Wildkamera / Fotofalle: Wer macht Wann, Was in meinem Wald?

Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Besitzer von einem Waldgrundstück dort nicht permanent nach dem Rechten schauen kann. Dabei gibt es eine Reihe von Anlässen, bei denen man gerne vor Ort gewesen wäre. Der Einsatz einer Wildkamera bzw. einer so genannten Fotofalle eröffnet dem Waldbesitzer völlig neue Möglichkeiten! Spätestens seit der Wildkamera von ALDI ist das Thema in der breiten Öffentlichkeit angekommen.

“Wenn ich die kriege..” – die Fotofalle hilft!

Eine Wildkamera ist vielseitig einsetzbar. Sie wird zwar in erster Linie von Jägern verwendet, die wissen wollen, wann und wo es sich lohnt, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Aber grundsätzlich sind die kleinen praktischen Überwachungskameras aufgrund ihrer auf den Outdoor-Dauereinsatz konzipierten Bauweise vielseitig einsetzbar. Eine kleine Auswahl sinnvoller Anwendungsbereiche:

  • Wildbeobachtung: Ist das jetzt Rehwild, Schwarzwild oder Rotwild, das die Naturverjüngung regelmäßig verwüstet? Oder ganz allgemein – welche Tiere halten sich in meinem Waldstück auf?
  • Illegale Müllentsorgung: Gerade Waldstücke, die etwas abgelegen sind, aber gut mit einem Fahrzeug angefahren werden können, werden gerne zur Entsorgung von Gartenabfällen, Bauschutt und sogar Hausmüll, Autobatterien und Altreifen missbraucht. Eine Anzeige ohne konkrete Hin-/Beweise verläuft meist im Sande.
  • Holzdiebstahl: Wer schon einmal selbst Brennholz gemacht hat, weiß wie viel Mühe in einem Stapel Brennholz steckt. Ist dieser auf einmal verschwunden, wünscht man dem Dieb gerne diverse Durchfallerkrankungen an den Hals. Wenn man nur wüsste, wer es war..
  • Objektüberwachung: Eine Teichanlage, Bienenstöcke oder eine Schutzhütte üben eine magische Anziehungskraft auf ungebetene Besucher aus. Diebstahl und mutwillige Zerstörungswut sind kaum anders aufzulösen, als mit einem fotografischen Beweis.
  • Vandalismus: Graffiti-Schmierereien, Wildpinkler, Mülleimer-Zündeleien.. Manchmal ist es wirklich zum Haare raufen. Mit einem gestochen scharfen Bild kann man konkret gegen Vandalismus vorgehen und muss sich nicht mit wilden Verdächtigungen beschäftigen.
  • Einbruch: in Meckenheim bei Bonn kam es im Herbst 2012 zu einer Einbruchserie. Um sich und sein Grundstück zu schützen, hat ein Meckenheimer in seinem Garten mehrere Wildkameras installiert – und wurde in der Nacht zum 7. Oktober fündig. Der Einbruch konnte zwar nicht verhindert werden, aber die Polizei verfügt jetzt über gestochen scharfe Fotos des mutmaßlichen Einbrechers (zum Bericht).
  • Dieselklau: Speditionen und Bauunternehmen können ein Lied davon singen. Über Nacht wird aus den riesigen Tanks ihrer Fahrzeuge Diesel im Wert von Tausenden von Euro abgesaugt bzw. abgelassen. Fotofallen können hier endlich Aufklärung bringen. Da sie unabhängig vom Stromnetz 24 Stunden am Tag und über Monate hinweg zuverlässig Wache halten, werden Wildkameras immer mehr auch für diese Zwecke eingesetzt (Dieseldieb mit Wildkamera überführt).
  • Dachboden: Haben Sie Geräusche auf dem Dachboden, die Sie nicht zuordnen können? Bei Mäusen sind andere Maßnahmen zu ergreifen, als bei einem Marder oder gar einer Katze. Daher ist zuallererst einmal zu klären, wer für die nächtliche Ruhestörung verantwortlich ist. Ein ideales Einsatzgebiet für eine Wildkamera!

Lernen Sie Ihren Wald und das darin lebende Wild besser kennen, wissen Sie, was geschieht, solange Sie nicht vor Ort sind.

Hirschkalb und Hirschkuh von einer Dörr SnapShot Mini aufgenommen - Bild: Wald-Prinz.de

Hirschkalb und Hirschkuh von einer Dörr SnapShot Mini aufgenommen – Bild: Wald-Prinz.de

Die Technik einer Wildkamera

Grundsätzlich arbeiten alle auf dem Markt erhältlichen Wildkameras nach demselben Prinzip. Eine digitale Kameraeinheit wird in einem wetterfesten Gehäuse untergebracht und per Bewegungsmelder aktiviert.

Wärme & Bewegung = Aufnahme: Der Bewegungsmelder einer Wildkamera reagiert in der Regel auf die Kombination aus Wärme und Bewegung. Sobald sich etwas im Erfassungsbereich des Bewegungssensors bewegt, zum Beispiel ein Tier oder ein Mensch, wird nach einer gewissen Auslösezeit die Aufnahme angestoßen. Das Zusammenspiel dieser beiden Auslösemechanismen sollte so gut funktionieren, dass keine oder nur selten Fehl-Aufnahmen entstehen. Gerne lösen günstigere Wildkameras bereits bei sich bewegenden Ästen aus, die bei der Bewegung einen kurzen Blick auf die (warme) Sonne freigeben. Gerne auch gar nicht…

Foto oder Video: Wildkameras bieten meist die Möglichkeit zwischen einen oder mehreren Einzelaufnahmen oder kurzen, ebenfalls in der Zeitdauer einstellbaren Videosequenzen (meist 640×480 Pixel).

Verzögerung beachten: Die Auslöseverzögerung ist je nach Wildkamera sehr unterschiedlich. Je nach Einsatzzweck sollte man bei der Auswahl der Wildkamera unbedingt dieses Kriterium berücksichtigen. Möchte man z.B. eine Kirrung überwachen, reicht eine Wildkamera mit etwas längerer Verzögerung, für einen Wildwechsel benötigt man eine Fotofalle mit schneller Auslösung, sonst erwischt man nur noch den Schatten des Tieres.

Speicherkarte: Gespeichert werden die Aufnahmen in der Regel auf herkömmliche SD-Karten, wie sie in der digitalen Fotografie inzwischen zum Standard geworden sind. Hier sollte man bei der Speicherkapazität nicht über das Ziel hinaus schießen. Mit 2-4 GB ist man am besten bedient. Mit einer 16 oder gar 32 GB-Speicherkarte handelt man sich oft massive Nachteile ein. Vielfach funktionieren die Wildkameras mit diesen großen SD-Karten gar nicht erst, selbst wenn in der Beschreibung das Gegenteil behauptet wird. Zudem sind kleiner Karten schneller als die “Riesenspeicher”.

Bildkontrolle: Die Speicherkarte der Wildkamera kann zur Bildbetrachtung entweder mit einem in die Wildkamera integrierten Bildschirm, einer herkömmlichen Digitalkamera oder am heimischen PC ausgelesen werden. Am praktikabelsten ist aber die Kontrolle vor Ort mit einer Digicam. Einfach die Karte einsetzen und auf dem Bildschirm der Kamera betrachten. Dass die Bilder auf einer anderen Kamera gemacht wurden, tut nichts zur Sache. Es funktioniert trotzdem. Der Vorteil der Bildbetrachtung auf einer Digital-Kamera liegt auch darin, dass man noch vor Ort Probeaufnahmen kontrollieren kann und ggfls. den Kameraausrichtung ändert, die Höhe variiert oder störende Äste entfernt.

