Spaltkeile / Fällkeile / Scheitkeile / Schnittkeile

Bei Keilen in der Forstwirtschaft wird nach dem Einsatzzweck in Fällkeile/Schnittkeile und Spaltkeile unterschieden. Die Mehrzahl der Keile sind sowohl für das Fällen von Starkholz als auch zum Spalten von Brennholz geeignet. Allerdings gibt es für beide Anwendungen auch Spezialkeile.

Kleine „Keil-Kunde“

Der Spaltkeil – macht alles zu Kleinholz: Mit einem Spaltkeil lässt sich in Verbindung mit einem Spalthammer erstaunlich effizient Brennholz spalten. Meterstücke Buche z.B. zerfallen mit wenigen Schlägen in handliche, leicht zu transportierende und schnelltrocknende Scheite. Spaltkeile sind daran zu erkennen, dass sie eine vergleichsweise scharfe Spitze/Schneide besitzen, mit der sie leicht anzusetzen sind. Bei Fällkeilen, die im Fällschnitt angesetzt werden, ist diese scharfe Schneide nicht notwendig.
Wenn ein Keil zum Spalten von Brennholz eingesetzt wird, ist zwar weniger die Gefahr gegeben, dass er mit der Sägekette in Kontakt kommt. Dennoch sollte man auch bei Spaltkeilen auf Aluminium setzen. Der Keil wird meist mit einem Spalthammer eingetrieben. Trifft der Stahl des Spalthammers auf den Stahl des Keils, kann es zu Absplitterungen kommen. Wer dennoch einen Stahlkeil zum Spalten einsetzen möchte, kann entweder einen Stahlkeil mit Kunststoffschlagfläche (Fiskars) oder einen Spalthammer mit Kunststoffeinsatz (Simplex) verwenden.

Der Drehspaltkeil – noch effizienter: Eine Sonderform sind Drehspaltkeile. Sie werden zum effizienten Spalten von Brennholz eingesetzt. Durch die 45°-90°-Verdrehung des Spaltkeils verbreitert sich der Keilwinkel beim Einschlagen, dadurch erhöht sich die Spaltwirkung.

Der Fällkeil – eine Sache für Profis: Die Arbeit mit Fällkeilen erfordert viel Erfahrung bzw. eine fundierte Ausbildung. Laien sollten diese Arbeit insbesondere im Starkholzbereich unbedingt den Profis überlassen! Kein Stahl beim Fällen! Fällkeile sollten grundsätzlich aus einem anderen Material als Stahl gefertigt sein (§5 (3) Unfallverhütungsvorschrift Forsten: „Versicherte dürfen bei Arbeiten mit Motorsägen Eisenkeile nicht verwenden“). Trifft Sägeketten-Stahl auf Keil-Stahl ist nicht nur die Sägekette stumpf, sondern es fliegen auch Splitter oder Kettenteile. Stahlkeile verursachen bei Kontakt mit der Sägekette heftige Rückschläge und Kettenrisse. Grundsätzlich werden Fällkeile so eingesetzt, dass der Fällschnitt offen bleibt. Der Fällkeil verhindert, dass das Gewicht des Baumes auf die Motorsäge drückt und diese einklemmt. Zudem führt der Fällkeil den Stamm mit jedem Schlag weiter in Fällrichtung. Der Baum wird nicht umgesägt, sondern „umgekeilt“. Dazu ist der Keil möglichst früh einzusetzen. Danach abwechselnd keilen und schneiden bis die richtige Bruchleistenbreite erreicht ist. Während der Keilarbeit ist die Kronenbewegung des Baumes genau zu beobachten. So ist nicht nur der Zeitpunkt zu erkennen, wenn der Baum Übergewicht bekommt. Insbesondere bei Laubbäumen kommt es oft vor, dass sich beim Eintreiben des Fällkeils trockene/lose Äste lösen und herunterfallen. Werden mehrere Fällkeile gesetzt, sind die Keile abwechselnd einzutreiben, damit sie gleichmäßig wirken.

Dreh-Spaltkeile für die effiziente Brennholzproduktion

Günstige Drehspaltkeile sind aus Stahl gefertigt, teurere aus Duralaluminium. Das finnische Unternehmen Fiskars produziert seine Drehspaltkeile zwar aus Stahl, rundet aber zum Schutz vor Absplitterung entweder die Schlagfläche ab, oder kombiniert eine Kunststoffschlagfläche mit einem Stahlkeil.

