Waldbesitzer: Wem gehört der Wald?

Deutschland ist zu fast einem Drittel bewaldet. Rund 11,1 Millionen Hektar groß ist die Fläche, die in Deutschland von Wald bedeckt wird. Aber wem gehört dieser Wald? Wer ist der größte deutsche Waldbesitzer?

Waldbesitzer in Deutschland

Die zweite Bundeswaldinventur – kurz BWI2 – gibt die Antwort. Die BWI2 wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in den Jahren 2001 und 2002 erhoben und bis 2004 geprüft und ausgewertet. Unterschieden werden die folgenden Waldbesitzer:

  • Privatwald – Befindet sich Wald nicht im Eigentum von Städten, Gemeinden, Kirchen oder in der Hand des Staates, spricht man von Privatwald. Es handelt sich also um Wald im Eigentum von natürlichen oder juristischen Personen oder auch Personengesellschaften.
  • Körperschaftswald/Kommunalwald – gemäß § 3 Absatz 3 Bundeswaldgesetz handelt es sich hierbei um Wald im Alleineigentum von Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die wichtigsten:
  • Staatswald (Land) – In Deutschland wird der Begriff Staatswald zumeist gleichbedeutend mit Landesforst verstanden, dem Wald im Eigentum eines Bundeslandes.
  • Staatswald (Bund) – Als Staatsforst oder Staatswald (Bund) werden Wälder im staatlichen Eigentum bezeichnet. Der Wald im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wird, obgleich auch Staatsforst, zumeist als Bundesforst bezeichnet. Der Bundeswald befindet sich vor allem auf militärisch genutzten Flächen (z.B. Truppenübungsgelände) und entlang von Bundeswasserstraßen und Autobahnen.
  • Treuhandwald – Im Zuge der Bodenreform in der DDR enteigneter und in Volkseigentum überführter Wald wurde der Treuhand übergeben. Ziel ist es, diesen Wald zu privatisieren. Dieses geschieht durch die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG).



Der größte deutsche Waldbesitzer? Das Land Bayern!

Das Land Bayern, oder korrekt der „Freistaat Bayern“ ist mit ca. 770.000 ha der größte einzelne Waldbesitzer Deutschlands. Dabei ist der Anteil des Landeswaldes an der gesamten bayerischen Waldfläche mit 30,1% noch nicht einmal besonders hoch, sondern liegt recht nah am bundesdeutschen Durchschnitt (29,6%). Aber mit 2,56 Mio. ha ist Bayern einfach das mit Abstand größte Waldland Deutschlands. Fast ein Viertel (23,1%) des bundesdeutschen Waldes ist bayrisch.

Die Bedeutung des bayrischen Waldes wird deutlich, wenn man den Privatwald betrachtet. Bayrische Privatwald-Besitzer bewirtschaften absolut gesehen mehr Wald, als das flächenmäßig zweitgrößte „Waldland“ Baden-Württemberg insgesamt aufweist!

Waldbesitzer_Länder

Grafik: Wald-Prinz.de

Privatwald: NRW prozentual vorne

Prozentual gesehen, sind die Privatwaldbesitzer besonders stark in Nordrhein-Westfalen präsent. Über 2/3 der Waldfläche in NRW (insgesamt 887.550 ha) liegt in der Hand von privaten Waldbesitzern. Damit ist NRW beim Privatwald prozentual gesehen einsame Spitze!

Waldbesitzer

Grafik: Wald-Prinz.de

Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern: Die 534.962 ha des Mecklenburg-Vorpommernschen Waldes sind zu weniger als einem Viertel in Privatbesitz. Dagegen besitzen Bund (10,0%) und Land (40,8%) über die Hälfte des Waldes. Und auch beim Treuhandwald ist im Nordosten der Bundesrepublik beinahe Spitze: Der Treuhand-Anteil von 15,2% wird nur noch von Sachsen-Anhalt (15,8%) übertroffen. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass die letzten zur Verfügung stehenden Zahlen vor 7-8 Jahren erhoben worden sind. Die Situation dürfte sich inzwischen deutlich in Richtung Privatwald verschoben haben.

Die größten Privatwaldbesitzer

Die größten deutschen Privateigner von Wald sind mit Ausnahme der Constantia Forst GmbH, der Bofrost-Stiftung und der Blauwald GmbH allesamt Adelsfamilien. Kleine Randbemerkung: Die deutsche „No.1“, die Thurn und Taxis, würde in Österreich gerade einmal Platz 5 belegen (Fam. Mayr-Melnhof  34.550 ha, Melinda Esterházy 28.300 ha, Fam. Lichtenstein, 24.000 ha, Fam. Schwarzenberg, 23.280 ha). Und von einem Vergleich mit dem größten privaten Waldeigentümer in Europa will man gleich ganz absehen. Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA) aus Schweden besitzt mit 2,6 Millionen Hektar (!). Das entspricht dem 130-fachen der Waldfläche derer zu Thurn und Taxis und der gesamten Waldfläche Bayerns.

Wappen Thurn und Taxis

Wappen Thurn und Taxis

  • Thurn und Taxis: Die Thurn und Taxis verfügen mit knapp 20.000 ha über den größten Privatwaldbesitz in Deutschland. Bis zum Jahr 2004 war der Waldbesitz derer zu Thurn und Taxis sogar noch deutlich größer. Fürstin Gloria entschied sich seinerzeit für eine weniger starke Konzentration auf immobiles Vermögen und verkaufte zum 1. Januar 2004 den kompletten Forstbetrieb „Ebnat“ mit mehr als 5.000 Hektar Waldfläche an die Blauwald GmbH & Co. KG (s.u.) im Besitz der Familie Merckle.
  • Christian Erbprinz zu Fürstenberg – sein Waldbesitz umfasst in Deutschland ca. 18.000 ha. Zwei Drittel der Waldflächen befinden sich im Schwarzwald. Er besitzt darüber hinaus Wälder in Kanada und Österreich. Mit der Lignis GmbH & Co. KG baute Heinrich Prinz zu Fürstenberg ein Unternehmen zur Holzvermarktung auf, an dem er viele namhafte Fürstenhäuser beteiligte: Waldburg-Wolfegg, Leiningen, Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und Sayn-Wittgenstein-Hohenstein – zusammen 52.000 Hektar Wald.
  • Fürst von Hohenzollern: Die Forstbetriebsfläche der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern beträgt rund 15.000 ha; davon entfallen 12.800 ha auf das Bundesland Baden-Württemberg und 2.200 ha auf Bayern. Der Waldbesitz ist nicht arrondiert, sondern erstreckt sich über eine Ausdehnung von 180 km in Nord-Süd- und 420 km in Ost-West-Richtung.
  • Hatzfeld-Wildenburg: Auf einer Fläche von 14.940 ha betreibt die Hatzfeldt-Wildenburg´sche Verwaltung in Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen Waldwirtschaft. Die Wälder in Rheinland-Pfalz befinden sich seit über 500 Jahren im Besitz der Familie von Hatzfeldt-Wildenburg. Alleine die Hatzfeldt’sche Standesherrschaft Wildenburg-Schönstein umfasst 10.500 ha. In den Jahren 2001-2003 wurde in Brandenburg das „Revier Massow“ mit über 6.600 ha von der BVVG und privaten Eigentümern dazu gekauft.
  • Riedesel Freiherren zu Eisenbach: Die Waldgesellschaft der Riedesel Freiherren zu Eisenbach GbR ist ein forstlicher Zusammenschluss von 20 Gesellschaftern mit einer Betriebsfläche von ca. 14.000 ha Privatwald in Hessen. Operativ arbeitet die Waldgesellschaft mit 8 Revierförstereien. Ein zentrales Verkaufsbüro vermarktet die Rundholzprodukte.