Farbaufnahmen bei Tag und Schwarz/Weiß-Aufnahmen bei Nacht: Generell werden die Bilder bei modernen Wildkameras bei ausreichendem Tageslicht in Farbe aufgenommen. Sobald das Tageslicht schwindet, werden bei Bewegung die Infrarot-LEDs aktiviert und leuchten die Szene aus. Allerdings sind nachts technisch bedingt dann nur Schwarz-Weiß-Aufnahmen möglich. Einige Spezial-Wildbeobachtungskameras setzen sogar einen Weißblitz ein. Der Vorteil: gestochen scharfe Farbaufnahmen auch in der Nacht. Allerdings geben diese Wildkameras durch den sichtbaren Blitz auch ihr Versteck preis.

Gestochen scharfe Aufnahme eines Dachses in tiefer Nacht - Bild: Wald-Prinz.de

Gestochen scharfe Aufnahme eines Dachses in tiefer Nacht – Bild: Wald-Prinz.de

Datum, Uhrzeit, Mondphase, Temperatur etc.: Auf dem Bild selbst ist neben dem Datum meist auch die genaue Uhrzeit eingeblendet, so dass man immer genau weiß, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit das Bild gemacht wurde. Dadurch erhält man später eine wichtige Information. Es gibt inzwischen auch Wildkamera-Modelle, die weitere Informationen, wie z.B. die Temperatur oder die Mondphase, liefern. Für den Waldbesitzer mag die Mondphase jetzt nicht so wichtig erscheinen, Jäger richten sich schon sehr danach, da es in Deutschland verboten ist, mit Infrarot-Nachtsichtgeräten zu jagen. In der Konsequenz sitzen die Jäger gerne bei Vollmond an.

Bekannteste Wildkamera-Hersteller

AnbieterBezeichnungAuflösung
(Megapixel)
Anzahl LEDsDisplayca. PreisBatterienFunktionen
DörrDÖRR Fotofalle MINI UV552
5 MP28 LEDs1.5" Farbe144,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild
DörrSnapShot MINI BLACK 5.0 IR5 MP40 LEDs
(unsichtbar)
1.5" Farbe165,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild
DörrSnapShot EXTRA 5.0 IR5 MP40 LEDs2.0" Farbe215,00 €12 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild
DörrSnapShot EXTRA 5.0 BLACK IR5 MP60 LEDs
(unsichtbar)
2.0" Farbe229,00 €12 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild
DörrSnapShot MOBIL 5.0 IR5 MP40 LEDs2.0" Farbe329,00 €12 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild,
MMS-Versand
DörrSnapShot MOBIL BLACK 5.0 IR5 MP60 LEDs
(unsichtbar)
2.0" Farbe389,00 €12 x AA
(Mignon)
Foto, Video, Serienbild,
MMS-Versand
DörrBolyGuard 5.0 MP IR5 MP22 LEDsexternes
Display
139,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto, Video
MoultrieWildkamera Moultrie Game Spy M-880i8 MP30 LEDs2.0" Farbe169,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto,
HD-Videos
MoultrieWildkamera Moultrie Game Spy M-990i10 MP30 LEDs
(unsichtbar)
2.0" Farbe189,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto,
HD-Videos
MoultrieWildkamera Moultrie Game Spy Panoramic 150 - NEU 20138 MP30 LEDskleines
LCD-Display
239,00 €6 x C
(Baby C)
Foto,
HD-Videos,
150° Panorama-Bilder
Waid-LifeS3 12 MP12 MP24 LEDs
(940 nm)
2.25" Farbe139,90 €4 x AA
(Mignon)
Foto, Video
Waid-LifeOptimus Black12 MP40 LEDs
(unsichtbar)
2.40" Farbe145,00 €8 x AA
(Mignon)
Foto,
Full-HD-Videos
Dörr

Bei der Dörr GmbH handelt es sich um ein deutsches Unternehmen aus Neu-Ulm, das seit 1973 auf dem Markt ist. Groß geworden ist Dörr im Bereich Fotohandel, beliefert also professionelle Fotografen. Vor diesem Hintergrund geht Dörr das Thema Wildkameras mit einem gewissen Anspruch an, da man schließlich einen Ruf zu verlieren hat.

Die durchweg sehr gute Qualität der Dörr Wildkameras muss nicht teuer erkauft werden. Der Bestseller im deutschen Markt, die Dörr SnapShot MINI liegt preislich bei unter 150 €. Die wichtigsten Dörr-Wildkameras im Überblick:

  • Dörr SnapShot MINI: ca. 144 €, 28 Infrarot-LEDs, bis 12 m Blitzreichweite
  • Dörr SnapShot MINI BLACK: ca. 165 €, 40 Black-LEDs (schwarz, völlig unsichtbar), bis 8 m Blitzreichweite
  • Dörr SnapShot PRO: ca. 169 €, 28 Infrarot-LEDs, bis 12 m Blitzreichweite
  • Dörr SnapShot PRO BLACK: ca. 189 €, 40 Black-LEDs (schwarz, völlig unsichtbar), bis 8 m Blitzreichweite
  • Dörr SnapShot EXTRA: ca. 229 €, 40 Infrarot-LEDs, bis 20 m Blitzreichweite
  • Dörr SnapShot EXTRA BLACK: ca. 249 €, 60 Black-LEDs (schwarz, völlig unsichtbar), bis 12 m Blitzreichweite
  • Dorr SnapShot MOBIL: ca. 349 €, 40 Infrarot-LEDs, bis 20 m Blitzreichweite; Bilder werden per MMS oder GPRS in real time an den Besitzer gesendet!
  • Dorr SnapShot MOBIL BLACK: ca. 389 €, 60 Black-LEDs (schwarz, völlig unsichtbar), bis 12 m Blitzreichweite; Bilder werden per MMS oder GPRS in real time an den Besitzer gesendet!

Wald-Prinz Testsieger Dörr SnapShot Mini 5.0

Wald-Prinz-Tipp: Aktueller “Preis-Leistungs-Sieger” und Wald-Prinz-Favorit ist ganz klar die Dörr SnapShot MINI Wildkamera. Mit gerade einmal ca. 144 Euro ist diese Marken-Wildkamera nur wenig teurer als z.B. die Tevion/Maginon Fotofalle von Aldi (wenn sie denn mal verfügbar ist). Dazu ist die SnapShot Mini im Vergleich zur Aldi Wildkamera definitiv um Längen (!) besser verarbeitet und lässt sich dank einer insgesamt durchdachteren Konstruktion in der Praxis auch besser positionieren und bedienen. Die Wildkamera löst extrem schnell aus, leuchtet auch bei Nacht die Szenerie sehr gut aus und die Batterielebensdauer ist extrem.