Fiskars Dreh-Spaltkeil: Aus gehärtetem Stahl C40, Härtegrad 36 €“ 42 HRC. Schneide um 90° gedreht (Torsionskraft). Einkerbungen für besseren Halt im Holz. Stahlbügel zur Aufhängung auf Standardhaken. Abgerundeter Kopf, um Materialbeschädigungen durch Absplittern zu vermeiden, dennoch nur zur Anwendung mit einem Kunststoffhammer empfohlen. 22 cm Länge, 2.200 g Gewicht.

Fiskars Dreh-Spaltkeil (2.200 g) – Bild: Fiskars

Fiskars Dreh-Spaltkeil SAFE-T: Aus gehärtetem Stahl C40, Härtegrad 36-42 HRC. Schneide um 90° gedreht (Torsionskraft). Einkerbungen für besseren Halt im Holz. Die besonders stabile Polymer-Schlagfläche mit Metallring dämpft Vibrationen beim Auftreffen und reduziert das Risiko von Materialabsplitterungen. Insgesamt 24 cm lang bei einem Gewicht von 2.400 g!

Fiskars Dreh-Spaltkeil „SAFE-T“ (2.400 g) – Bild: Fiskars

Ochsenkopf Alu-Drehspaltkeil OX 41-1000: Geschmiedeter Sicherheitsspaltkeil aus hochwertigem Aluminium. Besonders hohe Spaltwirkung durch 45° gedrehte Form. Spitzwinklig gravierte Nuten verhindern ein Zurückspringen – auch in gefrorenem Holz. Das Fischgrätprofil schützt vorm Herausrutschen des Keiles. Extrem leicht und sehr stabil. Nur zum Spalten geeignet, kein Fällkeil! Breite 65 mm, Gewicht 1.000 g, Länge 225 mm, Hub 60 mm

Ochsenkopf Alu-Drehspaltkeil oval OX 41, KWF-Standard Qualität, Hubhöhe 60 mm – Bild: Stihl

Stihl Drehspaltkeil aus Aluminium: Hohe Spaltwirkung durch gedrehte Form. Enorme Stabilität bei geringem Gewicht. Länge 22 cm und Gewicht 920 g.

Stihl Drehspaltkeil aus Aluminium – Bild: Stihl

Aluminiumkeile – zum Fällen und Spalten

Soll Säge und Keil im gleichen Fällschnitt eingesetzt werden, erfordert die Sicherheit entweder Kunststoff- oder Aluminiumkeile. Sicherheitskeile aus extrem schlagfestem, geschmiedetem Aluminium splittern nicht, sind keine Gefahr für Kettensägen und sind neben geringem Gewicht auch noch vor Korrosion geschützt.

STIHL Alu Massivkeile: in unterschiedlichen Gewichten und Profilierungen. Rückhalteschuppen, Führungsgrat und glatte Keilseite für zusätzlichen Keil. Mit schmaler Schneide für gutes Eindringen in das Holz.

Stihl Fäll- und Spaltkeile aus Aluminiumlegierung – Bild: Stihl

Ochsenkopf Alumassivkeile: Geschmiedeter Sicherheitskeil, aus hochwertigem Aluminium. Spitzwinklig gravierte Nuten auf der Vorderseite und doppelte Längsnuten auf der Rückseite verhindern ein Zurückspringen des Keiles. Auch speziell geeignet für gefrorenes Holz. Äußerst stabil und besonders leicht.

  • OX 42-0550: Breite 45 mm, Gewicht 550 g, Länge 215 mm, Hub 35 mm
  • OX 42-0850: Breite 55 mm, Gewicht 850 g, Länge 265 mm, Hub 35 mm
  • OX 42-1050: Breite 60 mm, Gewicht 1.050 g, Länge 260 mm, Hub 40 mm
Ochsenkopf Alu-Massivkeil, KWF-Profi Qualität, Hubhöhe 40 mm, Größe: 1050 g – Bild: Ochsenkopf

Leichter Ochsenkopf Alu Motorsägen-Schnitt- und Fällkeil: Geschmiedeter Sicherheitskeil aus Aluminium. Spitzwinklig gravierte Nuten auf der Vorderseite und doppelte Längsnuten auf der Rückseite verhindern ein Zurückspringen des Keiles. Speziell geeignet bei Arbeiten mit der Motorsäge.