    Sayn_Wittgenstein_Wappen

    Wappen Sayn-Wittgenstein

  • Sayn Wittgenstein-Berleburg: Die Familie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg verfügt seit Jahrhunderten über ausgeprägte Waldflächen. Mit ca. 13.100 ha Fläche ist der Betrieb der „Wittgenstein-Berleburg’sche Rentkammer“ der größte private Forstbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Die bewirtschaftete Fläche verteilt sich über insgesamt acht Förstereien.
  • Wittelsbacher Ausgleichsfonds: Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) wurde durch ein bayerisches Gesetz am 9. März 1923 zur Verwaltung des Vermögens der entmachteten Dynastie gegründet. Es handelt sich um eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die Erträge stehen den Mitgliedern des Hauses Wittelsbach zu. Die Forstdirektion des Wittelsbacher Ausgleichsfonds bewirtschaftet 11.840 ha Wald. Darunter den ca. 5.000 ha großen Köschinger Forst, den 2.000 ha großen Dürnbucher Forst,  sowie den mit 1.600 ha größten zusammenhängenden Auwald Bayerns (zwischen Neuburg und Ingolstadt).
  • Haus Oettingen-Wallerstein: Heute führt Erbprinz Carl-Eugen die Geschäfte der Unternehmensgruppe Fürst Wallerstein, die neben dem Brauhaus und Immobilien auch den Bereich „Forst“ umfasst. Die Fürst Wallerstein Forstbetriebe bewirtschaften ca. 11.000 ha Wald. Die Wälder liegen zu rund 60% im schwäbischen Landkreis Donau-Ries, der Rest im angrenzenden Württemberg. Prinz Krafft Ernst zu Oettingen-Wallerstein verwaltet das Schloss Seyfriedsberg mitsamt seiner knapp 1.200 ha Wald, die in den Gemeinden Ziemetshausen und Aichen liegen.
  • Waldburg zu Zeil und Trauchburg: Der Familie rund um Georg Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg gehören rund 10.000 ha Grund in Baden-Württemberg und Bayern, insbesondere Wald. Im ehemaligen Landkreis Wangen (Allgäu) konstatierte 1968 der damalige Landrat Walter Münch „Jeder zweite Baum ist ein fürstlicher Baum.“ Mit der Verwaltung der im Besitz des Fürsten befindlichen Forste und dem Betrieb des angegliederten Holzhofes befasst sich die „Fuerstlich Waldburg Zeilsche Forstverwaltung“.
  • Arenberg-Meppen GmbH: Die Arenberg-Meppen GmbH ist 1928 aus diesem früheren emsländischen Besitz der Herzöge von Arenberg entstanden. Der Arenberg-Meppener Forstbetrieb bewirtschaftet in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Grafschaft Bentheim fast 9.500 ha eigene Wälder, sie ist damit die größte Privatwaldbesitzerin Niedersachsens. Alleingesellschafterin ist die gemeinnützige „Stiftung Herzog von Arenberg“ in Düsseldorf. Zu den größten Arenberg-Meppener Wäldern gehören der Engelbertswald in Geeste, das Waldgebiet Rechtemoor in Heede, der Hedwigenwald zwischen Sögel und Börger und der Eleonorenwald zwischen Vrees und Friesoythe. Weitere über 2.500 ha landwirtschaftlicher Fläche sind verpachtet.
  • Constantia Forst GmbH: Als Wolfgang-Ernst Fürst zu Ysenburg und Büdingen im Jahr 1990 die Wirtschaftsunternehmen des Fürstenhauses übernahm, verwaltete die Unternehmensgruppe „Fürst zu Ysenburg und Büdingen mbH“ noch einen der größten privaten Forstbetriebe Deutschlands mit einer Waldfläche von ca. 10.000 ha. In Folge von Fehlinvestitionen und Fehlspekulationen mussten große Teile des Fürstlich Ysenburg-Büdingischen Besitzes verkauft werden. Im Jahr 2005 wurde sogar beim Amtsgericht Friedberg ein „masseloses Insolvenzverfahren“ über den Forstbetrieb des Fürstenhauses eröffnet. Der Büdinger Wald wurde durch den Insolvenzverwalter am 31. Mai 2006 an die „Constantia Forst GmbH“ veräußert, dahinter stehen zwei Investorenfamilien aus Wien. Mit einer Gesamtbetriebsfläche von ca. 9.250 ha (davon 25 ha Wasser und 125 ha Steinbrüche) gehört der Büdinger Wald zu den größten zusammenhängenden Privatforstbetrieben Deutschlands. Der Forstbetrieb der Constantia Forst GmbH ist in die drei Forstreviere Breitenborn, Wächtersbach und Waldensberg gegliedert.
  • Haus Sachsen-Coburg und Gotha: Die „Herzoglich Sachsen Coburg und Gotha´sche Forstverwaltung“ bewirtschaftet ca. 9.000 ha Wald. Rund 2.000 ha kaufte Familienoberhaupt Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha erst 1996 für die Familie zurück. Weitere rund 7.000 ha kamen nach einem juristischen Tauziehen mit abschließendem Vergleich um die Jahrtausendwende hinzu. Der Forst derer von Sachsen-Coburg und Gotha ist heute der größte zusammenhängende Privatwald in Ostdeutschland.