Ein Ausstattungsdetail der SnapShot Mini ist z.B. eine stabile Öse auf der Rückseite der Wildkamera, durch die ein Kabelschloss zur Diebstahlsicherung gezogen werden kann. Zudem krallt sich die Verzahnung dieser Öse in den Baum, so dass die Wildkamera einerseits besonders solide positioniert ist, andererseits wird die Fotofalle schon gleich richtig, nämlich leicht nach unten geneigt ausgerichtet. Dieses Detail scheint im ersten Moment nicht so wichtig, macht in der Praxis aber den Unterschied. Wie alle Dörr Wildkameras verfügt auch die SnapShot Mini über ein leicht verständliches Menü in deutscher Sprache. Im direkten Vergleich (s. Erfahrungsbericht) löst die SnapShot Mini sowohl tags als auch nachts von allen getesteten Wildkameras am präzisesten aus und liefert auch dann noch qualitativ sehr gute Fotos, wenn andere Fotofallen gar nicht erst auslösen. Das hängt u.a. auch mit den großzügig dimensionierten 28 LEDs zusammen, die nachts die Szenerie sehr gut ausleuchten. Mit 8 AA-Batterien kommt diese Überwachungskamera auf lange Standzeiten von mehreren Monaten. Die Version mit unsichtbaren schwarzen LEDs (für besonders scheues Wild bzw. dunkle Gesellen..) nennt sich dann DÖRR SnapShot MINI BLACK. Hier wurden 40 LEDs verbaut, um die etwas geringere Leuchtkraft der Black LEDs zu kompensieren. Beide Versionen verfügen über ein 1,5 Zoll Farbdisplay zur Kontrolle der Aufnahmen vor Ort.

Dörr SnapShot Extra: Wenn die nachts auszuleuchtende Szenerie etwas größer ist, bietet sich die Dörr SnapShot EXTRA Wildkamera an. Bis zu 20 m Blitzreichweite reicht aus, um eine große Kirrung gut zu überwachen. Mit ihr sind zudem u.a. Intervallaufnahmen mit 10 Sekunden bis 8 Stunden Aufnahme-Intervallen möglich.

Dörr SnapShot Mobil: Die recht teuren Dörr Wildkameras mit integriertem Mobilfunkmodul zur Übertragung der Bilder sollten mit Bedacht gekauft werde. Hier ergeben sich einerseits Folgekosten durch die Datenübertragung via eigener SIM-Karte, andererseits bekommt man für das gleiche Geld zwei reguläre Dörr Wilkameras und ist so in der Lage, eine Wildkamera mit der anderern zu sichern.

Nachtaufnahme einer Teichanlage; der Mobilfunkversand (via Email) dieses Bildes kostet in dieser Qualität weniger als 3 Cent - Bild: Wald-Prinz.de

Nachtaufnahme einer Teichanlage mit einer Dörr SnapShot Mobil Black. Der Besitzer möchte immer wissen, ob der Wasserzufluss funktioniert und läßt sich automatisiert jede Stunde ein Bild schicken. Bei Bewegung wird zusätzlich eine Aufnahme erstellt. Der Mobilfunkversand (via Email) dieses Bildes kostet in der hier dargestellten Qualität weniger als 3 Cent – Bild: Wald-Prinz.de

Dörr BolyGuard: Nicht in der Liste aufgeführt ist die Dörr BolyGuard Wildkamera. Zwar gehört sie seit langem zu den Standard-Wildkameras der Jägerschaft, sie ist allerdings inzwischen etwas in die Tage gekommen. Ihr Vorteil ist unbestritten die kompakte Bauform mit einer Höhe von nur 13 cm. Dadurch lässt sich die Wildkamera hervorragend verstecken. Die Dörr SnapShot Mini ist allerdings kaum größer, besitzt aber eine Reihe weiterer Vorzüge.

WaidLife / LTL Acorn

Waid-Life ist ein Wildkamera-Händler aus Versmold (Kreis Gütersloh) der sich auf den Internetversandhandel spezialisiert hat. Aktuell werden die folgenden Wildkameras angeboten:

Berger+Schröter Wildkamera

WaidLife (LTL Acorn) Wildkamera – Bild: LTL Acorn

Wer die WaidLife-Wildkamera 12 MP mit der ALDI-Wildkamera vergleicht, wird gleich erkennen, dass beide Wildkameras das gleiche (miserable) Gehäuse nutzen. Allerdings kommt die Waid-Life Wildkamera 12 MP (3-Sensoren Fotofalle) in der Tat NICHT vom gleichen Hersteller, wie die ALDI-Wildkamera. Der wichtigste Unterschied sind sicher “blauen LEDs” der WaildLife, die im Bereich von 940 nm leuchten (ALDI reguläre, rot glimmende LEDs). Allerdings geht der unsichtbare IR-Blitz klar zu Lasten der Blitz-Reichweite. Die ausgelobten 12 Mega-Pixel (ALDI 5.0 MP) sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, da auch die WaidLife lediglich einen 5-Megapixel-Chip besitzt. Die 12 MP werden durch Interpolation errechnet. In der Praxis ist die Qualität der WaidLife-Bilder auf keinen Fall besser, als z.B. die Bilder der Dörr SnapShot Mini mit ihren 5.0 Megapixeln. Mit einem Preis von rund 140 EUR ist die WaidLife 12MP Wildkamera teurer als die ALDI-Wildkamera, aber in keiner Disziplin wirklich besser.

Unsichtbare LEDs: Eine Spezialität vieler Waidlife Wildkameras sind die blauen IR-Dioden, die auf einer Wellenlänge von 940 nm arbeiten und in der Nacht unsichtbar sind. Das sonst bei herkömmlichen Wildkameras verräterische rote Glimmen fehlt – wichtig insbesondere, wenn die Fotofalle zur Objektüberwachung eingesetzt werden soll (eine nachts rotglimmende Wildkamera wird oft entdeckt und dann gestohlen). Allerdings ist die Reichweite der 940 nm-Dioden deutlich niedriger, als die ansonsten üblicherweise verwendeten 850 nm-Dioden. Die blauen LEDs sind für das menschliche Auge zwar tatsächlich unsichtbar, aber die Nachtaufnahmen teilen fast das gleiche Schicksal. Wir waren in unserem Praxistest von dieser Wildkamera alles andere als angetan. Die Nachtaufnahmen sind kaum zu gebrauchen. Ein klares Manko.

3-Sensoren: Der zentrale und die zwei seitlichen Sensoren lassen sich bei Bedarf je nach Anwendung individuell einstellen. Wenn man z.B. nur eine bestimmte Position (Nistkasten, Eingangsbereich etc.) überwachen möchte, kann man die seitlichen Sensoren auch abschalten. Die Waid-Life Wildkamera besitzt extrem viele Einstellungsmöglichkeiten. Von der Empfindlichkeit der Sensoren, über Zu- und Wegschaltbarkeit der seitlichen Sensoren, die Foto- und Video- Intervalle, es ist (fast) alles einstellbar. Das geht allerdings ein wenig zu Lasten der Bedienbarkeit. Wer mitten im Wald in das Menü einsteigen muss, hat oft Fragezeichen auf der Stirn.

Ein in der Tat interessantes Feature: Kamera- und Videofunktion sind kombinierbar (erst wird ein Foto gemacht, danach nimmt die Wildkamera ein Video in VGA-Qualität auf). In der Praxis nutzt einem diese Funktion aber nur bei sehr geduldigem Wild. In der Regel wartet das Wild leider nicht so lange, sondern ist nach der Foto-Session meist schon weiter gezogen.

Sicherheitscode: Die Waid-Life Wildkamera kann mit einem Zugriffscode (wie bei einem Autoradio) vor unbefugten Zugriff geschützt werden, somit hat ein Kamera-Dieb wenig Freude mit seiner Beute.

4 oder 8 Batterien: Zusätzlich zu den in der Wildkamera einzusetzenden 4 Batterien verfügt die Halterung über ein ein Fach für weitere 4 AA Batterien – gut für eine lange Laufzeit. Die Maße von 9,0 cm x 13,7 cm x 7,5 cm inkl. Baumhalterung tragen dazu bei, die Wildkamera unauffällig zu installieren. Allerdings ist das Gehäuse der Waid-Life auch der Schwachpunkt der Wildkamera. Da es sich um das gleiche Gehäuse wie bei der Maginon Wildkamera von ALDI handelt, treffen die gleichen Kritikpunkte zu (s.o.)