  • OX 43-0510: Breite 100 mm, Gewicht 485 g, Länge 140 mm, Hub 27 mm
OCHSENKOPF OX 43-0510 Alu-Motorsägen Schnittkeil – Bild: Ochsenkopf

Ochsenkopf Alu-Hohlkeil: Die Alu-Hohlkeile sind Klassiker im Wald. Sie sind zum Fällen und Spalten geeignet. Bei der gerippten Ausführung verhindern spitzwinklig gravierte Nuten auf der Vorderseite und doppelte Längsnuten auf der Rückseite ein Zurückspringen des Keiles. Dadurch sind diese Keile besonders geeignet für hartes und gefrorenes Holz. Bei der glatten Ausführung sind Vorder- und Rückseite mit doppelten Längsrippen versehen. Beide Versionen sind mit einem auswechselbarem Holzeinsatz und einem Aluminium-Ring oder dem verschleißarmen und witterungsbeständigem Kunststoffeinsatz erhältlich. Der Einsatz verlängert die Keilwirkung und ermöglicht eine größere Spreiz- und Spaltwirkung.

  • OX 44-0000: Alu-Hohlkeil einzeln, glatte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 500 g, Länge 170 mm
  • OX 45-0650: Alu-Hohlkeil komplett (Alu-Hohlkeil, Holzeinsatz, Alu-Ring), glatte Ausführung, Breite 72 mm, Gewicht 940 g, Länge 360 mm, Hub 58 mm
  • OX 49-0000: Kunststoffeinsatz (Ersatzteil), kann anstatt des Holzeinsatzes verwendet werden, 460 g
  • OX 47-0000: Aluminium-Ring (Ersatzteil), verhindert beim Holzeinsatz das Absplittern des Eschenholzes beim Eintreiben, 80 g
Ochsenkopf Alu-Hohlkeil komplett (OX 45-0650) aus geschmiedetem Aluminium, zum Fällen und Spalten, KWF-Profi Qualität, Hubhöhe 58 mm – Bild: Ochsenkopf

Kunststoffkeile – nur zum Fällen

Kunststoffkeile, meist hochfestem Polyamid, sind zum Fällen geeignet, nicht aber zum Spalten. Die Vorteile der Kunststoffkeile sind nicht von der Hand zu weisen: die leichten Keile können bequem in einem Arbeitsgürtel mitgeführt werden, sind so stets griffbereit und gehen auch nicht verloren. Auch Korrosion ist bei diesem Material natürlich kein Thema. Zudem sind Kunststoffkeile sehr günstig. Zum Preis eines einzigen Alukeiles erhält man einen 3er Satz Kunststoffkeile in verschiedenen Größen. Eine Innovation sind Robalonkeile aus ultrahochmolekularem Polyethylen (PE-UHMW). Sie sind extrem schlagzäh, besitzen einen sehr guten Vortrieb und setzen die Schlagenergie fast vollständig um.

Ochsenkopf Kunststoff-Fällkeile: Aus Polyamid-Kunststoff. Extrem schlagfest und daher bestens zum Fällen geeignet, auch bei extremer Kälte. Optimale Keilwirkung auch in gefrorenem Holz. Nur zum Fällen, nicht zum Spalten geeignet.

  • OX 32-0100: Breite 65 mm, Gewicht 150 g, Länge 180 mm, Hub 25 mm
  • OX 31-0300: Breite 70 mm, Gewicht 250 g, Länge 230 mm, Hub 30 mm
  • OX-34-0400: Breite 75 mm, Gewicht 400 g, Länge 245 mm, Hub 40 mm
Ochsenkopf Kunststoff-Fällkeil, Schlagfest und Kältebeständig, KWF-Profi Qualität, Hubhöhe 40 mm – Bild: Ochsenkopf

STIHL Kunststoffkeile: Aus schlagzähem Polyamid mit beidseitig führungssicherer Oberflächenstruktur. Zertifiziert durch den Forsttechnischen Prüfungsausschuss (FPA). Schlagzäh auch bei tiefen Einsatztemperaturen.