    Blauwald Forst

    Logo Blauwald

  • Blauwald GmbH & Co. KG: Das Forstwirtschaftsunternehmen „Blauwald“ mit Sitz in Aalen (Baden-Württemberg) befindet sich in Besitz der Familie Merckle (Phoenix Pharmahandel, CT Arzneimittel, Kässbohrer, HeidelbergCement, etc.). Der Blauwald-Grundbesitz umfasst rund 12.000 ha, davon rund 8.500 ha Wald. Die größten Waldflächen erwarb Blauwald mit Wirkung zum 1. Januar 2004 vom Fürstenhaus Thurn und Taxis: Der komplette Forstbetrieb „Ebnat“ mit mehr als 5.000 Hektar Wald umfasst Waldflächen im Schwäbischen Jura, den Randgebieten des Nördlinger Rieses und in Mainfranken bei Grettstadt. Einige dieser Wälder zählen zu den forstwirtschaftlich leistungsfähigsten Waldstandorten Deutschlands. Weitere Zukäufe waren die mehr als 800 Hektar (etwa die Hälfte) des Blaubeurener Stadtwaldes (der Ort ist Sitz des Merckle-Konzerns) für insgesamt 6,4 Mio. € (= 80 ct/m²), große Teile des Stadtwaldes von Ulm, Waldgebiete im Vogtland von der BVVG und rekultivierte Abraumhalden von der LMBV und der BVVG, Wälder von der württembergischen Baronin Speth-Schülzburg sowie kleinere Waldflächen in Mecklenburg-Vorpommern (ebenfalls von der BVVG). Hochgebirgswald und Almflächen des Fürstenhauses Wolfegg im Oberallgäu (900 ha Forst, rund 700 ha Alm) zählten ebenfalls zum Forstbetrieb, wurden jedoch im Jahr 2012 verkauft. Neben dem eigenen Wald bewirtschaftet Blauwald noch ca. 3.000 ha Wald von angrenzenden Waldbesitzern, u.a. die Forstreviere Auernheim und Hohenberg vom Prinz Emmeram von und zu Liechtenstein, die Forstreviere Hochstatt und Labersberg des Prinzen Hugo von und zu Liechtenstein, das Forstrevier Neresheim von Prinzessin Daria von Thurn und Taxis, sowie der Forstbetrieb Amerdingen von Alfred Schenk Graf von Stauffenberg.
  • Sayn-Wittgenstein-Hohenstein: Auch die zweite der drei Linien derer zu Sayn-Wittgenstein besitzt ausgedehnte Waldflächen. Wie viele andere Großprivatwaldeigentümer teilte Fürst August zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein seinen ursprünglich 13.000 ha umfassenden Forstbesitz südlich des westfälischen Sauerlandes aus Sorge vor einer drohenden Bodenreform nach dem letzten Weltkrieg in rund ein Dutzend Waldgüter auf. Anschließend verbanden sich die mitunter nur weitläufig verwandten Erben des Fürsten in einer BGB-Gesellschaft, die den gesamten Wittgenstein’schen Wald bis zum Ende der 80er Jahre eigentumsübergreifend bewirtschaftete. Derzeit bewirtschaftet die sog. Rentkammer Wittgenstein ca. 7.800 ha Wald im Eigentum der Gesellschafter und ca. 1.100 ha im Eigentum von Dritten.
  • Arenberg-Schleiden GmbH: Um eine übermäßige Flächenverringerung durch Realerbteilung zu verhindern, hat sich die Familie des Hauses von Arenberg bereits in der Zeit von 1928 bis 1932 für eine Gesellschaftsgründung entschieden. Neben der Arenberg-Meppen GmbH (s.o) wurde auch die Arenberg-Schleiden GmbH gegründet. Der in der Nordeifel am Westwall gelegene Forstbetrieb bewirtschaftet eine Fläche von 7.835 ha und wird von drei Revierleitern bewältigt. Durch Verhandlungen zur Arrondierung des in direkter Nachbarschaft des Forstbetriebes liegenden „Nationalpark Eifel“ konnten arenbergische Flächen gegen Staatswaldflächen so getauscht werden, dass Arenberg einen Flächengewinn von 90 Hektar ohne Aufwendung eigener finanzieller Mittel realisieren konnte.
  • Fürstenhaus Löwenstein: Das Fürstlich-Löwenstein’sche Forstamt unter der Leitung von Dr. Stephanie Prinzessin zu Löwenstein bewirschaftet im Spessart (Forstamt Einsiedel) und im Odenwald (Forstamt Hainhaus) eine Waldfläche von insgesamt ca. 7.000 ha.
  • Toerring Forst: Der deutsche Waldbesitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach liegt im Voralpengebiet Bayerns und Baden-Württembergs. Toerring Forst bewirtschaftet 6.000 ha Wirtschaftswald von 2 Eigentümerfamilien in Oberbayern und Oberschwaben. Weitere 2.500 ha Waldflächen liegen im Bundesstaat Washington/USA.
  • Familie von Bernstorff: Die ehemaligen ausgedehnten Heideflächen und Moore der Gutsherrschaft Gartow im heutigen Landkreis Lüchow-Dannenberg wurden zunächst landwirtschaftlich nutzbar gemacht, um zu Beginn des 19. Jahrhunderts großflächig aufgeforstet zu werden. Heute befindet sich ein geschlossener Waldkomplex von 5.700 ha im Familienbesitz, eines der größten Waldgüter Niedersachsens. Daneben umfassen die Gräflich Bernstoff’schen Betriebe weitere ca. 850 ha Acker- und Grünland. Seit der Restitution im Jahr 1993 ist auch Gut Stintenburg in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 1.400 ha Wasser, Wald, Äckern und Weiden wieder im Besitz der Familie von Bernstorff.
  • Bofrost-Familienstiftung: Die gesamte Waldfläche der Bofrost-Stiftung dürfte sich auf ca. 5.700 ha belaufen. Die Bofrost-Stiftung besaß bereits 3.200 ha Wald in der Fränkischen Schweiz und dem Odenwald, als man 2009 weitere rund 2.500 ha Eifelwald vom Land Nordrhein-Westfalen zu 0,94 €/m² kaufte.

