Sie werden hier landen: LUX Kunststoff-Fällkeil 250 mm Classic im OBI Online-Shop.

    Liebe Grüße – der Wald-Prinz

  3. Frage kann man einen Aluminium keil auch schaerfen?

  4. @ „kann man einen Aluminium keil auch schaerfen?“: Aluminium ist ein Leichtmetall und wirklich weich. Schärfen bedeutet ja, dass man eine Schneide hat. Daran hätte man nicht lange Freude. Nachschleifen, falls der Keil ausgefranst ist, ist natürlich kein Problem.

    LG – der Wald-Prinz

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