Moultrie

Die Moultrie Wildkameras gehören zu den meist gekauften Kameras in Amerika. Sie sind bekannt für ihre Zuverlässigkeit und haben sich zigfach im praktischen Einsatz bewährt. Aktuell in Deutschland angeboten werden die folgenden Wildkameras von Moultrie:

Eine hervorragende Blitzreichweite und eine sehr gute Flächenausleuchtung sind die Stärken, mit denen Moultrie Wildkameras traditionell punkten. Jetzt kommen so interessante Features wie Panorama-Aufnahmen und HD-Videos dazu. Wir sind von unserer Moultrie Panorama-Wildkamera extrem angetan. Keine uns bekannte Wildkamera liefert mehr Bilder ab, als die Panoramic 150. Es ist so, als hätte man 3 Wildkameras am Baum hängen.

Eine ganze Lichtung in der vollen Breite und Tiefe mit nur einer Wildkamera überwachen? Das kann nur die Moultrie Panoramic 150! - Bild: Wald-Prinz.de

Eine ganze Lichtung in der vollen Breite und Tiefe mit nur einer Wildkamera überwachen? Das kann nur die Moultrie Panoramic 150! Sie setzt auf Wunsch drei hochauflösende Bilder zu einem großen 150 Grad abdeckenden Panoramabild zusammen; alternativ fährt die Optik im Single-Shot-Mode immer nur dahin, wo etwas los ist. So als hätte man drei Wildkameras an einem Baum montiert – Bild: Wald-Prinz.de

Spypoint

SPYPOINT Tiny-W

Der renommierte Hersteller Spypoint gehört zu den besonders innovativen Marken-Herstellern auf dem Markt. Die SPYPOINT Tiny besticht durch die extrem kleine Bauform (ca. 12 x 9 x 7 cm), 3 Bewegungsmelder für 7 Sektoren Überwachung und 38 Infrarot LED für eine gute Ausleuchtung bei Nacht.

Wer hinsichtlich Kameradiebstahl auf Nummer sicher gehen möchte, wählt die SPYPOINT Tiny-W (W = wireless/kabellos) mit einer sog. Blackbox, zu der die Bildübertragung mit einer Reichweite von ca. 16m kabellos erfolgt. Dann ist die Wildkamera u.U. zwar weg, aber in der Black Box wurden die Bilder des Diebes gespeichert. Das Top-Modell, die Spypoint HD-12 besticht z.B. durch 12 Megapixel Fotos und Video-Aufnahmen mit Ton in HD-Auflösung. Spypoint betreibt sogar ein eigenes Internetportal “My Spypoint”, über das man von jedem Rechner mit Internetanschluss die Bilder der MMS-Wildkamera-Modelle abrufen kann.

Stealth Cam

Die Amerikaner setzen durchweg auf eine ganze Batterie von LEDs für Nachtaufnahmen. Bereits die günstige Stealthcam Nomad 5.0 MP IR zum Preis von rund 120 Euro verfügt über 28 LEDs. Die neuesten Gerätegenerationen besitzen z.T. “No-Glow” LEDs.

Stealth Cam Produkt Palette – Bild: Stealth Cam

Bushnell

Bekannt für ihre kompakt bauenden Wildkameras mit extremer Batterielebensdauer und relativ kurzen Auslösezeiten. Ab den 2012-Modellen verfügen alle Bushnell Wildkameras über HD-VideoAuflösung und Audioaufnahme (Bushnell Trophy Cam 5-8MP Wildkamera). Durch die Einführung von GPS-Geotags wird jedes Bild mit GPS Koordinaten versehen.

Minox DTC 600 grau

Minox

Die Natur jederzeit im Visier mit der Minox DTC 600 und Minox DTC 500Wildkamera. Bei der Minox DTC 600 ist der Wellenlängenbereich des Blitzes durch den Einsatz eines Schwarzfilters vor dem Infrarot-Blitz für den Menschen vollkommen unsichtbar. Zudem ist diese Überwachungskamera auch in einem unauffälligen Grau (Minox DTC 600 grau) erhältlich. Diese Farbe ist im Bereich der Gebäudeüberwachung (Haus, Hof und Garten, Wochenendhäuser, Boote, Firmengebäude, etc.) sehr sinnvoll. Durch die individuell regulierbare Empfindlichkeit können Kameraauslösungen und ungewünschte Bewegungsaufzeichnungen nicht relevanter Objekte, wie etwa von Zweigen oder Gräsern, ausgeschlossen werden. Sämtliche Daten können auf SD-Karten gespeichert werden und lassen sich direkt auf dem integrierten 2’’ Monitor ablesen oder per USB-Anschluss auf einen Computer übertragen. Zusätzlich können die Daten auf der SD-Karte mit einem Zahlencode gespeichert werden, so dass diese für Dritte nicht lesbar sind. Außerdem lässt sich die DTC 600 mit einem Vorhängeschloss gegen Diebstahl sichern.

Die Minox DTC 500 ist mit nur 153 x 114 x 66 mm nahezu halb so groß wie herkömmliche Modelle. Eine 8 Megapixel Auflösung liefert bei Tag und Nacht eine herausragende Bildqualität. Im Bild festgehalten werden Datum, Zeit, Temperatur und Mondphase. Mit Videoaufnahmen mit einer Länge von 10 bis 60 Sekunden ist der Anwender dem Wild rund um die Uhr auf der Spur. Sämtliche Daten lassen sich direkt auf dem integrierten 2’’ Monitor ablesen.

Praxisbericht: Was taugt die ALDI-Wildkamera?

Alleine durch die schiere Vertriebs-Power von ALDI ist das Thema “Wildkamera” in breiten Bevölkerungsschichten angekommen. In Österreich (dort heißt ALDI ja Hofer) wurden bereits mehrfach Aktionen mit Wildkameras gefahren. Mitte 2011 wurde dort eine Dörr BolyGuard unter der Aldi-Hausmarke Tevion verkauft. Seitdem verkauft Hofer bzw. ALDI Wildkameras des Herstellers LTL Acorn.

ALDI Wildkamera Maginon WK-2 HD

ALDI Wildkamera Maginon WK-2 HD – Bild: Screenshot ALDI

Mal TEVION, mal MAGINON: Bei ALDI in Deutschland wurde früher die “TEVION Wild-/Überwachungskamera” verkauft, zu Weihnachten 2102 und Ende Februar 2013 wurde die Fotofalle dann als “MAGINON Wild-/Überwachungskamera WK 1″ zu 119,00 € angeboten. Im Juni 2013 sank der Preis der ALDI Maginon WK1 sogar auf 99,99 €. Im Dezember 2013 wirbt ALDI mit der Maginon WK2 HD ebenfalls zu 99,99 €.

Kaum verfügbar: Grundsätzliches Problem bei der ALDI Wildkamera ist die mangelnde Verfügbarkeit. Gerade einmal zwei Aktionen im Jahr und dann lediglich ca. 10 Wildkameras je ALDI-Filiale machen es nicht leicht, eine ALDI-Fotofalle zu ergattern.