    Wappen Wied

    Wappen Wied

  • Fürstenhaus zu Wied: Zum Immobilienvermögen der Nachfahren von Friedrich Wilhelm zu Wied († 28. August 2000) zählt u.a. die ererbte Forstwirtschaft van ca. 5.500 ha und die Landwirtschaft mit weiteren ca. 2.000 ha. Mit dem Verkaufserlös mehrerer Kunstwerke und Druckplatten erweiterte Friedrich Wilhelm zu Wied den familieneigenen Forstbetrieb durch den Erwerb von 25.000 ha Wald in British Columbia (Kanada). Zur besseren Verwaltung dieses Forstbesitzes, gründete Friedrich Wilhelm 1981 die „Beaumont Timber Company Ltd“, inzwischen einer der größten privaten Waldbesitzer British Columbias. Bis 2015 führte Friedrich August Maximilian Wilhelm Carl Fürst zu Wied die Geschäfte des Fürstenhauses, bis er im März 2015 im Alter von nur 53 Jahren verstarb.
  • Haus Waldburg-Wolfegg: Der ca. 5.500 ha große Forst ist jahrhundertealtes Stammvermögen des Hauses Waldburg. Der Forstbetrieb bewirtschaftet in den beiden Revieren Wolfegg und Rohrmoos die ca. 5.500 ha Wald des Eigentümers, Fürst Johannes von Waldburg zu Wolfegg und Waldsee, sowie ca. 1.800 ha Mandantenwald.
  • Haus Württemberg: Seit 1975 leitet Carl Herzog von Württemberg die „Hofkammer des Hauses Württemberg“ mit dem Unternehmenssitz Schloss Friedrichshafen. Der Waldbesitz des Herzogs von Württemberg wird vom Geschäftsbereich Forstwirtschaft der Hofkammer des Hauses Württemberg betreut und bewirtschaftet. Die gesamte Waldfläche beträgt über 5.000 ha mit deutlichem Schwerpunkt beim Nadelholz mit ca. 70% der Fläche. Der jährliche Holzeinschlag liegt bei ca. 50.000 fm. Die Zentrale des Forstbetriebes befindet sich in Altshausen, Kreis Ravensburg. Die Reviere Altshausen und Göggingen mit je ca. 1.900 ha betreuen den Waldbesitz im Raum Altshausen – Sigmaringen – Wilhelmsdorf und Friedrichshafen. Das Revier Pfahlhof mit ca. 1.400 ha ist für den Waldbesitz im Raum  nördlich von Stuttgart, von Bietigheim bis nach Winnenden / Waiblingen, zuständig. Neben dem Wald des Hauses Württemberg verwaltet die Hofkammer des Hauses Württemberg weitere ca. 2.000 Hektar Wiesen und Äcker, 50 Hektar Weinberge sowie etwa 700 Grundstücke im In- und Ausland, Wälder in Kanada und Österreich sowie div. Firmenbeteiligungen.
  • Graf v.d. Schulenburg: Die Gräflich von der Schulenburg’sche Forstverwaltung von Günther Graf von der Schulenburg bewirtschaftet insgesamt 5.430 ha Forstfläche in den Bundesländern Niedersachsen (Region Wolfsburg und Gifhorn), Sachsen-Anhalt (Altmark und Letzlinger Heide) und Brandenburg (Fläming)
  • Haus Bismarck: Ferdinand Fürst von Bismarck, der Urenkel des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck, bewirtschaftet als Familienvorstand des Hauses Bismarck noch ca. 4.500 ha des ehemals 6.000 ha umfassenden Forstgutsbezirks Sachsenwald, Schleswig-Holsteins größtem zusammenhängenden Waldgebiets. Kaiser Wilhelm I. schenkte Otto von Bismarck am 24. Juni 1871 den Sachsenwald in Anerkennung seiner Verdienste um die Reichsgründung. Im Jahr 2003 erwarb der Reeder Eberhard von Rantzau (Honorarkonsul von Südafrika) ca. 2.250 ha des Sachsenwalds von der Familie von Bismarck.
  • Fürstenhäuser Castell-Rüdenhausen und Castell-Castell: Die Fürstlich Castell’sche Forstverwaltung bewirtschaftet den Waldbesitz der beiden Linien. Die Gesamtfläche umfasst 4.478 ha Wald (Stand 2008) verteilt auf acht Forstreviere in Unter-, Mittel- und Oberfranken sowie in Thüringen.
  • Fürstlich Löwenstein-Wertheim-Freudenberg’sche Verwaltung: Die 4.448 ha großen fürstlichen Wälder liegen zwischen Aschaffenburg und Würzburg, im Gebiet Mainspessart und Odenwaldrand sowie in den Löwensteiner und Waldenburger Berge. Die Gesamtfläche verteilt sich auf die Bundesländer Baden Württemberg und Bayern, wobei der bayerische Besitz mit 943 ha den kleinsten Anteil hat. Die Fläche in Baden-Württemberg mit 3.526 ha beinhaltet 1.841 ha in Wertheim (Revier Nassig), 1.047 ha im Revier Göckelhof (Kreuzwertheim) und 1.560 ha in Löwenstein (Revier Löwenstein).
  • Solms-Laubach:  Der Forstbetrieb Solms-Laubach bzw. die Graf zu Solms Laubach’sche Rentkammer bewirtschaftet unter der Leitung von Karl Georg Graf zu Solms-Laubach eine Waldfläche von 4.250 ha im „Vorderen“ Vogelsberg. Davon entfallen auf den sog. Holzboden 3.900 ha und auf den sog. Nichtholzboden (z.B. Wiesen, Teiche, Wege, Fließgewässer etc.) 350 ha.
  • Gräflich-Erbach-Fürstenauische Verwaltung: Unter der Leitung von Familienoberhaupt Raimund Graf zu Erbach Fürstenau bewirtschaftet der Forstbetrieb eine Gesamtfläche von 4.250 ha, davon 4.212 ha Forstbetriebsfläche. Die familieneigenen Flächen liegen zu 100 Prozent im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
  • Sebastian Freiherr von Rotenhan: Freiherr von Rotenhan ist Waldbesitzer im fränkischen Rentweinsdorf, im sächsischen Hohenstein-Ernstthal und im südbrandenburgischen Reuthen. Der Waldbesitz der Familie von Rotenhan erstreckt sich über insgesamt 4.200 ha. Alleine der Wald bei Rentweinsdorf in Unterfranken ist 1.260 ha groß. Von Rotenhan war maßgeblich an der Reform der Bayerischen Staatsforstverwaltung beteiligt. Seit 1998 forderte er, letztendlich mit Erfolg, die Auflösung der Einheitsforstämter und die Schaffung privatrechtlicher Strukturen für die Staatsforsten.
  • Fürstenhaus Oettingen-Spielberg: Die Fürst zu Oettingen-Spielberg`sche Forstverwaltung bewirtschaftet rund 4.000 ha Wald.
  • Fürstenhaus Salm-Salm: Der Fürstlich Salm-Salmsche Privatforst wird vom Forstamt der Fürstlich Salm-Salm’schen Verwaltung in Rhede unter der Leitung von Dr. Emanuel Erbprinz zu Salm-Salm bewirtschaftet. Die Waldflächen sind ca. 3.800 ha groß, darunter befindet sich ein 1.000 ha großes zusammenhängendes Waldstück, das größte im gesamten Kreis Borken.