Stihl Kunststoff-Keil, „Plastic Wedge“ 18cm – Bild: Stihl

Stahlkeile – nur zum Spalten

Traditionell werden Spaltkeile aus massivem Stahl gefertigt. Dabei ist zu beachten, dass das Treiben von Stahlkeilen mit einem Stahlhammer wegen der Gefahr herumfliegender Stahlteilchen, die vom Keil abspringen, zu unterlassen ist. Wenn Stahlkeile verwendet werden, dann ist ein (Spalt-)Hammer mit Kunststoffeinsatz zu verwenden. Der Hauptvorteil von Stahlkeilen ist ihr Preis. Nicht zu verkennen ist ihr hohes Gewicht von meist 2,0-3,0 kg je Keil.

Fiskars Stahl-Spaltkeil: Aus induktionsgehärtetem Stahl, für schwer spaltbare Stämme. Effizient durch spezielle Form. Wegen Splittergefahr wird die Arbeit mit einem Kunststoffhammer empfohlen. Handliche Größe von 15 cm bei einem Gewicht von 700 g.

Fiskars Spaltkeil (700 g) – Bild: Fiskars

Ochsenkopf Stahl-Spaltkeile: Geschmiedete Massivkeile mit Führungsnut. Achtung : Stahlkeile stets nur mit Hartholz- oder Kunststoffhammer eintreiben. Das Schlagen von Stahl auf Stahl kann zu Absplitterungen führen.

  • OX 40-2000: Stahl-Massivkeil, Breite 54 mm, Gewicht 2.000 g, Länge 250 mm, Hub 31 mm
  • OX 40-3000: Stahl-Massivkeil, Breite 56 mm, Gewicht 3.000 g, Länge 270 mm, Hub 40 mm
Ochsenkopf Stahl-Spaltkeil, KWF-Profi Qualität, Hubhöhe 40 mm, Größe: 3.000 g – Bild: Ochsenkopf

Deuba „Spaltgranate“: Der Spaltkeil ist aus speziellem Carbon-Stahl gegossen. Durch die geschwungene Form sorgt die „Spaltgranate“ für optimale Kraftübertragung. Die extra dünn gehaltenen Spitze arbeitet sich leicht und tief in das Holzstück ein. Signalfarbe Rot erleichtert das Auffinden im Wald. Länge 170 mm, Gewicht ca. 1.600 g.

Deuba Spaltkeil aus Carbon-Stahl Ø 7,5cm – Bild: Deuba

Wichtige Produktmerkmale

Nuten/Profilierung: In die Keile eingebrachte Längsnuten dienen einer besseren Führung des Keils und verringern ein enig den Widerstand. Durch Schuppen oder Quernuten profilierte Keiloberflächen verhindern das Herausspringen des Keils z.B. aus dem Sägeschnitt. Die Gefahr des Zurückspringens besteht insbesondere bei gefrorenem Holz.

Signalfarbe: Spaltkeile und Sägekeile sind prädestiniert dazu, im Wald verloren zu gehen. Wer nicht laufend neue Keile kaufen möchte, sollte dringend auf eine Signalfarben-Lackierung achten. Leider sind insbesondere die Alukeile meist nicht lackiert bzw. eingefärbt und gehen daher oft verloren. Das ist besonders ärgerlich, weil diese Keile die teuersten sind. Wer auf den coolen Alu-Look verzichten kann, sollte den Keil nachträglich mit einer Signalfarbe aus der Spraydose lackieren. Schöner wird der Keil dadurch nicht, aber der schönste Keil nützt nichts, wenn er im Laub des Waldes verschwindet.

FPA-Anerkennung / KWF-Siegel: Fäll- und Spaltkeile mit FPA-Anerkennung kann man getrost kaufen. Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) führt FPA-Prüfungen (FPA = Forsttechnischer Prüfungsausschuss) zur Ermittlung der forstlichen Brauchbarkeit von Forstwerkzeugen durch. Das FPA bzw. KWF-Zeichen bietet dem Käufer die Gewähr, dass die Keile einem ausgiebigen Gebrauchstest unterzogen worden sind und für den harten Einsatz im Forst auch wirklich brauchbar sind.

Forsttechnische Arbeitsmittel, die das KWF umfassend geprüft hat, werden mit dem Prüfzeichen „KWF-Gebrauchswert“ ausgezeichnet. Sie entsprechen allen Anforderungen nach dem Stand der Technik. Dazu gehören Wirtschaftlichkeit und die Standards der Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltverträglichkeit.

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