China: Die Wildkamera von ALDI kommt in dem gleichen Gehäuse daher, wie die Ltl Acorn Fotofalle, die Berger + Schröter Wildkamerabzw. die “Waid-Life Wildkamera” (s.o.). Die Fotofalle misst 9,0 cm x 13,7 cm x 7,5 cm (inklusive Baumhalterung). Aber Achtung, gleiches Gehäuse bedeutet nicht gleiche Wildkamera. Das Innenleben all dieser gleich aussehenden Wildkameras ist jeweils verschieden. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass auch die Gehäuse dann doch nicht identisch sind. Der Hintergrund: dieses Wildkamera-Gehäuse wird in China fröhlich von rund einem halben Dutzend Unternehmen kopiert.

Billigstes Plastik: Wald-Prinz.de hat bereits seit 2012 eine ALDI MAGINON WK1 Wildkamera aus der damaligen Weihnachtsaktion. Bereits beim Auspacken der Wildkamera machte sich Enttäuschung breit. Viele der Plastikteile sind so schwach dimensioniert, dass sie den rauen Einsatz im Wald auf Dauer wohl kaum überleben werden. Das betrifft leider auch alle Verschlüsse, wie z.B. die der beiden Batteriefächer.

Der Verschluss der Bodenplatte, unter der sich der An-/Aus-Schalter der ALDI Wildkamera und der Schlitz für die SD-Karte verbirgt, ist gelinde gesagt eine Frechheit, so winzig und fummelig ist die Konstruktion. Überhaupt die Bodenplatte – während nahezu alle anderen Wildkameras zur Seite aufschwenken, so dass man sie bequem an- und ausschalten kann, muss man die ALDI Wildkamera entweder komplett vom Baum nehmen, oder man muss sich im Wald fast auf den Rücken legen, um von unten den Schalter sehen zu können. Ein “Blindflug” beim Einschalten empfiehlt sich übrigens nicht, da der Schiebeschalter drei Positionen hat (OFF, ON, TEST). Man muss also auch definitiv die mittlere Position erwischen.

ALDI-Wildkamera Maginon WK 1

Bodenplatte der ALDI-Wildkamera Maginon WK 1 – Bild: Wald-Prinz.de

Großer Farbmonitor: Positiv ist der im Vergleich zu anderen Wildkameras sehr große Farbmonitor. Eine Diagonale von 6,1 cm ist wirklich großzügig dimensioniert. In der Praxis ist der Mehrwert dieses Features allerdings nicht so bedeutend. Erfahrene Wildkamera-Nutzer haben immer eine handliche Digitalkamera in der Jackentasche. Wer die SD-Karte der Wildkamera dort einlegt, hat noch vor Ort die Möglichkeit in die Bilder rein zu zoomen, um Details zu erkennen.

Wenig intuitive Bedienung: während unsere übrigen Wildkameras immer mit wenigen Bedienschritten fertig eingestellt an den Bäumen hängen, ist die ALDI Wildkamera vergleichsweise “betreuungsintensiv”. Bis man wirklich alle Einstellungen kontrolliert und ggfls. angepasst hat, vergeht eine Zeit. Die fummeligen Tasten und Schalter der ALDI Wildkamera tun ihr übriges. Bei Minusgraden im Winter, mitten im Wald und ohne Handschuhe ist das nicht witzig. Keine Wildkamera hat uns bisher öfter fluchen lassen.

Gute Bildqualität am Tag: Die Bilder sind rein von der Bildqualität her tagsüber gut. Die 5,0 Megapixel der ALDI Maginon WK2 haben daran weniger Anteil, als man allgemeinhin vermuten sollte. Zum einen sind die 5,0 MP bei Wildkameras inzwischen Standard, zum anderen sagen die Megapixel über die Qualität des Bildes wenig aus. Auch 2,0 MP-Wldkameras liefern tagsüber solide Bilder ab.

Schwach in der Nacht: Nachts kann die ALDI Wildkamera nicht überzeugen. Da ist z.B. die Dörr SnapShot Mini um Längen besser. Das liegt wahrscheinlich an der Leuchtkraft der LEDs. Während die ALDI Wildkamera ihre lediglich 24 LEDs recht eng beieinander positioniert, nutzt die Dörr SnapShot Mini 28 LEDs, die großzügig verteilt mehr als die doppelte Fläche einnehmen. Zudem erscheinen sich bewegende Tiere bei der ALDI-Wildkamera immer ein wenig verwischt, da die Maginon eine längere Belichtungszeit (1/15 Sek) nutzt, um die schwachen LEDs zu kaschieren. Wir waren von den Nachtaufnahmen enttäuscht.

Gute Ausdauer: Vier Batterien werden direkt in der Wildkamera eingelegt. Weitere vier Batterien können zur Verbesserung der Ausdauer in der Baumhalterung eingelegt werden. In der Praxis ist die Ausdauer der ALDI Wildkamera auch bei tiefen Temperaturen durchaus gut. Mehrere Monate mit einem Batteriesatz sind kein Problem. Allerdings muss man Glück haben, eine einwandfrei arbeitende Maginon WK1 zu erwischen. Viele Kommentare (s.u.) von Nutzern berichten von Problemen mit der Standzeit der Batterien.

Kaum gegen Diebstahl zu sichern: Zwar kann man durch die Halterung der ALDI Wildkamera ein Kabelschloss führen, damit ist die ALDI Wildkamera selbst aber noch nicht gesichert, da Halterung und Fotofalle nur mit zwei Clips miteinander verbunden sind. Zwar kann man zusätzlich noch ein Vorhängeschloss verwenden, um Bodenplatte, ALDI Wildkamera und Halterung miteinander zu verbinden. Aber diese Öse besitzt nur einen Durchmesser von 3 mm (s. Bild oben). Das Vorhängeschloss wird so eher zum Schlösschen. Auch die Feingewindeschraube auf der Rückseite der Halterung, die in ein Gewinde im Kamerakörper greift, sichert die Maginon nur vordergründig. Einmal kräftig gezogen..

Unpräzise beim Auslösen: Was ist das wichtigste Qualitätsmerkmal einer Wildkamera? Die Anzahl der Megapixel? Die Anzahl der LEDs? Die Größe des Monitors? Alles falsch! Eine gute Wildkamera muss schlicht zuverlässig Bilder abliefern. Und hier hilft nur ein direkter Vergleich. Erst nachdem Wald-Prinz.de seine Wildkameras alle übereinander gehangen hat, kam das Aha-Erlebnis. Selbst bei empfindlicher Einstellung und unter Zuhilfenahme der seitlichen PIR-Sensoren lieferte die ALDI Wildkamera noch nicht einmal halb so viele Bilder, wie unser Referenzgerät in der Einsteigerklasse, die Dörr SnapShot Mini. Eine extrem seltene Wildkatze, ein Dachs mitten im Winter (da sollte er eigentlich schlafen), auf der ALDI Wildkamera war nichts drauf, die darunter hängende Wildkamera von Dörr lieferte großartige Bilder.

ALDI vs Dörr SnapShot Mini

ALDI MAGINON WK1 Wildkamera (links) vs. Dörr SnapShot Mini (rechts) – Bild: Wald-Prinz.de

Fazit: Anders als ALDI verspricht, handelt es sich bei der Wildkamera Maginon WK2 nicht um eine Wildkamera neuester Technologie. Daran ändert auch die Aufrüstung auf HD-Videos nichts. Die ALDI Wildkamera löst zu träge aus und macht sehr dürftige Nachtaufnahmen. Das Gehäuse ist gelinde gesagt Murks. Wer die Wildkamera nicht nur ein bisschen zum Spaß einsetzen möchte, sollte besser etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Für nur wenig mehr gibt es eine in allen wichtigen Belangen bessere Dörr SnapShot Mini bei Amazon.