  • Fürstenhaus Schaumburg-Lippe: Fürst Alexander wird 2003 nach dem Tod seines älteren Bruders Georg Wilhelm Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe. Der Privatforstbetrieb des Fürsten zu Schaumburg-Lippe bewirtschaftet im Südwesten von Niedersachsen, im Landkreis Schaumburg, eine Gesamtfläche von 3.720 ha. Stammsitz des Hauses und Sitz des fürstlichen Forstamtes ist Schloss Bückeburg. In Österreich, im Brunnental von Steyerling, bewirtschaftet die „Fürstlich Schaumburg-Lippische Forstverwaltung“, die ebenfalls zum Besitz des Fürsten gehört, weitere 7.000 ha Wald. Gleichzeitig unterhält der Betrieb die größte Fischerei in der Region.
  • Fürstenhaus Waldeck-Pyrmont: Wittekind Prinz zu Waldeck und Pyrmont bewirtschaftet mit dem „Fürstlich Waldeckschen Forstamt Arolsen“ eine arrondierte Betriebsfläche von ca. 3.300 ha im Nordosten von Hessen. Ein Charakteristikum dieses Forstbetriebes ist der alte Buchenbestand. 60% der Buchen sind älter als 120 Jahre.
  • Fuggersche Stiftungen: Die „Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration“ wacht über das Stiftungs-Forstamt in Laugna bzw. mehrere Forstdienststellen, die für die nachhaltige Bewirtschaftung der 3.200 ha großen Stiftungswälder verantwortlich.
  • Familie Henkel: Die Industriellen-Familie Henkel (DAX 30-Konzern mit Stammsitz in Düsseldorf) besitzt rund 3.200 ha Wald im oberbayerischen Inntal bei Flintsbach am Inn. In den 30er-Jahren hatte der Großkonzern die Fläche von der Firma Steinbeis erworben. Weitere Waldflächen besitzt die Familie im Nationalpark Harz.
  • Fürstenhaus Hohenlohe-Langenburg: Ca. 2.700 ha umfasst der Waldbesitz rings um Langenburg und Weikersheim, der von der „Fürstlichen Forstverwaltung Hohenlohe-Langenburg“ unter der Leitung von Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg bewirtschaftet wird.
  • Graf zu Königsegg-Aulendorf: Der Forstbetrieb Graf zu Königsegg-Aulendorf umfasst ca. 2.500 ha Wald und befindet sich zum überwiegenden Teil im Westen des Landkreises Ravensburg in Oberschwaben.
  • Fürstenhaus Hohenlohe-Waldenburg: Die Fürstliche Forstverwaltung Hohenlohe-Waldenburg bewirtschaftet im Neckarland 2.205 ha Wald. In den letzten Jahren erfolgte die Abkehr von der Fichte und die Umsetzung der naturgemäßen Waldwirtschaft.
  • Prinz Ludwig von Baden: Der Waldbesitz des Prinzen Ludwig von Baden erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von rund 2.000 ha über die Höhenrücken und Taleinschnitte des hohen Odenwaldes und des Neckartals. Die Holzvermarktung erfolgt durch das Markgräflich Badische Forstamt Zwingenberg.
  • Paul Graf von Schönborn: Die Forstverwaltung Graf von Schönborn im unterfränkischen Landkreis Kitzingen umfasst eine Waldfläche von rund 1.600 ha. Eingeschnitten werden die jährlich ca. 7.000 fm Holz im eigenen Sägewerk, in Wiesenheit. Zu dem Besitz gehören auch 900 ha Landwirtschaft und ca. 50 Einzelteiche mit einer Gesamtwasserfläche von ca. 88 ha.
  • Gut Karow GbR: Das Forstrevier Gut Karow – Hahnenhorst hat eine Gesamtwaldfläche von 1.200 ha. Zum Gut am westlichen Rand der Mecklenburger Seenplatte gehören weiterhin fast 1.000 ha Ackerfläche sowie ca. 400 ha Wiesen und Weiden. Vater Haimo Schlutius und Sohn Stefan Schlutius sind die beiden Inhaber der Gut Karow GbR.
  • Philipp zu Guttenberg: Der Bruder des ehemaligen deutschen Verteidigungsministers  hat nach der Aufteilung des Erbes das Familienschloss in Oberfranken und das Familienunternehmen übernommen. Schloss und Forstbetrieb wurde 2009 in eine Privatstiftung mit Sitz in Österreich eingebracht. Neben dem deutschen Forstbetrieb mit ca. 1.000 ha in Oberfranken und Hessen erwarb zu Guttenberg einen weiteren 4.000 ha großen Forstbetrieb in der Steiermark. Er ist zudem Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und Vizepräsident des Europäischen Waldbesitzerverbandes (CEPF).
  • Haus Wettin: Daniel Prinz von Sachsen leitet seit 2007 die Wettinische Forstverwaltung. Die Wettinische Forstverwaltung ist ein privater Familienforstbetrieb und entstand 2002 durch den Rückkauf eines Teils des ehemaligen Familienwaldes der ehemaligen Könige von Sachsen. Der Forstbetrieb bewirtschaftet über 1.000 ha Wald zwischen Radebeul und Friedewald im Landkreis Meißen.
  • Familie von Bodenhausen: Irene und Melchior von Bodenhausen bewirtschaften einen Forst von ca. 1.000 ha Fläche, der streng genommen zwei Familien gehört. Ein Teil gehört der Adelsfamilie Buttlar aus Ermschwerd am Nordhang des Kaufunger Waldes (Irene v. Bodenhausen ist eine geb. Freiin v. Buttlar-Zegenberg). Der zweite Teil umfasst den Wald der von Bodenhausens am Forsthaus Hasenwinkel bei Ballenhausen.
  • Gräflich von Bodmannsches Rentamt: Die über 1.000 ha großen Wälder des Freiherrn von Bodmann liegen um das idyllische Bodman in unmittelbarer Nähe zum Bodensee. So liegt auch die bekannte Marienschlucht sowie vielfältige Aussichtspunkte im Bodmanschen Waldgebiet.
  • Carl Graf von Hardenberg: Neben den gräflichen Kornbrennerei (der Schnaps mit dem Keilerkopf) befinden sich ca. 1.000 ha Forst sowie 600 ha Ackerland im Besitz des Grafen.
  • Wilhelm von Carlowitz: Er ist der Nachfahre von Hans Carl von Carlowitz. Den Namen kennen Sie nicht? Hans Carl von Carlowitz schrieb 1713 (!) mit der „Sylvicultura oeconomica“, oder „haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ das erste geschlossene Werk über die Forstwirtschaft und gilt als wesentlicher Schöpfer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des Waldes im Vordergrund steht. Grund genug für uns, seinen Nachfahren Wilhelm von Carlowitz in dieser Liste aufzuführen, obwohl dieser „nur“ 650 ha Kiefernwald in der Altmark, nordöstlich vom Harz sein Eigen nennt.

Interessante Staatsforsten


Als Staatsforst oder Staatswald (Bund) werden Wälder im staatlichen Eigentum bezeichnet. Der Wald im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wird, obgleich auch Staatsforst, zumeist als Bundesforst bezeichnet. Der Bundeswald befindet sich vor allem auf militärisch genutzten Flächen und entlang von Bundeswasserstraßen und Autobahnen. darüber hinaus gibt es einige besonders interessante Staatsforsten:

  • Staatsforst Göhrde: Der Staatsforst Göhrde ist rund 7.500 ha groß und ist damit das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands. Der Forst ist ein Teilbereich des Naturparks Elbhöhen-Wendland.
  • Klever Reichswald: Mit etwa 5.100 ha Fläche ist der Klever Reichswald das größte zusammenhängende Waldgebiet des Niederrheins und der größte zusammenhängende öffentliche Staatsforst in Nordrhein-Westfalen. Er liegt zwischen Goch, Kleve und Kranenburg. Das Kernstück des Reichswaldes bildet das 580 ha große Naturschutzgebiet Geldenberg mit zwei Naturwaldzellen mit einer Größe von insgesamt 49 ha.
  • Staatsforst Hinzel bei Oerel: Mit einer Fläche von 2.715 ha ist der westlich von Bremervörde gelegene Staatsforst Hinzel eines der größten Waldgebiete zwischen Elbe und Weser.
  • Staatsforst Burgholz: Mit „Staatsforst Burgholz“ wird ein 1.000 ha großes Waldgebiet auf Wuppertaler und Solinger Stadtgebiet bezeichnet. Der größte Teil davon ist Naturschutzgebiet. Ein engerer Bereich von ca. 250 Hektar ist unter dem Namen „Arboretum Burgholz“ bekannt, hier werden forstwissenschaftliche Studien auf Basis seiner bundesweit einmaligen Sammlung verschiedener teils auch exotischer Gehölze und fremdländischen Baumarten durchgeführt.

Die größten Köperschaftswälder

  • Klosterkammer Hannover: Die Klosterkammer Hannover ist eine Landesbehörde und Stiftungsorgan im Dienstbereich des Nds. Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Der Klosterkammerforstbetrieb (KFB) wird von den Klosterforstämtern in Soltau und Westerhof verwaltet und umfasst eine Betriebsfläche von 24.400 ha Wald. Um diesen Wald dem Stiftungszweck entsprechend erwerbswirtschaftlich und effizient bewirtschaften zu können, wurden die Klosterforsten mit dem Geschäftsjahr 1999 in einen Landesbetrieb umgewandelt. Im Nordbetriebsteil werden etwa 14.200 Hektar Wald in der Lüneburger Heide bewirtschaftet. Der Südbetriebsteil bewirtschaftet zirka 10.200 Hektar Wald im südniedersächsischen Raum. Außer dem Klosterkammerforstbetrieb gehört auch der Stiftsforstbetrieb Ilfeld mit der Stiftsoberförsterei Ilfeld im Bundesland Thüringen zum Verwaltungsbereich der Klosterkammer. Er umfasst eine Forstfläche von rund 1.573 Hektar.
  • Evangelische Stiftung Pflege Schönau: Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) ist eine selbständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Heidelberg. Sie ist Rechtsnachfolgerin des „Unterländer Evangelischen Kirchenfonds“, der auf die 1560 eingerichtete Verwaltung der Besitztümer des 1558 aufgehobenen Klosters Schönau zurückgeht. Mit über 7.500 ha Wald ist die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) die größte körperschaftliche Waldbesitzerin in Baden-Württemberg
  • Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz: Der Wald des ehemaligen „Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds“ ist am 01.01.2005 in der „Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz“ (SBK) aufgegangen, deren Teilvermögen er ist. Er umfasst rund 5.500 ha. Der Stiftungswald ist in drei Stiftungsförstereien gegliedert.

Die größten Stadtwälder

Berliner Forsten

Logo Berliner Forsten

Mit Stadtwald wird ein Wald bezeichnet, der sich im Besitz einer Stadt befindet. Nach § 3 Bundeswaldgesetz handelt es sich bei Stadtwäldern in der Regel auch um Körperschaftswald.

  • Berliner Forsten: Deutschlands größten Stadtwald bewirtschaften die Berliner Forsten. 1990 wurde die Rückübertragung von ca. 13.000 ha ehemaliger Berliner Stadtwaldflächen in Brandenburg bei der Treuhandanstalt beantragt. Die Rückübertragung dieser Fläche in das Eigentum des Landes Berlin ist mittlerweile abgeschlossen. Mit einer verwalteten Fläche von ca. 29.000 ha Wald in Berlin (ca. 17.000 ha) und Brandenburg (ca. 11.000 ha) sind die Berliner Forsten die größte Stadtforstverwaltung Deutschlands. Anfang 2004 wurden die ehemals acht Forstämter zu vier zusammengefasst: Forstamt Grunewald 6.000 ha, Forstamt Köpenick 8.500 ha, Forstamt Pankow 8.500 ha und das Forstamt Tegel 6.000 ha.
  • Stadtwald Brilon: Der größte Kommunalwald Deutschlands ist der Stadtwald Brilon im östlichen Sauerland. Die 7.750 ha des Stadtwaldes Brilon  sind in fünf Reviere aufgeteilt. Der Jahreseinschlag beträgt ca. 55.000 Festmeter, davon 75 % Nadelholz und 25 % Laubholz. Die Waldarbeiten werden durch rund 20 städtische Forstwirte ausgeführt.
  • Augsburger Stadtwald: Die Forstverwaltung der Stadt Augsburg ist mit einer Waldfläche von rund 7.679 ha zudem der größte kommunale Waldbesitzer in Bayern. Die Waldfläche verteilt sich auf sieben städtische Forstreviere. Zwei Reviere befinden sich im Stadtgebiet, die übrigen liegen außerhalb der Stadtgrenzen. Der Augsburger Stadtwald ist mit 2.150 ha Bayerns größter zusammenhängender Auwald. Seit etwa 75 Jahren besitzt die Stadt Augsburg auch über 800 ha Wald in der nördlichen Oberpfalz. Dabei handelt es sich um Waldflächen des ehemaligen Schlossgutes Fuchsmühl.