Video: Wildkamera-Test Dörr vs. WaidLife

FOCUS-Redakteur Matthias Matting hat die Dörr SnapShot Pro 5.0 MP und die Waid-Life 12 MP S3ausprobiert.


Besondere Wildkamera-Features

Black-LEDs: Einige Wildkameras wie z.B. die Dörr SnapShot Mini Black verfügt über sog. Black-Vision-LEDs. Wenn in der Dunkelheit die LEDs die Szene ausleuchten, kann dies nicht wahrgenommen werden. Bei herkömmlichen Fotofallen kann man ein leichtes rötliches Glühen bei Nachtaufnahmen erkennen. Die Black LEDs hingegen, kann weder Wild noch Mensch erkennen. Das macht diese Wildkamera zur idealen Überwachungskamera. Der klare Nachteil der Black-LEDs ist die verminderte Reichweite. Das Licht der LEDs wird schließlich gefiltert. Bei dem Hersteller Dörr sind bei den Wildkameras mit Black LEDs daher immer mehr LEDs verbaut, als bei den ansonsten baugleichen Wildkameras mit regulären IR-LEDs. Und dennoch wird bei  den Black LED-Wildkameras ehrlicherweise eine geringere Reichweite angegeben.

Wald-Prinz Tipp: Wer die Wildkamera nicht unbedingt zur Objektüberwachung einsetzen will, sollte immer zu einer Fotofalle mit regulären LEDs greifen. Die sind billiger, die Qualität der Bilder ist bei Nacht besser, da die Belichtungsdauer dank der kräftigen LEDs kürzer gewählt werden kann und die ausgeleuchtete Fläche ist um einiges größer. Dem Wild ist das leichte, rötliche Glimmen der LEDs meist herzlich egal, das zeigen die vielen gelungenen Aufnahmen auch bei empfindlichem Wild wie Schwarz- oder Rotwild.

Weitwinkel/Panorama: In letzter Zeit kommen immer mehr Wildkameras auf den Markt, die einen größeren Bildausschnitt aufnehmen. Üblich war bisher ein Bildausschnitt von ca. 50°. Diese neuen Wildkameras decken 90°, teilweise 150° (Moultrie Panoramic 150) ab. Dabei kommen entweder Weitwinkelobjektive zum Einsatz oder das Panorama-Bild wird aus drei Einzelbildern zusammengesetzt. In der Praxis ist das ein gutes Feature. Man muss sich vorstellen, dass man in einem hektargroßen Wald eine Wildkamera fest installiert, die einen Bildausschnitt von 50° und nachts maximal 20m Tiefe erfasst. Links und rechts kann die Hölle los sein – Sie werden es leider nie erfahren. Hier helfen die Weitwinkel-Wildkameras.

Kabellose Bildübertragung an Blackbox: Die SPYPOINT Tiny-W überträgt ihre Bilder kabellos an eine Blackbox, die in einem Umkreis bis ca. 15 Meter um die Wildkamera herum versteckt werden kann. In der Blackbox befindet sich die SD-Karte und nur dort werden die Bilder gespeichert. Wenn jemand die Wildkamera entwendet, ist er mit ein wenig Glück auf den Bildern zu sehen. Und die Bilder sind sicher. So können Sie den Täter überführen.

MMS/GPRS Fotofalle Mobil BLACK-VERSION mit unsichtbarem IR-Blitz

Kabellose Bildübertragung per Mobilfunk: Einige Modelle senden die Bilder über ein eingebautes Handymodul direkt auf Smartphone, PC oder Mac. Die Übertragung der Bilder erfolgt dabei über das Daten-Netz der Mobilfunkanbieter. Sie kann per MMS geschehen oder via EDGE/GPRS/UMTS/LTE per Email. In jedem Falle erhalten Sie die Bilder unverzüglich, nachdem etwas passiert ist. Ist das Waldstück weit weg, spart dies Sprit, Zeit und Nerven. Wildkameras an schwer zugänglichen Stellen, müssen nicht länger über eine Leiter bedient werde. Und wenn die Wildkamera gestohlen wird, sind die Bilder des Diebes bereits übertragen und gespeichert. Voraussetzung ist allerdings eine ordentliche Netzabdeckung und eine Datenflatrate für die Mobilfunkkarte, die in dem Gerät eingesetzt wird. Insbesondere die Datenverbindung ist leider nicht in jedem Waldstück gegeben. Besser vorher testen!

Bei der Fotofalle Mobil BLACK-VERSION K91470 können jeweils bis zu 4 Handy Rufnummern und/oder Mailadressen hinterlegt werden, so dass die Aufnahmen auch einem größeren Personenkreis zur Verfügung stehen. Mit den schwarzen LEDs ist vom Aufglimmen der Blitzdioden zudem nichts zu sehen. Deshalb eignet sich diese Ausführung besonders als Überwachungskamera von Objekten oder das Fotografieren von empfindlichen Wild. Die MMS Wildkamera funktioniert natürlich auch ohne SIM-Karte.

Solarpanel liefert Strom: Von Spypoint kommt die Lösung einer externen Stromversorgung via Solarpanel. Damit lässt sich die Wildkamera dauerhaft mit Energie versorgen. Das ist besonders dort eine gute Idee, wo das überwachte Areal nicht betreten werden sollte, um Beunruhigungen zu vermeiden. Zum Beispiel bei Wildtier-Monitoring-Projekten. Allerdings funktioniert diese Lösung nur mit speziellen Akkus da diese vom Panel direkt mit Strom versorgt wird.

Sicherung der Wildkamera gegen Diebstahl

Der Diebstahl von Wildkameras ist ein leidiges Thema. Insbesondere Jäger, die häufig mehrere Fotofallen gleichzeitig im Einsatz haben, können ein Lied davon singen. Eine Wildkamera wird naturgemäß dort aufgehängt, wo wenig “Publikumsverkehr” herrscht, sie ist also unbewacht. Verstecken kann man die Wildkamera auch nicht vollständig, denn sie benötigt ja freie Sicht. Uns selbst die billigste Wildkamera besitzt einen Wert von 100 €, teure kosten auch gerne mehr als 300 €. Auch dem Team von Wald-Prinz.de sind schon Wildkameras abhanden gekommen. Da wir aus Gründen der Vergleichbarkeit regelmäßig mindestens zwei Wildkameras übereinander hängen haben, war der Ärger dann doppelt groß. In unserem Fall war der “Dieb” ein Treiber, der dachte, er hätte die gestohlenen Wildkameras des Jagdpächters wieder entdeckt. Wir haben unsere Wildkameras wieder zurück bekommen. Aber das ist eher die Ausnahme. Wie also kann man seine teure Wildkamera gegen Diebstahl schützen?

Python Kabelschloss zur Sicherung der Wildkamera

Python Kabelschloss zur Sicherung der Wildkamera

Option 1 – Sicherung per Kabelschloss: Die aus unserer Sicht sinnvollste Variante ist die Sicherung der Wildkamera mit einem Kabelschloss. Bewährt hat sich das Python Kabelschloss von MASTER LOCK. Der Vorteil des Python-Kabelschlosses liegt in seiner variablen Längeneinstellung. Man fädelt das Kabel durch die Ösen der Wildkamera, legt es um den Baum oder was auch immer Sicheres in der Nähe ist, führt das freie Kabelende in das Schloss und zieht es stramm. Schlüssel abziehen – fertig. Jetzt greifen Krallen in die Stahlseilummantelung und verbeißen sich so fest, dass das Kabel nicht herausgezogen werden kann. Der Marktführer, die Dörr SnapShot Wildkamera, besitzt auf der Rückseite des Gehäuses zwei massive Ösen mit 10 mm Durchmesser. Daher ist es eine Geschmacks- bzw. eine Preisfrage, ob man die 5mm- oder die 8mm-Variante des Python-Kabelschlosses verwendet.