Wald-Prinz.de hat in einer fast unmenschlichen Fleißarbeit die Liste der 100 größten Stadtwälder Deutschlands zusammengestellt.

Die größen Universitätsforsten

  • Universitätsforst Greifswald: Die Universität Greifswald verlor im Laufe der Geschichte viele ihrer Besitztümer. Vor der Bodenreform der DDR besaß die Universität unglaubliche 14.500 ha, eine Fläche fast dreimal so groß wie das damalige Greifswald. Die Bodenreform „pulverisierte“ diesen Besitz. Die Wiedervereinigung brachte auch hier die Wende. Nach der Bearbeitung der Rückübertragungsanträge kann die Universität heute 8.700 ha Wald- und Ackerflächen, sowie zahlreiche Immobilien ihr Eigen nennen. Der Greifswalder Universitätsforst umfasst rund 3.200 ha. Die Wälder liegen hauptsächlich zwischen den Ortschaften Kieshof im Nordwesten und Hanshagen im Osten.
  • Universität Würzburg: Das Universitäts-Forstamt Sailershausen (Kreis Haßb­er­ge) bewirtschaftet die 2.200 ha Wälder der Universität Würzburg. Die Anfänge des Forstamts der Universität Würzburg reichen in das Jahr 1582 zurück. Der Waldbesitz stamt historisch aus den ehemaligen Besitzungen der drei Klöster Kreuzthal, Maria Burghausen und Theres
  • Ludwig-Maximilians-Universität München. Der 470 ha große, bei Landshut gelegene Wald der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) geht auf eine Stiftung des Bayerischen Kurfürsten Maximilian Joseph im Jahre 1802 zurück, der im Zuge der Säkularisation die von 1800 bis 1826 in Landshut angesiedelte Landesuniversität mit Besitzungen ausstattete.
  • Philipps Universität Marburg: Der vom Forstamt Burgwald betreute Universitätswald Marburg mit einer Größe von 212 ha wurde vor über 400 Jahren vom Gründer der Universität, Landgraf Philipp von Hessen, übereignet, um die dort lehrenden Professoren über den Winter mit Brennholz zu versorgen.
    Heute dient der Wald der Universität als Einnahmequelle und als Forschungsgebiet der naturwissenschaftlichen Fachbereiche..



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30 Kommentare

  1. Hallo,

    laut Wikipedia ist Hermann Maria Carl August Graf Hatzfeldt-Wildenburg-Dönhoff „größter Privatwaldbesitzer in Rheinland-Pfalz und Brandenburg“ mit insgesamt 14000 Hektar.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Graf_Hatzfeldt)

    Sollte in die Auflistung eventuell mit aufgenommen werden.

  2. Hallo „Schnix“,

    vielen Dank für den hervorragenden Hinweis! Der Hatzfeld-Wildenburg’sche Besitz wurde aufgenommen. Bemerkenswert, dass man als Adelsfamilie „in heutigen Zeiten“ seinen Waldbesitz noch um unfassbare 6.600 ha (!) aufstocken konnte. Da hat man wohl ein glückliches Händchen besessen.

    LG – der Wald-Prinz

  3. Hallo,

    Thurn und Taxis haben (eigene Angabe von Gloria von Thurn und Taxis, http://www.wiwo.de/unternehmen/gloria-von-thurn-und-taxis-wir-sind-das-land-der-bedenkentraeger/5709322.html aus 2010) 8,000 ha an Adolf Merckle verkauft.
    Ergo nur noch 20,000 ha und ferner müsste dann Familie Merckle mindestens 8,000 ha besitzen,
    richtig…?

    LG,

  4. Hallo „Schnux“,

    Der Eintrag der Thurn und Taxis wurde aktualisiert und das Unternehmen „Blauwald“ der Familie Merckle wurde neu aufgenommen. Recht herzlichen Dank für den Hinweis!

    LG – der Wald-Prinz

  5. Hallo,
    in der Liste der großen Privatwaldbesitzer fehlt die Arenberg-Schleiden GmbH mit ca. 8.000 ha in der Eifel.

  6. Hallo „HaDi“,

    Die Arenberg-Schleiden GmbH wurde aufgenommen. Vielen Dank für den Hinweis!!

    LG – der Wald-Prinz

  7. Die Familie von Coburg-Sachsen-Gotha bzw. deren Stiftungen bewirtschaftet rund 19000 Hektar, wovon rund 15000 bewaldet sind, stand mal bei uns in der Zeitung bzw. lässt sich auch noch im Netz finden.

  8. Die Wittelsbacher, als die früheren Herrscher von Bayern müssten ebenfalls noch berücksichtigt werden, welche über den Ausgleichsfond in etwa 12000 Hektar besitzen sollen und außerhalb davon noch mal über 13000 Hektar Wald, also gesamt um die 25000 Hektar Wald. Ich sehe es allerdings, generell als schwer an hier eine Rangliste zu erstellen, da von den meisten Adeligen keine Zahlen veröffentlicht werden, was auch einen guten Grund hat, denn ihre Besitzungen haben die sich halt einfach vor langer Zeit meiste genommen. Z.B. die Guttenbergs wären auch mit rund 5000 Hektar Hinzuzufügen

  9. Hallo „Luru“,

    dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha können wir in Deutschland (!) „nur“ 9.000 ha Wald zuordnen. Die Forstverwaltung Greinburg liegt in Oberösterreich. Falls Sie andere Quellen/angaben für uns haben, sind wir immer dankbar.

    Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds war ein sehr guter Tipp! Vielen Dank dafür. Leider ist zu dem noch im Privatvermögen verbliebenen Wald nichts Konkretes zu finden außer dem Hinweis bei Wikipedia „Zum Privatvermögen des Hauses Wittelsbach gehören […] Land- und Forstwirtschaft mit 12.500 ha.“ Hier wäre es schon interessant, wieviel davon tatsächlich Wald ist.

    Philipp Franz zu Guttenberg besitzt den meisten Wald (ca. 4.000 ha) ebenfalls in Österreich…

    LG – der Wald-Prinz

  10. Hallo,

    soweit ich weiß bewirtschaftet Eugen Fürst zu Oettingen-Wallerstein zwischen 10.000 und 11.000 ha Wald. Zum Teil fürs Wildgehege eingezäunt.

    Gruss
    Manfred

  11. Hallo Manfred,

    vielen Dank für den Hinweis zu Oettingen-Wallerstein. Das Haus wurde ebenfalls aufgenommen.

    LG – der Wald-Prinz

  12. Die „Könige von Sachsen“ könnten noch mit aufgenommen werden. Allein um Moritzburg bei Dresden beträgt der Wettiner Forst über 1000 ha.

  13. Hallo,

    vielen Dank für den Hinweis zu den „Königen von Sachsen“. Der Wettiner Forst wurde aufgenommen. Allerdings scheint es da noch mehr zu geben, so findet sich in einem Artikel der Lausitzer Rundschau ein Hinweis auf „12 000 Hektar kurfürstlichen Walds“, die Daniel Prinz von Sachsen bewirschaftet. Leider findet sich dazu keine belastbare Quelle. Über „sachdienliche Hinweise“ sind wir immer sehr dankbar.

    LG – der Wald-Prinz

  14. Guten Tag,

    ich weiß um größere Waldflächen der Industriellenfamilie Henkel im Harz (unbekannter Größe) im Sauerland bei Olpe ca. 1000 ha und im Inntal bei Brannenburg (http://www.ovb-online.de/rosenheim/henkel-konzern-unter-beschuss-2873887.html).
    Vielleicht wissen Sie da etwas genaueres.

    Besten Gruß.

  15. Hallo,

    @ „ich weiß um größere Waldflächen der Industriellenfamilie Henkel im Harz (unbekannter Größe) im Sauerland bei Olpe ca. 1000 ha und im Inntal bei Brannenburg“: wir haben die Unternehmerfamilie Henkel aufgrund Ihres Hinweises in die Liste mit aufgenommen. Leider haben wir zum Waldbesitz im Harz nur recherchieren können, dass die Familie dort Wald besitzt, aber nicht wieviel. Das gleiche gilt für den Besitz im Sauerland.

    LG – der Wald-Prinz

  16. Guten Abend, hinzu zu fügen wären auch.

    von Stolberg in Hessen und Harz (?)
    Verschiedene Zweige der Hardenbergs ab 1000
    Von Bodenhausen/Niedergandern 1100
    von Schönborn/ Pommersfelden 1600
    von Bernstorff /Gartow 5000

  17. Hallo,

    vielen Dank für die Hinweise zu den 5 Adelslinien. Von Bernstorff, von Bodenhausen, Carl Graf von Hardenberg und von Schönborn wurden inzwischen aufgenommen. Bei den Stolbergs und den übrigen von Hardenbergs gestaltet sich die Recherche recht schwierig. Hinweise willkommen!

    LG – der Wald-Prinz

  18. Ihr könntet mal was zur feudalen-kirchlichen Stiftung Klosterkammer Hannover erläutern. Da hält sich seit Jahrhunderten auch Großgrundbesitz in Besitz der Kirche.

  19. Hallo „Junkerland in Bauernhand“

    @ Klosterkammer Hannover: Aber das haben wir doch?! Das ist unseres Wissens nach – trotz des Namens – ein Landesbetrieb.

    LG – der Wald-Prinz

  20. Was ist mit dem großen Waldbesitz des Fürstenhauses zu Bentheim und Steinfurt? (Allein in der Grafschaft Bentheim ca. 2000ha- )

  21. Hallo,
    sind die 1200 ha Oetting-Wallerstein´scher Wald nicht verkauft worden? Vielleicht weiß jemand Genaueres.
    BG

  22. Hallo Robin Hood,

    @ „sind die 1200 ha Oetting-Wallerstein´scher Wald nicht verkauft worden?“:

    Auf der Unternehmenswebsite fuerst-wallerstein.de werden unter „Forstbetriebe“ weiterhin 11.000 ha aufgeführt. Die 1.200 ha rund um Schloss Seyfriedsberg stammen aus einer Quelle von 2009. Über einen Verkauf dieser Waldflächen konnten wir nichts finden.

    LG – der Wald-Prinz

  23. Hallo,

    Frage; ist der Kottenforst-Ville ein Staatswald, oder im Privat-Besitz?

    Gruß laluna

  24. Hallo Laluna,

    Der Kottenforst befindet sich überwiegend in Landesbesitz, ein weiterer großer Teil ist Stadtwald der Stadt Bonn.

    LG – der Wald-Prinz

  25. Guten Tag!

    Eine tolle Seite mit sehr vielen guten nützlichen Informationen.

    Anfangs war ich nur an Brennholz interessiert, wenn es um Wald ging. Mittlerweile kommt immer mehr der Investitionsaspekt hinzu. Natürlich aufgrund der aktuellen, nicht ungefährlichen Lage des Weltfinanzsystems. Auch Deutschland wird sich hier nicht dauerhaft möglichen Risiken entziehen können und Wald als Investment ist sicher nicht uninteressant. Natürlich müssen die Preise einigermaßen stimmen.

    Die in diesem Artikel dargelegten Zahlen zum Privatwaldbesitz unterstützen – bedingt natürlich nur – die These, dass es durchaus sinnvoll sein kann, einen Teil seines Geldes in Grund und Boden zu stecken. Würden sonst die bekanntesten Adelsfamilien weiterhin so viel Wald besitzen?

    Es geht nicht mal so sehr um Rendite, sondern um Vermögenssicherung in echten Krisenzeiten. Auch wenn einige Adelsfamilien verarmt sind, so wissen doch viele, wie sie ihr Vermögen über Generationen halbwegs erhalten können. Und wie man es gegen die unvermeidlichen Übergriffe des Staates einigermaßen absichern kann.

    Weiter so…vielen Dank für die vielen Recherchen.

    Gruß

  26. Hallo,
    die zahlen der Waldflächen der Bundesländer scheinen Katasterzahlen zu sein, stimmen also nicht mit der Wirklichkeit überein. Laut BWI³ hat z.B. NRW 910.000 ha, nach den jüngsten Zahlen der LWI sogar 935.000 hA; Also fast 50.000 ha mehr. Das dürfte ähnlich auch bei den anderen BL so sein.

  27. Hallo Linus,

    bedenken Sie aber auch, dass bei der Bundeswaldinventur der Wald mittels eines Stichprobenverfahrens inventarisiert wird. Die Schätzung kann vom wahren Wert abweichen, sie unterliegt einem Stichprobenfehler. Wenn Sie sich die Streuungsmaße der BWI³ anschauen, werden Sie erkennen, dass die Zahlen gerne einmal schwanken dürfe. Konkretes Beispiel aus der BWI³: Der Vorrat der Fichte liegt in Nordrhein-Westfalen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zwischen 99 und 122 m³/ha. Also: trauen Sie keiner Statistik, die Sie nicht selbst gefälscht haben ;-)

    LG – der Wald-Prinz
    (war im früheren Leben an der Uni tatsächlich einmal Statistik-Tutor)

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