Option 2 – Tarnung der Wildkamera: Gesichert oder ungesichert – in jedem Fall sollte man ein besonderes Augenmerk auf die möglichst versteckte Anbringung der Wildkamera legen. Die oft genutzte Anbringung der Fotofalle mit Hilfe der beiliegenden Gurte besitzt den Nachteil, dass der horizontal verlaufende Gurt im Wald sofort als Fremdkörper erkannt wird. Die Wildkamera mit bzw. im Gebüsch zu tarnen ist wenig sinnvoll, da die sich im Wind bewegenden Äste zu Fehlauslösungen führen. Entweder baut man einen Nistkasten kunstvoll um, oder man findet eine versteckte Stelle, die dennoch freie Sicht nach vorne bietet.

Soll die Fotofalle im Bereich “Objektschutz” eingesetzt werden, raten wir dringend zu einer Wildkamera mit schwarzen LEDs. Die qualitativ und preislich beste Wildkamera ist hier eindeutig die Dörr SnapShot Mini Black.

Option 3 – Mobilfunkbasierte Wildkameras: Wildkameras mit eingebautem Mobilfunk-Modul schützen die Wildkamera zwar nicht gegen Diebstahl, die bereits versendeten und so gesicherten Bilder helfen aber bei der Identifizierung des Täters. Die Bilder werden entweder per MMS versendet (teuer!). Oder die Bilder landen per GPRS in einem vorher benannten Email-Postfach. In Verbindung mit einem Prepaid-Datentarif (z.B. Congstar 200 MB 7,90 €/Monat) halten sich die Kosten im Rahmen. Aber wenn so eine Mobilfunk-Wildkamera gestohlen wird, sind dann auch gerne erst einmal 350 € futsch. Soviel kostet z.B. die SnapShot Mobil 5.0 IR.

Wald-Prinz Wildkamera-Test und Praxis-Tipps

Bei Wald-Prinz.de sind aktuell diverse Wildkameras im Langzeittest:

Die ausführlichen Testberichte haben wir auf unserer Schwester-Website www.Wildkamera-Test.com veröffentlicht

Stealth Cam STC U840IR: Die StealthCam STC-U840IR nimmt bis zu 9 Bilder in Serie mit wahlweise 1.3, 3.0 oder sogar 8.0 Megapixel Auflösung auf. Bei Videoaufnahmen in VGA-Auflösung stehen 10 Sekunden bis hin zu 180 Sekunden Aufnahmezeit zur Verfügung. Praktischerweise befindet sich auf der Vorderseite ein LCD-Display, das die Anzahl der Aufnahmen anzeigt. Wenn man die Wildkamera mühsam in einem Baum installiert hat, kann man so schon aus der Entfernung erkennen, ob Aufnahmen hinzu gekommen sind. Die verwendeten SD-Karten dürfen eine Speicherkapazität von max. 16 GB haben. Das reicht selbst bei höchster Auflösung immerhin für über 3.200 Aufnahmen (5MB pro Foto bei 8MP).

Serienbild-Funktion: Während die ALDI-Wildkamera und die Dörr SnapShot Mini immer nur Bilderserien von max. 3 Bildern aufnehmen, kann die StealthCam auf 9 Bilder pro Serie eingestellt werden. Die 9er Serie hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Oftmals war ein vorsichtiger Fuchs erst auf den letzten der 9 Bilder voll im Bild. Dieses Feature ist also absolut sinnvoll! Bei der ALDI- und der Dörr Wildkamera kann man allerdings die Pause zwischen zwei Bilderserien so klein einstellen, dass dieses Manko nahezu aufgehoben wird. Zudem kann man mit der ALDI Maginon WK 1 erst ein Bild machen, auf das dann ein Video folgt.

Die Dörr SnapShot Mini löst extrem schnell aus und macht dann max. 3 Bilder – Bild: Wald-Prinz.de

Die StealthCam löst spät aus, schießt dann aber bis zu 9 Bilder in kurzer Folge – Bild: Wald-Prinz.de

Riesige Unterschiede bei der Reaktionszeit: Ein Qualitätsmerkmal, das erst im direkten Vergleich auffällt, sind die unterschiedlichen Reaktionszeiten der Wild-Kameras. Im direkten Wettbewerb zwischen z.B. der Dörr SnapShot MINI und der StealthCam STC-U840IR löst die Dörr-Wildkamera deutlich vor der StealthCam aus! Der Vergleich der Bilderserien beweist es: Die Dörr SnapShot MINI (obere Serie) hat den sich nähernden Treiber frühzeitig registriert und in schneller Folge bereits 3 Bilder geschossen, bevor er den Baumstumpf erreicht. Die StealthCam legt erst los, als der Treiber bereits den Baumstumpf passiert hat.

Besonders eklatant wird der Unterschied in der Reaktionszeit bei schnell wechselndem Wild. Die beiden flüchtenden Rehe in dem unteren Bild wurden von der Dörr SnapShot zuverlässig erfasst. Hingegen löste die StealthCam, die direkt über der Dörr SnapShot Mini hing, also absolut identische Bedingungen hatte, gar nicht erst aus!

Tipp: Bei der Dörr die Pause zwischen zwei Aufnahme-Serien auf das kleinstmögliche Intervall (5 Sek) stellen. So gleicht man das Manko aus, dass nur maximal drei Bilder in einer Serie geschossen werden.

Wildschwein - Bild: Wald-Prinz.de

Rehe im vollen Lauf und trotzdem von der Dörr Fotofalle erwischt! – Bild: Wald-Prinz.de

Kleinere SD-Karten sinnvoll: Auch wenn 16 GB SD-Karten technisch möglich sind, reicht in der Praxis eine bzw. mehrere 2 GB SD-Karten völlig aus. Einfach immer eine frische Karte ins Gerät und die SD-Karte mit den Aufnahmen mit nach Hause nehmen. Nur wer auch den Video-Modus nutzen möchte, sollte größere SD-Karten verwenden. Eine 4 GB SD-Karte kann immerhin 56 Videos von 30 Sekunden Länge fassen. Bei nächtlichen schwarz-/weiß-Videos sind es dann schon 136 Video-Aufnahmen. Das reicht.

Objektüberwachung mit Wildkamera – Bild: Wald-Prinz.de

Infrarot-LEDs nicht unsichtbar: Nachdem die 8 AA-Batterien eingesetzt waren, wurde zunächst innerhalb der Wohnung Testaufnahmen gemacht. Bei Dunkelheit dann das erste “Aha-Erlebnis”. Die LEDs für die Infrarot-Nachtaufnahmen sind keineswegs unsichtbar. Es handelt sich ja nicht in klassischem Sinne um einen Blitz. Die LEDs leuchten während einer Aufnahme-Serie dauerhaft und strahlen deutlich sichtbar rot glühend. Tiere werden dadurch – wie die Aufnahmen belegen – nicht gestört. Aber ein menschlicher Störenfried kann nachts dieses Glühen bemerken und die Wildkamera stehlen. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, sollte sich nach einer Wildkamera mit schwarzen LEDs umschauen. Allerdings darf man dann nachts nicht von der gleichen Bildqualität ausgehen. Die schwarzen LEDs leuchten die Szenerie eben nicht genau so gut aus, wie die regulären LEDs. Tagsüber sind die Aufnahmen identisch.


Vorderansicht der Dörr SnapShot MINI - Grafik: Dörr

Vorderansicht der Dörr SnapShot MINI – Grafik: Dörr

Ausrichtung der Wildkamera: In der freien Wildbahn wurde dann erst mal “Lehrgeld” bezahlt. Die Wildkamera wurde auf ca. 1,70 m Höhe aufgehängt. Nach zwei Wochen war das Ergebnis der Fotofalle ernüchternd. Jede Menge Fehlaufnahmen. Der Grund: wenn sich im Erfassungsbereich der Bewegungssensoren ein Tier befand, schoss die Wildkamera meist über die Köpfe hinweg. Die Wildkamera sollte also entweder in geringer Höhe, quasi auf Augenhöhe mit Wildschwein, Reh & Co. aufgehängt werden (s. Bilder oben), oder aber von oben herab in einem relativ steilen Winkel positioniert werden (s. Bild Schutzhütte). Um Fehlaufnahmen zu vermeiden, sollte die Wildkamera nicht an sonnigen Plätzen eingesetzt werden. Zudem ist darauf zu achten, dass sich keine Äste im Wirkungsbereich des Sensors befinden. Eine optimale Ausrichtung erfolgt in Richtung Norden, mit der Sonne im Rücken. Sehr gute Bilder sind auch auf einem Wildwechsel zu erwarten, wenn dieser durch ein Dickicht oder eine dichte Naturverjüngung führt. Nach dem Motto: “Durch diese hohle Gasse muss er kommen”.

Innenansicht der Dörr SnapShot Mini - Grafik: Dörr

Innenansicht der Dörr SnapShot Mini – Grafik: Dörr

Tarnung der Wildkamera: Die Stealth Cam STC-U840IR ist mit einer Höhe von 28 cm nicht gerade winzig. Das in Camouflage-Optik gestaltete Gehäuse hilft zwar ein wenig, die Wildkamera zu tarnen. Aber alleine der mitgelieferte schwarze Gurt, mit dem die Wildkamera an einem Baumstamm befestigt wird, wirkt wie ein optischer Fremdkörper an einem Baumstamm. Die Dörr SnapShot Mini und auch die ALDI Maginon-Wildkamera bauen deutlich kleiner, ohne dass dies mit Einbußen bei der Qualität einhergeht. Aber grundsätzlich ist das Risiko nicht unerheblich, dass eine Fotofalle entdeckt und schlimmstenfalls auch gestohlen wird. Wald-Prinz.de ist es passiert, dass zwei funkelneue Wildkameras bereits nach einer Woche entwendet wurden. “Übeltäter” waren die Treiber bei einer Treibjagt, die dem Jagdpächter voller Stolz seine vor Zeiten gestohlenen Wildkameras präsentierten. Darauf dieser: “Toller Fund! Das sind allerdings nicht meine beiden gestohlenen Fotofallen…”

Anschlüssen der Dörr SnapShot MINI - Grafik Dörr

Anschlüsse der Dörr SnapShot MINI – Grafik Dörr

Achillesverse Batterielaufzeit: Insbesondere die Infrarot-Nachtaufnahmen, bei denen die LEDs die Szenerie ausleuchten gehen offensichtlich auf die Batterielebensdauer. Wenn dann noch klirrende Kälte hinzu kommt, sinkt die Lebensdauer der Batterien dramatisch. Im kalten Winter 2011 mit Temperaturen von -20°C und tiefer waren bei der StealthCam bereits nach wenigen Wochen neue Batterien fällig. Das ist gleich doppelt ärgerlich. Versagen die Batterien, fehlen nicht nur die Aufnahmen. Bei neu eingesetzten Batterien muss auch das ganze Menü wieder durchgearbeitet werden: Datum, Uhrzeit, Auflösung, Zoom-Optionen etc. Sehr nervig.

Die neueren Wildkameras von ALDI und Dörr haben das Batterieproblem nicht in gleichem Maße. Selbst bei Kälte reicht bei unserem Praxistest ein Batteriesatz (8x AA-Mignon) für mehrere Monate. Die Dörr war nach mehr als einem halben Jahr und trotz beinhartem Winter immer noch mit dem gleichen Batteriesatz unterwegs! Auch unsere ALDI-Wildkamera ist kein Batteriefresser. Allerdings berichten viele Nutzer der Maginon WK1 von katastrophalem Batterie-Verbrauch. In diesem Fall dürfte ein Fehler vorliegen. Umtauschen!

Externe Stromquellen wie zum Beispiel eine 12-V-Batterie, am besten noch in Lithium-Ausführung können dauerhaft Abhilfe schaffen. Ansonsten empfiehlt es sich, zur Kontrolle der Wildkamera nicht nur eine frische Speicherkarte, sondern sicherheitshalber auch einen Satz neuer Batterien mitzuführen. Bei ALDI, LIDL und Co. werden die AA-Batterien recht preiswert im praktischen 8er-Satz verkauft.

Ordentliche Bildqualität: Die Bildqualität aller getesteten Wildkameras ist vollkommen in Ordnung. Die Tag-Aufnahmen brauchen den Vergleich zu vielen Digital-Kameras kaum zu scheuen. Nachts darf man angesichts der Ausleuchtung mittels LEDs keine Wunder erwarten. Im Taschenlampenschein gelingen ja auch mit einer teuren Kamera keine guten Bilder. Die Bilder der Stealth Cam sind immerhin auch auf mittlere Entfernungen von 5-10 m noch recht gut ausgeleuchtet und hinreichend präzise. Im direkten Vergleich sind die Bilder der günstigeren Dörr allerdings eindeutig besser. Bei der ALDI-Wildkamera sind die Nachtaufnahmen im Nahbereich leider oft völlig überbelichtet.

Wald-Prinz Fazit: Die wahre Qualität einer Wildkamera kann man erst im direkten Vergleich zueinander ermitteln. Wer für 99 € eine ALDI Wildkamera gekauft hat und die ersten Aufnahmen sieht, mag durchaus zufrieden sein. Aber wieviele Bilder hätte eine andere Wildkamera in der gleichen Situation gemacht? Nach Monaten der Dauernutzung auch unter widrigsten Bedingungen mit Temperaturen unter -20°C steht unser Favorit ganz klar fest: Die Dörr SnapShot MINI UV552. Hier stimmt einfach alles. Diese Wildkamera bereitet und extrem viel Freude. Keine andere Wildkamera in unserem Test hat auch nur annähernd so zuverlässig qualitativ hochwertige Bilder abgeliefert. Im Vergleich dazu ist die ALDI-Wildkamera ein Blender. Hier sieht auf dem Papier alles Top aus. Aber in der Praxis enttäuscht diese Fotofalle auf ganzer Linie. Schreckliches Gehäuse, kryptische Bedienung und das Schlimmste – kaum ordentliche Bilder. Sorry ALDI.

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152 Kommentare

  1. Hallo Klare,

    @ “kann ich die Kameras auch hinter einer Fensterscheibe installieren?”: Nein, das funktioniert von dem Bewegungsmelder her nicht. Und nachts kommt noch das Problem der Blitz-Reflektion dazu.

    LG – der Wald-Prinz

  2. Guten Abend Wald – Prinz,
    vielen lieben Dank für Ihre präziese und schnelle Antwort. Werde, was die rechtliche Seite angeht, Ihrem Rat folgen und meinen Anwalt dazu befragen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Johanna Bertram

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